Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Jonathan Johansson
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

En Hand I Himlen
(2009, Hybris HYBR072)

Knietief in den 80ern steht er, der Herr Romantiker aus Stockholm. Die Synthieverliebtheit von OMD, Ultravox und Visage hat im künstlerischen Schaffen des jungen Herrn Johansson tiefe Spuren hinterlassen. Lieber zu viel als zu wenig, wird sich die Nachwuchskraft gedacht und mit der flachen Hand auf den Drumcomputer gehauen haben, damit dieser seine Arbeit auch ordentlich puckernd verrichtet. Dies war mit Sicherheit die einzige unsanfte Aktion, die auf »EN HAND I HIMLEN« stattgefunden hat, dem Debüt des Jungspundes, der seine dekorativ hohen Wangenknochen gekonnt ins Foto zu setzen weiß. Waidwund ist er von den Blessuren, die ihm das Leben und die Mädels geschlagen haben. Dieses Leiden ist leise, sehnsüchtig und schmachtend. Das kann man nur im geschraubten Falsett tun, sonst wirkt das nicht so richtig.

Sehr gefällig ist er ausgefallen, dieser Erstling. Stolpersteine gibt es hier keine. Würde das beschauliche Schlendern behindern, das zu diesen Klängen die einzig passende Gangart ist. Mit ein paar übermütigen Tanzsschritten dazwischen, wenn den Nachwuchs-Melancholiker unversehens die Leichtigkeit des Seins übermannt. Kommt vor. Wenn sich eine südländische Sommersonnigkeit und eine schlaue Töneverliebtheit gegenseitig anhimmeln. Herr Johansson wäre kein Schwede, gelängen ihm in diesem Synthie-Sirup nicht immer wieder unwiderstehliche kleine Popmomente, die abheben wie die Staubflocken auf der Fensterbank nach einem kleinen Windstoß. (emv)

Jonathan Johansson: En Hand I Himlen

Offizielle Website

Offizielle Website      www.myspace.com/jonathanojohansson

   

Klagomuren
(2011, Hybris HYBR085)

Sich dem edlen Weltschmerz hingeben, das ist des urbanen Dandys liebster Zeitvertreib. Im idealsten Fall unter tätiger Unterstützung gefühliger Synthies und androgyner Falsett-Vocals. Willkommen in der schönen Retro-Welt von Jonathan Johansson, der sich auf dem Cover seines Zweitlings »KLAGOMUREN« dezent an der Bildästhetik von Hurts orientiert. Und so dem unbedarften Novizen deutliche Hinweise gibt, wohin die musikalische Reise hier geht: Weiterhin ins hedonistische Wunderland der 80er, in dem feine Blässe und distinguierte Emotionen angenehm laue Gefühlszustände ermöglichen. Dicke Schweißtropfen haben in dieser Schönmenschenwelt nichts zu suchen: Viel zu profan!

In diesem Land der De-Luxe-Gefühle lässt es sich gepflegt flanieren. Oder in der schwärmerischen Songperle »Centrum« sanft gen Schäfchenwolken-Horizont abheben. Der treue Kollaborateur an den Synthies, der famose Johan Eckeborn, lässt die hehren Soundwälle majestätisch in den Himmel wachsen. Nur: In dem rein in schwedischer Sprache eingespielten Album plätschern die Gefühle und Songstrukturen auf gehobenem Niveau dahin. Reihen sich ein wie Zuchtperlen in die Halskette. Das schmückt. Weitgehend wallungsfrei. Reicht das? (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel