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Alle Rezensionen zu Popol Vuh
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Popol Vuh
(1972, Polydor 843 175-2)

Popol Vuh haben ein Problem. Nein, genauer genommen nicht nur eins, sondern gleich zwei. Das formale ist die Namensgleichheit mit den deutschen Krautrockern, die eindeutig früher da waren mit dem Bezug auf das heilige Buch der Maya. Das inhaltliche Problem ist ihre Unfähigkeit, sich für eine musikalische Richtung zu entscheiden. Das selbst betitelte Debüt schliddert in Schlangenlinien zwischen bisschen Progressive, bisschen Jethro Tull, bisschen Jazz, bisschen Creedance Clearwater Revival und kommt nirgends so richtig an. Da hilft auch die erdige Rockrauhbein-Stimme von Sänger Jan Teigen nicht wirklich weiter. »POPOL VUH« haben ein Identätsproblem.

Mitte der 70er hatte es sich schließlich bis Deutschland herumgesprochen, dass sich eine norwegische Band des gleichen Namens bediente wie die Original- Popol Vuh. Florian Fricke, Gründer des deutschen Rocker, drohte den Norwegern mit einen Rechtsstreit, woraufhin diese ihren Namen in Popol Ace änderten, noch die eine und andere Platte veröffentlichten und schließlich in der Versenkung verschwanden. Sänger Jan Teigen wechselte übrigens nach seinem Ausstieg bei Popol Vuh in das etwas leichtere Geschäft. Drei Mal vertrat er Norwegen Ende der 70er und Anfang der 80er beim Eurovision Song Contest. Legendär ist sein Eurovisionsauftritt 1978, als er mit seinen Song »Mil Etter Mil« keinen einzigen Punkt erreichen konnte und Letzter wurde. (emv)



Siehe auch:
Popl Ace

 Popol Vuh: Popol Vuh

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/popolaceprog

   

Quiche Maya
(1973, Polydor 2382 038)

Zu den schwierigsten Dingen im Leben gehört das Akzeptieren der eigenen Mittelmäßigkeit. Die Erkenntnis, dass man sich als Künstler zwar auf lokaler Ebene wacker schlägt, aber dass das Talent eben nicht über die Stadtgrenze hinaus reicht. Auf ihrem zweiten Album »QUICHE MAYA« sind die norwegischen Psychedelicrocker noch nicht zur grundlegenden Einsicht in die Begrenztheit der eigenen musikalischen Fähigkeiten gekommen und setzen unverdrossen auf ihren wenig originellen Mix aus pomadigem Rock, herzblutigen Balladen, bedeutungsschweren Keyboards und viel Räucherstäbchengewalle. Zelebrieren ihre Gitarrensoli mit einem heiligen Ernst, der aus heutiger Sicht schon fast unfreiwillig komisch wirkt.

Musik ist immer auch Produkt des Zeitgeistes. Deshalb kann man das Werk von Musikern aus der zweiten Reihe heute so wunderbar analytisch betrachten: Ach, das müssen hunderte von Bands gewesen sein, die mit glühender Begeisterung Pink Floyd, King Crimson und Genesis gehört haben und sich dachten: Das machen wir jetzt auch! Und leider als ewige Nachahmer stehengeblieben sind. Trotz der unwidersprochen ausdrucksstarken Stimme von Jahn Teigen. Irgendwann werden Rockhistoriker Bücher über die gescheiterten Progressive-Jünger schreiben und sie werden uns ein wenig leid tun. Aber bitte nicht zu sehr. (emv)



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