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Alle Rezensionen zu Timo Lassy
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

In With Lassy
(2012, Schema Records SCCD 458)

In den guten alten Tagen des Hard Bop und Soul Jazz ging man mit ein paar Kompositionen und Kumpels ins Studio, und ohne viele Proben, manchmal nur mit einem Take und ohne Overdubs etc. klopften die Stars der 50er und 60er Jahre Hunderte grandioser Alben in den Marmor der Jazzgeschichte. Timo Lassy hat für diese Arbeitsweise viel übrig, für die Musik und Saxophonisten wie Hank Mobley und Lou Donaldson ohnehin.

Sehr spontan und direkt klingt diese CD daher, nicht einmal falsche Anfänge wurden geschnitten. Das ist an sich unnötig dreist, bei Studio-Alben ist diese Echtheits-Demonstration unangebracht, zudem ist die Scheibe nicht mal 38 Minuten lang. Die Musik ist freilich trotzdem gut, neben dem Saxophonisten in blendender Laune spielen mit Georgios Kontrafouris (Wurlitzer), Antti Lötjönen (b), Teppo Mäkynen (dr) und Abdissa Assefa (perc) die üblichen kompetenten Verdächtigen. (tjk)



Siehe auch:
Umo Jazz Orchestra
Jukka Perko
Ricky-Tick Big Band

Timo Lassy: In With Lassy

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.timolassy.com

   

Live With Lassy
(2013, Schema Records SCLP 465, 2 LPs)

Ausschließlich als Doppel-LP ist diese Live-Aufnahme von 2012 erhältlich. Die Timo Lassy Band spielte an drei Abenden im ausverkauften Club Dubrovnik in Helsinki. Wie immer gibt es Hard Bop und ganz viel Soul Jazz – inzwischen wird ja Helsinki als dessen neues Zentrum wahrgenommen.

Die Band ist spielfreudig wie immer: Georgios Kontrafouris lässt das Wurlitzer röhren, Antti Lötjönen (b), Teppo Mäkynen (dr) und Abdissa Assefa (perc) grooven höllisch und der Meister Lassy selbst hat ausgiebige und kraftvolle Soli. Die Stücke dauern meistens um die zehn Minuten – daraus kann man den Live-Charakter schon vom Cover ablesen. Ein feiner Konzertmitschnitt – wer nicht dabei war, kann zumindest mit den Platten die nächste Party zum Grooven bringen. Timo Lassy ist sicher state oft the art in Sachen Soul Jazz - besser kann man das kaum spielen. (tjk)

   

Round Two
(2009, Ricky Tick Records RTCD014)

Auf geht's zur zweiten Runde: Timo Lassy macht da weiter, wo er mit seinem Debut aufhörte. Mit kräftigem Ton auf Tenor- und Baritonsaxophon feiert er den Hard Bop und Soul Jazz der 60er Jahre, schon beim ersten Solo im Opener »The More Is Look At You« steht man in einem verrauchten Club in NYC, mit stilsicherer dünnen schwarzen Krawatte, versteht sich.

Selbstverständlich ist sich Timo Lassy aber zu schade, nur die glorreiche Vergangenheit abzufeiern, bei etwas genauerem Hinhören finden sich modernere Grooves wie in »Shifting Winds«. Den Unterschied macht aber zuvorderst José James als Crooner – der wäre auch vor einer Big Band nicht verloren mit Stimme und Charisma. Jukka Eskola (tp), Ari Jokelainen (as) und Mikko Mustonen (tb) sind die Bläser, die Rhythmusgruppe besteht aus Georgios Kontrafouris, Antti Lötjönen und Teppo Mäkynen. Timo Lassy kann zurecht selbstbewusst in die Kamera schauen, auch ohne Krawatte. (tjk)

   

The Soul And Jazz Of Timo Lassy
(2007, Ricky Tick Records RTCD04)

Oh ja, so manch spät geborener Jazzmusiker wünscht sich zurück in die guten wilden alten Zeiten des Hard Bop, des Soul Jazz, als das Blue Note-Label den Sound bestimmte, als die Bands von Art Blakey oder Horace Silver und die Tenorsaxophonisten Hank Mobley und Joe Henderson Seele und Szene beherrschten und Platten (und Covers!) für die Ewigkeit machten.

Timo Lassy kann sich dieser Faszination ebenfalls nicht entziehen, im Gegenteil: Mit Jukka Eskola (tp), Mikko Mustonen (tb), dem Griechen Georgios Kontrafouris (p), Antti Lötjönen (b) und Teppo Mäkynen an Schlagzeug und Produktion frönt er in acht Stücken (alle von ihm und/oderMäkynen) dem Soul Jazz der frühen 60er Jahre. Aber eben weil die Stücke und der Sound trotz kleiner Auffrischungen so ganz wie damals klingen, wirkt die CD mal wie eine Hommage, dann aber wieder wie eine Blaupause – das Cover erinnert auch an Hank Mobleys »SOUL STATION«, nur schwarz-rot statt schwarz-blau. Zudem ist zwischen den hier beteiligten Musikern und den Vorreitern doch manchmal ein gewisser Unterschied auszumachen. Timo Lassy kann Tenor- und Baritonsax spielen, keine Frage, das hat er schon bei den U-Street All Stars bewiesen, und er kann schreiben. Wenn er nun noch mehr Eigenständigkeit bewiese, könnte er ein Großer werden. (tjk)



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