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Alle Rezensionen zu Stockholm Lisboa Project
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Janela
(2016, Nomis Music/Westpark NMCD07 / WP 87325)

Das Stockholm Lisboa Project bewegt sich weiter auf seiner Folklore-Reise durch Portugal und Schweden, im Gepäck ganz viel Fado und ein paar Polkas. Allerdings haben Mastermind und Violinist Sergio Crisóstomo und Simon Stålspets (Mandola, Gitarre, Flöten und Harmonika) neue Bandkollegen. Alice Andersson sorgt mit ihrem Baritonsaxophon für die tiefe Basis, gelegentlich greift sie auch zum Altsax. Am Gesangsmikro steht Rita Martins, mit einem ausdrucksvollen Alt macht sie manch Fado noch ergreifender.

Am überzeugendsten ist das SLP nach wie vor, wenn sie die eigentlich gegensätzlichen Elemente zusammenfügen, wie im grandiosen Medley »Somos Varinas/Sjömansvåg«, in dem sie portugiesisch und schwedisch singen. Binational ist auch »Teresinha De Jesus/Bockspolska«. Stålspets‘ »Get A Goat« ist das fröhlichste Stück auf der CD und erzählt von einem Tag als Babysitter für eine Ziege. Bei mehreren Stücken ist Maria Kalaniemi als Gast mit ihrem Akkordeon dabei: Diese Kooperation liegt in einer gemeinsamen Finnland-Tour begründet, aber sie passt natürlich sehr gut in den SLP-Klang – finnischer Tango und portugiesischer Fado haben nicht nur die melancholische Grundstimmung gemeinsam. Sie hat sogar mit »Istunpa Sänkys Laitalla« ein Solostück. Insgesamt bleibt sich das Stockholm Lisboa Project inhaltlich wie qualitativ treu. (tjk)



Siehe auch:
Maria Kalaniemi

 Stockholm Lisboa Project: Janela

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.stockholmlisboa.com

   

Aurora
(2012, Westpark/Indigo NMCD06 / WP 87235)

Auch auf ihrer dritten CD kombiniert das Stockholm Lisboa Project Folklore aus Schweden und Portugal. Fado, Polka und alles darum ist nach wie vor das Interesse des paritätisch aus beiden Ländern besetzten Quartetts. Wobei kombinieren hier meistens keine Fusion bedeutet, die Songs sind vornehmlich Fados aus Portugal, dazwischen streuen Sergio Crisóstomo (Violine), Filip Jers (diverse Akkordeons) und Simon Stålspets (Mandola, Gitarre, Flöten und Harmonika) schwedische Tänze.

An Bord ist eine neue, ganz hervorragende Sängerin: Micaela Vaz überzeugt mit einer warmen Altstimme, die sehr gut zu den teilweise recht traurigen Texten passt. Liebe und Freundschaft, auch über den Atlantik fortgesegelt, sind die Hauptthemen. Sehr kreativ ist das SLP nach wie vor, sie musizieren ausgesprochen einfühlsam und nie aufdringlich. (tjk)

   

Diagonal
(2009, Westpark/Indigo 87177)

Auf den ersten Blick scheint wenig so weit auseinander liegend wie die Hauptstädte von Portugal und Schweden; auch die jeweilige Folklore hat an sich nichts miteinander gemein. Ein zweiter Blick lohnt in diesem Falle sehr: Jeweils zwei Musiker aus den beiden Ländern fanden sich zum Stockholm Lisboa Project zusammen, um endlich zusammen zu bringen, was zusammen gehört – oder doch nicht?

Sängerin Liana war lange Star des Musicals »Amalia« (der Fado-Legende A. Rodriguez gewidmet), Landsmann Sérgio Crisóstomo kommt von der klassischen Violine. Simon Stålspets bringt mit der Mandola nordische Klangelemente hinzu, die Neumitglied Filip Jers mit verschiedenen Mundharmonikas schmückt. Zusammen schaffen sie auf ihrer bereits zweiten CD ein herrliches Klang-Kleinod, die Brücke von Lissabon nach Stockholm. Die Stücke stammen aus beiden Ländern, werden teilweise in »originaler« Weise gespielt, teilweise klanglich ins diagonal entfernte Land transferiert – oder landen irgendwo dazwischen. So steht ein norwegisches Hochzeitslied (»Bröllopsdag«) mit seinem »Schottisch«-Rhythmus neben dem Fado »Rosa Da Noite«, wird aus dem finnischen »Yksi Ruusu On Kasvanut Laaksossa« mit portugiesischem Text »Grito«. Das verbindende Element zwischen schwedischer Polka und Fado heißt »Saudade«, die portugiesische Melancholie, die es (ohne eigenen Begriff) auch in nordischer Folklore gibt. Das Stockholm Lisboa Project hat das erkannt und mit »DIAGONAL« eine überraschende, sinnliche und grandiose CD gemacht. (tjk)



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