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Alle Rezensionen zu Veslefrekk
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Veslefrekk
(1994, Norcd NORCD9411)

Veslefrekk ist zweierlei. Ein großes Ölfeld in der See vor Norwegen. Und Supersilent minus Helge Sten, also known as Deathprod. Alles klar? Okay. Dann zu dieser historischen Aufnahme, die noch vier Jahre älter ist als das erste Supersilent-Album – und der man das nicht anhört, es sei denn in der Tatsache, dass hier viele Motive, Ideen, Klänge sozusagen in der Larven-Version, der Rohfassung oder der fixen Idee bereits vorhanden sind, die sich später und heute noch zum endlosen, grandiosen Supersilent-Universum entfalten.

Aber konkret. Da ist natürlich Arve Henriksens Trompete, schon so watteweich und hauchig, wie man sie kennt, und bei einem Track, weit im Hintergrund, schon sein Falsettgesang. Da sind schon die wirren, sich manchmal manisch zu Beats ballenden Schlagzeug-Wolken. Da sind die verschrobenen Keyboards. Und die immer wieder aus dem Chaos, dem Geräusch emporsteigenden überirdischen, nie lange haltenden Melodiebögen. Was anders ist? Der Spielspaß ist roher, beim Track »Lopsk« brechen die Musiker in brachiales Voodoo-Geschrei aus, in »Vann Over Hodet« (Wasser übern Kopf) fetzen sie los, als gäbe es kein Morgen. Und der »Vals« klingt wie die rühr- und weinselige Schunkelstimmung der übriggebliebenen Reste einer Polka-Kapelle irgendwo in der Einsamkeit nachts um halb vier. Ein überraschendes, borstiges, liebenswertes Album – noch kein Meilenstein, aber ein glitzernder Brocken auf dem Weg dahin. (sep)



Siehe auch:
Supersilent
Arve Henriksen
Arve Henriksen, Giovanni Di Domenico, Tatsuhisa Yamamoto
Humcrush

 Veslefrekk: Veslefrekk

   

Valse Mysterioso
(2004, Norcd NORCD0347)

Zehn Jahre nach ihrem Debüt legte das Trio aus Arve Henriksen, Jarle Vespestad und Ståle Storløkken nach – und eine Wende hin. Auf dem Cover des ersten Albums hingen die Jungs noch fröhlich in den Seilen, nun ist nur noch eine streifige Stille zu sehen, gedeckte, warme Farben. Ebenso klingt das Album auch: viel ruhiger als das durchaus bekloppte Debüt, getragener, noch mehr der schönen Melodie verpflichtet. Vor allem Henriksen und Storløkken haben hier zu ihrem bis heute praktizierten Spiel gefunden, einander in endlosen Dialogen immer schöner verschraubte Melodien umzuschlingen.

So wirkt »VAKSE MYSTERIOSO« irgendwie reifer, ohne aber an Biss verloren zu haben. Der wandert nur tiefer, wird feinzahniger, kloppt nicht mehr aufs geneigte Hörerohr ein, sondern dreht sich langsam, langsam in die Windungen. Eine schöne, und wie der Titel sagt, auch mysteriöse CD ist daraus geworden. Schade, dass nach dem Gesetz der Serie wieder zehn Jahre bis zum nächsten Album vergehen müssen – oder wie sieht’s aus, Jungs? (sep)



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