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Alle Rezensionen zu Jono el Grande
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Melody of a Muddled Mason
(2015, Rune Grammofon/Grappa RCD2175/RLP3175)

Jon Andreas Håtuns Verehrung für Frank Zappa bricht sich auch auf seinem sechsten Album wieder ungebremst Bahn, dem ersten nach vier Jahren. Da jedoch die letzten beiden CDs als »zumeist Neuaufnahmen alter Sachen« präsentiert wurden, soll »MELODY OF A MUDDLES MASON« endlich der »natürliche Nachfolger« des als Meisterwerk hingestellten »DEO DADA« sein. Nun ja, so manches ist natürlich Ansichtssache, doch nicht von der Hand zu weisen sind Jonos Künste als hochkomplexer, exzentrischer Songwriter, Arrangeur und Produzent. Diesmal hat er sich neben einer sechsköpfigen Kernband mit gewohnt eigenwilliger Besetzung ein ganzes Kammerorchester mit Streichern (Oslo Sinfonietta) ins Studio geholt, darunter Ole Henrik Moe, Kari Rønnekleiv und Katrine Schiøtt.

Somit kann man sich »MELODY« als eine Art Bastard aus Kammersinfonie und Progressive-Rockband mit starkem Jazzeinschlag vorstellen. Der Leader und Multiinstrumentalist selbst nennt neben Zappa auch Strawinsky, Magma und Henry Cow als Ideengeber. Heiter und exaltiert geht es also zu, ein wenig anachronistisch selbstredend auch, doch ist das bunte Treiben auf hübsch skurrile Weise wieder höchst reizvoll und unkonventionell ausgefallen. Schräge Eleganz, könnte man sagen. Womit wir wieder ganz beim alten Zappa wären, an den Jono El Grandes dunkle Grummelstimme sicher nicht zufällig erinnert. (ijb)



Siehe auch:
Ole Henrik Moe & Kari Rønnekleiv aka Sheriffs of Nothingness
Katrine Schiøtt / Rudjord Ensemble
Nosizwe
Ole-Henrik Moe

Jono el Grande: Melody of a Muddled Mason

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jonoelgrande.no

   

The Choko King
(2011, Rune Grammofon RACD107)

Jono el Grande ist wahrscheinlich der größte Exzentriker in der norwegischen Musikszene - und damit auch eher ein Einzelgänger im ansonsten schwerst vernetzten Musikergemisch. Diese CD ist ein klingendes Argument dafür, warum das so ist: Jono hat hier Material aus vielen, vielen Jahren collagiert und zusammengestellt, neu arrangiert und aufgemotzt. Das Ergebnis ist eine vollkommen überdrehte Psycho-Oper, eine Art "Charly und die Schokoladenfabrik" auf Speed.

Das ist in der Tat beeindruckend, lustig, manchmal sogar beängstigend. Und vor allem in CD-Länge fast nicht ohne seelische Schäden konsumierbar. Dafür ist die Ereignis- und Ideendichte einfach zu hoch, der Hörer ist irgendwann schlichtweg überfordert. Aber dafür gibt's natürlich auch eine Lösung: Die zahlreichen Tracks einfach einzeln konsumieren. Das reicht dann als Energieschub für den Tag. (sep)

   

Phantom Stimulance
(2010, Rune Grammofon/Cargo RCD 2106)

Beim Album »NEO DADA« hatten wir noch etwas mehr Konzentration und Wumms vom großen Jono eingefordert. Die er uns nun prompt mit seinem neuesten Album liefert. Das wiederum eigentlich vor allem eine Selbstbeweihräucherung und -geschichtsschreibung ist. Anlass der Veröffentlichung: 10 Jahre Band- und 15 Jahre Jono-Jubiläum. Hoch die Tassen, Blockflöten, Entenpfeifen und E-Gitarren! Ein schrägerer Kindergeburtstags-Soundtrack für Erwachsene (besoffen Topfschlagen? Vielleicht gar keine schlechte Idee...) ist kaum denkbar.

Dabei sind die Stücke allesamt alter Wein in neuen Schläuchen, sprich alte Songs in neuen Arrangements. Aber was für welchen! Arrangeur Jono hat sich ins Zeug gelegt, Töne für Blechbläser und Xylophon, für fette Gitarren und Synthies, singende Sägen und Rumpel-Perkussion gesetzt. Das Ergebnis? Tatsächlich präziser, beherrscht bekloppter – und dadurch nebenbei auch gefahrlos konsumierbarer als »NEO DADA«. Sogar etwas Wehmut, etwas Bigband-Jazz, ein Hauch von Radio-Pop weht durch das Album mit den schön bekloppten Titeln (Favorit: La dolce Vidda). Und gegen Ende anbalkisierte Polka-Stampfereien. Polonaise! (peb)

   

Neo Dada
(2009, Rune Grammofon/Cargo RCD 2084)

Jono el Grande ist ja dafür bekannt, dass er das Absurde liebt. Mit »NEO DADA« hat er diese Vorliebe nun in eine operettenhafte, ebenso kitischige wie anarchische Form gegossen – eine wilde Mischung aus Rock und Neuer Musik, Filmschnulze und Synthie-Quatsch, ernst und lächerlich, groovig und sperrig, anstrengend und ein großer Spaß gleichzeitig. Und ein großes Stilzitat: Von Jimi Tenor über Korngold zu Jethro Tull und Jon Lords »Sarabande«. Postmoderner Wirr-Kitsch in seiner besten Form.

Doch auch wenn die Stücke ebenso kompliziert komponiert wie arrangiert sind: Die Ausführung bleibt streckenweise etwas blass, hier sollten sich die neuen Dadaisten ein Beispiel an den alten nehmen und noch viel ungehemmter auf den Putz hauen. Hinzu kommt, dass nicht alles immer perfekt übereinstimmt, kleine Unsauberkeiten und Schludrigkeiten fallen immer wieder auf. Fazit: musikalisch toll, aber mit noch mehr Herz und Handwerk wär der kuriose Spaß noch ungetrübter. (sep)



Siehe auch:
Jimi Tenor



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