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Alle Rezensionen zu Anne-Mari Kivimäki
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Lakkautettu Kylä – A Closed down Village
(2016, Nordic Notes NN079)

Erstmal erden, Teil 1: Die CD beginnt mit Vogelgezwitscher und Schritten auf einer Wiese. Ein vornehmlich weiblicher Chor singt eine textlose, ergreifende Melodie – wo will uns Anne-Mari Kivimäki hinführen?

Nach Suistamo: »Das abgeschaffte Dorf«, so könnte man den Titel übersetzen, ist Teil 3 der Konzerte von Anne-Mari Kivimäki zur Erlangung des Doktortitels in Musik. Das Gesamtprojekt trägt den Titel »Suistamo – Perinnelaboratorio / The Laboratory Of Tradition«. Dieser dritte Teil übersetzt eine Fotoausstellung in Klang; diese dreht sich um eben das Dorf Suistamo, einst finnisch-karelisch, 1944 von der UdSSR annektiert und seitdem halb verlassen und ganz vergessen: es steht schlecht um Suistamo! Man höre »Surua 2«, darin erklingt das Wehklagen eines ganzen Dorfes über die Geschichte – aber aufgeben? Nein!

Sie hat sich sehr gute Musiker gesucht: U.a. Piia Klemola (vi), Ville Rauhala (b) sowie Pekka Käppi und Rauno Nieminen (jouhikko) kennt man von anderen Projekten, dazu kommt Kantele-As Timo Väänänen. Natürlich führt Kivimäkis Akkordeon, aber sie reduziert dieses ebenso wie die übrigen Instrumente, Melodien, Harmonien und das gesamte Klangbild.

Mag das Dorf dahinsiechen: Anne-Mari Kivimäkis CD ist hingegen sehr spannend, klanglich reist sie hier in die Vergangenheit. Archaisch die Kompositionen, reduziert das Instrumentarium, sie setzt Ruhe neben Kraft. Sie hebt die Stimmung mit der »Säkkijärven Polkka« (das gelang schon den Leningrad Cowboys im ersten Film) und lässt Ville Leinonen »Äänisen Aallot« (dt.: Die Wellen des Onegasees) singen. Im hymnischen Finale »Rauha Ja Hiljaisuus« (dt.: Ruhe und Frieden) ertönen schließlich Trompete, Klarinette, Harmonium und Chor – wird doch noch alles gut?

Endlich erden, Teil 2: Allein nach Suistamo? Nein. Mit Anne-Mari Kivimäki? Sofort! (tjk)



Siehe auch:
Puhti
Suistamon Sähkö
Ville Leinonen
Piia Kleemola

Anne-Mari Kivimäki: Lakkautettu Kylä – A Closed down Village

Offizielle Website

Offizielle Website      http://annemarikivimaki.fi

   

Ilja
(2018, Nordic Notes/Broken Silence)

Ganz schön temperamentvoll! Die Kompositionen des 1961 verstorbenen finnischen Akkordeonisten Ilja Kotikallio klingen heute noch so frisch wie vor 60 Jahren! Der Musiker, der in der heute zu Russland gehörenden Region Suistamo in Karelien wirkte, war lange Zeit vergessen. Bis die finnische Akkordeonistin Anne-Mari Kivimäki in den Archiven zu stöbern begann! »ILJA« ist der fünfte und letzte Teil ihrer multimedialen Doktorarbeit an der Sibelius-Akademie. Und siehe da, sie fördert quicklebendige Töne zutage! Kivimäki interpretiert traditionelles Material neu und lässt sich vor allem zu neuen Kompositionen inspirieren.

»ILJA« ist nicht nur ein wilder, bunter Tanz auf den Spuren des Suistamo, sondern auch eine ganz persönliche Annäherung an eine schmerzhafte Vergangenheit und die Wiederentdeckung einer fast verschütteten Tradition. Vor allem aber feiern die Tanzlieder das Leben und die Liebe! Wer das freche »Kontokin Kulmilla« hört, den zieht es unwiderstehlich auf die Tanzfläche. Die melancholischen, ruhigen Stücke wie »Ljuuli,Ljuuli & Raja« sprechen beredet von Verlust und Sehnsucht. »Das Suistamo ist inzwischen für mich keine Landschaft mehr, sondern Seelenzustand«, sagt Kivimäki. (emv)

Video-Link



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