Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Highway Child
(Genre »Rock«, Land »Dänemark«)

 

On The Old King's Road
(2009, Elektrofuzz 3481573944804)

Sie ragt vor den Nachgeborenen auf wie der Himalaya, die Tradition des klassischen Rocks der End 60er- und Anfangs 70er. Jimi Hendrix, Led Zeppelin, der frühe Neil Young und, äähm, AC/DC, um nur einige dieser Achttausender zu nennen. Schweißiger, kraftvoller, experimentierfreudiger Rock, der seine Kraft aus dem Schmerz des Blues bezieht. Da haben es die Nachgeborenen nicht leicht. Weil sie häufig ordentliches Handwerk abliefern, aber selten über den Status braver Plagiatoren herauskommen. Im Schatten dieser Giganten unverwechselbar und eigenständig zu klingen, wie soll das gehen? Geht das überhaupt?

Dann kommen vier junge Dänen daher, die sich wenig originell Highway Child nennen, und nehmen diese Hürde mit Leichtigkeit. Geht doch! Klingen erstaunlich präsent. Sind erdig, sind schmutzig, sind auf den Punkt sie selbst. Das Debüt »ON THE OLD KINGS ROAD« verschmilzt Hippie-Freigeist mit Rebellen-Attitüde, räucherstäbchenvernebelte Pyschedelik mit rauhbeiniger Romantik. Sie lärmen mit fuzzigen Gitarren, mit einem stoisch-eigensinnigen Bass und vor allem mit der Rock´n´Roll-Animal-Stimme von Sänger Patrick Heinsøe. Highway Child beweisen eindrücklich, dass es nur darauf ankommt, wie man etwas macht, dann wird es irgendwann nebensächlich, ob wir uns in den Fußstapfen von Riesen tummeln. Mit Leidenschaft, Selbstbewusstsein und gesundem Repekt vor den Vorbildern, ohne sich dabei zu verbiegen. Der Erstling der Dänen ist von solch aufregender Intensität, dass man irgendwann aufhört, hier nur an Retrorock zu denken. Weil Highway Child mit dieser Einordnung bereits jetzt nicht mehr zu fassen sind. (emv)

 Highway Child: On The Old King

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/highwaychilddk

   

Highway Child
(2011, VME/Soulfood SHARKCD 120)

Highway Child klingen auf ihrem dritten, selbst betitelten Album so, als ob T. Rex in den Sümpfen von Louisana verloren gegangen wären: Psychedelisch vernebelt und bluesgitarrig blutend gleichermaßen. Schweißtropfen rinnen langsam wie dickflüssiger Sirup den Rücken herunter und düngen die pechschwarz duftende Erde. Puuuh! Die vier Dänen sind authentisch, und das soll hier bitte nicht Plattitüde verstanden werden: Wie aus der Zeit gefallen und trotzdem hoch präsent bei in ihrem Retro-Treiben. Es ist noch lange nicht vorbei, Baby Blue.

Die Schmerzensverliebtheit des Blues mit all ihren Requisiten lieben: Die hoffnungslosen Liebesgeschichten, die dräuende Einsamkeit, das Scheitern in Schönheit und Würde. Tom Waits und Jack White sitzen hier mit am Lagerfeuer. Banjos puckern Melodien, die fast schon Walzer zu nennen sind. Vaudeville-Anklänge lassen fast Saloon-Stimmung in Kopenhagen aufkommen, und die Mundharmonika weint sanft dazu. Aber das reicht den Dänen noch lange nicht: Wenn sie ganz übermütig werden, dann zitieren sie in »Play For Soul« mal ganz unauffällig Yazoos Überhit »Don´t Go« . Und dann reibt man sich doch sehr die Augen. Und Ohren.

(emv)

   

Sanctuary Come
(2010, Elektrohasch 140)

Freiheit. Unbedingt Freiheit. Aufbruch, Umbruch, Durchbruch. Ende der 60er, Anfang der 70er sind Rock und Pop schon entschieden auf dem Weg in unbekannte Gefilde. Experimentierlust, psychedelische Bewusstseinserweiterung und immer noch eine Brise großäugiger Carnaby Street-Hippieglückseligkeit liegen wie Rauschwaden in der Luft. Highway Child haben die Witterung aufgenommen und bewegen sich auf ihrer zweiten Veröffentlichung »SANCTUARY COME« weg vom ehrlichen, authentischen Woodstock-Rock hin in Richtung zum psychedelischen Intelligenzpop für Fortgeschrittene. Ohne an Kraft und dem Verwurzeltheit in der Blues-Tradition einzubüßen. Sagen wir eher »Strawberry Fields« und »Waterloo Sunset« als »Highway Star«. Die Tür steht offen für den Spiel- und Experimentiertrieb.

Highway Child profitieren von der frischen Luft, die durch die Fenster hereinzieht. Werden vielschichtiger, flüchtiger, anspruchsvoller. Werden wandelbarer. Werden sanfter. Sind präzise, vielschichtig, neugierig. Aufregung, Anregung liegen in der Luft. Und ein nostalgisch-intensives Lächeln. (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel