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Alle Rezensionen zu Torben Snekkestad
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Plateau
(2016, ILK 251 CD/LP/dig)

Eine veritable Trilogie mit Solo-Musik hat Torben Snekkestad geschaffen, unter dem Dach »The Poetics Of A Multiphonic Landscape« erforscht er die Möglichkeiten von Klang und Improvisation. »PLATEAU« ist das zentrale Bindeglied hierbei.

Schon das die CD eröffnende »Plateau #3« macht klar, was hier zu erwarten ist. Snekkestad ist an Klängen interessiert, er holt ungeahnte Sounds aus Tenor- und Sopransaxophon. Mit Überblastechnik entlockt er dem Tenor Obertöne, er haucht in sein Horn und erfreut sich am Klang der Luft, die durch das Metall streicht wie der Wind durch eine Höhle. Nuancen, minimale Veränderungen werden bei Snekkestad zum Ereignis, er lotet seine Instrumente in den letzten Winkel aus. Snekkestad ist ein begnadeter Techniker, er schöpft aus seinen Erfahrungen mit Jazz, Free Jazz, zeitgenössischer Musik und avantgardistischem Experiment. Sehr spannend, zumindest beim ersten Hören. Wird es ein zweites geben? (tjk)



Siehe auch:
Per Oddvar Johansen
Torben Snekkestad | Barry Guy
The Living Room
Spring

Torben Snekkestad: Plateau

Offizielle Website

Offizielle Website      www.torbensnekkestad.com

   

Winds of Mouth
(2016, ILK 250 CD/LP/dig)

»WINDS OF MOUTH« ist der erste Teil der großen Snekkestad-Solo-Trilogie. Auf dieser CD spielt er Tenor- und Sopransaxophon, Trompete mit Sax-Mundstück, Slide Trompete, Klarinette und Wasserkaraffen.

Wie von einem klangforschendem Avantgardisten vom Rang eines Snekkestad zu erwarten, beginnt »April Flourish« gleich als ein kakophones Kaleidoskop an Klängen, mit Klein- und Kleinstintervallen: Die verschiedenen Instrumente reiben sich aneinander, umspielen sich, lassen voneinander ab und klingen nebeneinander her. Sie verlieben sich, lieben sich, werden sich gleichgültig und treten in Konkurrenz zueinander und trennen sich wieder. Fast wie im richtigen Leben also, mit knapp 37 Minuten jedoch erheblich kürzer. Das mag man bedauern, muss es aber nicht. (tjk)

   

The Reed Trumpet
(LP, 2016, ILK 252LP, White Label)

Nach zwei ambitionierten CDs beschließt Snekkestad seine Trilogie mit einer LP, die nur als auf 100 Exemplare limitierte Vinyledition in ILKs White-Label-Reihe erscheint, in der zuvor STORK, Peter Bruun und Jakob Davidsen mit experimentellen Platten zu hören waren. Anders als die ersten beiden Teile beschränkt sich »The Reed Trumpet« auf elf namenlose Stücke, die allein auf der titelgebenden Hybrid-Trompete mit einem Saxofonmundstück gespielt werden, wie sie häufiger im Jazz verwendet wird und wodurch ein rauerer, kernigerer Klang entsteht.

Auch weil der Norweger hier wieder eher Texturen als Songs auslotet, kommen daher die Unterschiede zu »Plateau« und »Winds of Mouth« deutlich zu tragen. Ähnlich wie Colin Stetson erzeugt Snekkestad also eine sperrige Soundwelt mit dynamischen und oft kantigen Experimenten und Einfällen, die sich zum Teil zu Jazzstücken fügen, zum Teil als unverbundene Forschungsergebnisse stehen bleiben, um so später wieder aufgegriffen und ggf. auch von anderen Musikern weitergeführt zu werden. Letztendlich steht die Albentrilogie als Schlusspunkt von Snekkestads Zeit als Forschungsstipendiat an der Norwegischen Musikakademie, und so bleiben die elf Nummern dieser LP, ganz anders bei bei Stetsons ausgefeilten Stücken, eher unbehandeltes Rohmaterial. (ijb)



Siehe auch:
Simon Toldam Orkester STORK
Peter Bruun
Jakob Davidsens Kammerat Orkester
Colin Stetson

   

Conic Folded
(2009, ILK ILK 153CD)

Torben Snekkestad ist einer dieser vielen Qualitäts-Jazzbläser Norwegens – neben seinen Saxophon-Kollegen Jan Garbarek und Hakon Kornstad ebenso wie neben Trompeter Arve Henriksen. In seinem Ton, der Erweiterung der Spieltechniken, der Suche nach den extrem einfachen wie extrem komplexen Klängen ähnelt er allen dreien – ohne jedoch diesen ganz eigenen, wieder erkennbaren Stil zu finden, den diese alle für sich entdeckt haben.

So gibt es auf »CONIC FOLDED« mystische Versunkenheit à la Henriksen, aber ohne dessen endgültige Tiefe. Technische Rafinessen, aber ohne Kornstads geniale Virtuosität. Und jazzig Melodisches wie von Garbarek, aber ohne dessen große Geste. Handwerklich ist die CD Spitze, mit Jon Balke (Piano) und dem Dänen Jonas Westergaard (Bass) hat Snekkestad auch zwei optimale, namhafte Partner für sein Solo-Debüt gewonnen. Und doch scheint das Album das nur halb befriedigende Ergebnis einer Suche zwischen Bar- und Freejazz, Melodie und Geräusch, Experiment und Konvention zu sein – einer Suche nach dem ganz eigenen, sofort erkennbaren Stil. Den man, bitter aber wahr, einfach haben muss zwischen all den ganzen hochkarätigen Landsleuten. (sep)



Siehe auch:
Arve Henriksen
Håkon Kornstad
Jon Balke
Jonas Westergard



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