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Alle Rezensionen zu Rigmor Gustafsson
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Calling You
(2010, ACT/Contraire 9722-2)

Nochmal Hut ab, Frau Gustafsson! Das Konzept ist sehr gut: nur Stimme und das radio.string.quartet.vienna. Selbiges hatte kurz vor dieser Aufnahme mit dem österreichischen Akkordeonisten Klaus Paier für Furore und Begeisterung gesorgt und ist das derzeit spannendste Streichquartett, das sich über den Rand der »klassischen« Musik hinauswagt. Sie sind traumhaft eingespielt, geben sich aber auch Raum für solistische Ausflüge.

Die Stückauswahl verrät weitgehend Geschick und Geschmack: Paul Simons »Still Crazy …« beginnt mit zarten Zupfern, »Makin’ Whopee« groovt mehr als üblich, zudem zeigen alle fünf improvisatorische Fähigkeiten, lassen den Klassiker weit abdriften. Absoluter Höhepunkt ist Joni Mitchells »The Dry Cleaner From Des Moines«, in dem Gustafsson ihre gesanglichen Fähigkeiten zeigt, vor allem das Quartett einen regelrechten Sturm an Dynamik und Disharmonie, an Groove und Grandezza entfacht. Das Titelstück bleibt jedoch ein Schmachtfetzen, auch die beiden Burt Bacharach-Songs sterben fast in Schönheit. Die Arrangements stammen von den Violinisten Bernie Mallinger und Johannes Dickbauer und beweisen die Ausnahmestellung des r.s.q.v., in dem auch Asja Valcic (Cello) und Cynthia Liao (Viola) glänzen. Die Eigenkompositionen überzeugen dazu, ganz besonders aber der schwedische Klassiker »Ack Värmland Du Sköna«, in dem alle zu Höchstform auflaufen. (tjk)



Siehe auch:
Daniel Karlsson

Rigmor Gustafsson: Calling You

Offizielle Website

Offizielle Website      http://rigmorgustafsson.com

   

Come Home
(2019, ACT/Edel ACT 9737-2)

Für ihr siebtes ACT-Album hat sich die Rigmor Gustafsson reichlich Zeit gelassen. Fünf Jahre nach »WHEN YOU MAKE ME SMILE« präsentiert sie uns ein recht intim klingendes Werk, das sie fast ausschließlich mit ihrem langjährigen Begleit-Trio aufgenommen hat. Nur bei zwei Stücken tritt je eine Gastmusikerin hinzu. Die Eigen-Kompositionen stammen allesamt aus Gustafssons Feder; es haben aber auch drei Cover-Songs bekannter Sanges-Kolleginnen ihren Weg aufs Album gefunden.
 
Doch leider zeigt sich hier, dass das Sprichwort »Gut Ding will Weile haben« nicht immer zutrifft. Zu wenig zwingend sind Gustafssons Songideen, zu wenig pointiert ihre interpretatorischen Fähigkeiten. Und so wurschtelt sie sich mitunter recht ungelenk durch in ihre Songs, wie etwa bei »I Think Of You« mit seinen ungeraden und wechselnden Taktarten. Darüber hinaus liefern die Cover-Versionen kein Argument, nicht doch bei den Originalen zu bleiben. Bei »Twist In My Sobriety« von Tanita Tikaram etwa rangiert sie zum Ende hin hörbar an der oberen Grenze ihres Registers, was vermeidbar gewesen wäre, und bei Joni Mitchells »Big Yellow Taxi« verliert sie leider deutlich das ACT-interne Duell gegen Cæcilie Norby, die diesen Song unglücklicherweise auf der nur wenige Wochen zuvor erschienenen CD »SISTERS IN JAZZ« mit erheblich mehr Glanz interpretierte.

Gegen Ende des Albums wird es etwas besser, wenn das Trio zeigen kann, welch fulminanter Klangkörper es zu sein vermag, ließe man es nur von der Leine (»Lovely«) oder wenn der Song »Winter Doesn't End« hinten raus zumindest etwas ins Schweben gerät. Insgesamt sind diese Momente aber viel zu selten. (stv)



Siehe auch:
Cæcilie Norby

Video-Link

   

When You Make Me Smile
(2014, ACT/Edel ACT9728-2)

Fast alle Songs hat Rigmor Gustafsson für dieses Album selbst komponiert, sie spannt einen Bogen von Bossa Nova über Soul und Jazz – letzteres gelegentlich mit ihrem angestammten Trio (Jonas Östholm – p, Martin Höper – b und Jonas Holgersson – dr) und Gästen wie Karin Hammar (tb) und dem häufig und geschmackvoll solierenden Magnus Lindgren an Saxophonen, Flöte und Klarinette.

Häufig sind Musiker und Sängerin zudem eingebettet in warme Streicherarrangements – das wirkt manchmal opulent und manchmal erstaunlich luftig. »Nobody Does It Better« - der alte James Bond-Schleicher gefällt, auch das bluesige Duo mit Eagle-Eye Cherry. Das sind gute und schöne Momente, wobei natürlich die individuelle Kitsch-Grenze des Hörers die entscheidende Rolle spielt: für die einen ist la Gustafsson eine Diva, die mitsamt Orchester in die Carnegie Hall gehört. In den Ohren anderer ertrinkt die brave Rigmor in einem Meer aus Zuckerwatte. (tjk)



Siehe auch:
Magnus Lindgren

   

Alone With You
(2007, ACT/Contraire 9717-2)

Hut ab, Frau Gustafsson! Nach doch eher mediokren Veröffentlichungen der letzen Zeit hat sich die Lieblingssängerin von ACT und Teilen der deutschen Presse wohl gedacht: Ok, wenn's schon mit Standards und Covers nicht so ganz zur Champions League reicht, dann schreib' ich mir die Stücke eben selbst. Und es klappt!

Quer durch alle jazznahen Stile komponiert und textet sich Rigmor Gustafsson. Freilich gibt sie acht, dass keine scharfen Ecken oder Kanten das Mainstream-Kleidchen ritzen könnten; sie bleibt also lieber auf der sicheren Seite. Mit dem feinen Pianisten Jonas Östholm, Max Schultz (g), Produzent und Basser Lars Danielsson sowie US-Drummer Eric Harland kann nichts schief gehen, weder bei Bossa im Titelstück noch bei Soul, Swing oder was auch immer. Schöne Stücke, schön gespielt, schön gesungen, und nicht einmal Nils Landgren singt irgendwas kaputt (war wohl in Urlaub?). Weiter so! (tjk)

   

Sings The Music Of Lichel Legrand - On My Way To You
(2006, ACT/Contraire 9710-2)

Nach der reichlich misslungenen Dionne Warwick-CD hat sich Rigmor Gustafsson für dieses Projekt wieder einen jazz-näheren Komponisten ausgesucht: den großen französischen Komponisten Michel Legrand, aus dessen Feder auch unzählige Songs aus Filmen und Musicals stammen.

Leider zündet auch dieses Unternehmen nicht recht; die Arrangements von Nils Landgren sind schlichtweg zu brav. Rigmor Gustafsson fehlt es an Ausdruck, und auch stimmlich gerät die Schwedin in höheren Lagen an ihre Grenzen, siehe »Windmills Of Your Mind«. Bleiben unterm Strich nur ein paar ganz schöne und schön gesungene und schön gespielte Songs: »You Must Believe In Spring«, »Once Upon A Summertime«, und auch das Duett »How Do You Keep The Music Playing« mit Magnum Coltrane Price geriet sehr apart. (tjk)

   

Close To You
(2004, ACT/Contraire 9703-2)

»Dionne ließ die Musik strahlen«, meint Rigmor Gustafsson. Es war ihr daher eine Herzensangelegenheit, sich mit einer Tribute-Platte ihrem Idol, der Soul-Sängerin Dionne Warwick, und damit auch dem Autoren-Duo Burt Bacharach/Hal David, zu nähern. Als Begleiter holte sie sich das wunderbare Jacky Terrasson Trio ins Haus, als Produzenten wieder den Posaunisten Nils Landgren.

Da kann eigentlich nichts schiefgehen, denkt man sich. Und tut es doch. Vieleicht sind Evergreens wie »Walk On By«, »I'll Never Fall In Love Again« oder »Raindrops Keep Falling On My Head« einfach zu übermächtig für eine stimmlich eher brave Sängerin wie Gustafsson, um gegen die legendäre schwarze Diva zu bestehen? Wirklich schade, wenn solche Weltklasse-Songs zur unauffälligen Lounge-Muzak verkommen. (peb)

   

I Will Wait For You
(2003, ACT/Contraire 9418-2)

Wie Nils Landgren stammt Rigmor Gustafsson aus dem südschwedischen Värmland. Und wie er hat sie eine Schwäche für verträumte Jazz-Balladen. So kommt es, dass Nils Landgren nicht nur im Hintergrund als Drahtzieher für »I WILL WAIT FOR YOU« fungiert: Er produzierte, wählte zusammen mit Rigmor Songs aus, setzt Akzente mit Posaune und – bei drei Beiträgen – auch als Sänger.

Begleitet von Pianist Roberto Gioia, Bassist Lars Danielsson, Drummer Wolfgang Haffner und dem Flesh Quartet tauchen die beiden Jazz-Evergreens wie »Fever« und »Makin' Whoopee«, aber auch den Brel-Song »If You Go Away« oder James Taylors »Fire And Rain« in neues Licht. Rigmor Gustafsson mit ihrer bezaubernden Stimme könnte bald den Status skandinavischer Jazz-Divas wie Monica Zetterlund oder Radka Toneff erreichen. (peb)



Siehe auch:
Rigmor Gustafsson Quintet
Lars Danielsson
Fleshquartet



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