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Alle Rezensionen zu Tonbruket
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Nubium Swimtrip
(2013, ACT/Edel ACT 9558-2)

Auch wenn die vier Bandmitglieder nach wie vor gleichwertig auf dem Cover genannt werden, hat sich die Gruppe, nachdem sie vor vier Jahren als »Dan Berglund's Tonbruket« begann, bei Album Nummer drei bereits vollkommen zu »Johan Lindström‘s Tonbruket« gewandelt. Berglund scheint sich, wie zu Zeiten des Esbjörn Svensson Trio doch wohler zu fühlen, wenn er als Teil eines Gefüges wirkt statt dass er sehr im Mittelpunkt steht. Seine Vor-EST-Geschichte als Gitarrist fortschreibend gefällt dem Bassisten Tonbruket offenkundig gut als stark vom rhythmischen Post-Rock geprägte Band, und so überließ er »seinem« Gitarristen den Löwenanteil der Kompositionen und der Produktion. Jeder der drei übrigen Bandmitglieder steuerte hier gerade mal ein Stück bei.

Geblieben ist der unkategorisierbare Tonbruket-Genremix, der über zehn kontrastreiche Songs noch schwelgerischer und ausufernder ausfällt als beim zweiten Album. »Liga« mutet mit der traditionellen Schlüsselfiedel gar orientalisch an, wogegen »The Harmonist« kraftvoll rockig-rhythmisch treibend fast genau so klingt wie Trentemøllers »Silver Surfer«, der diesen Sound aus der Electronica-Ecke kommend zum Drum&Bass-Rock ausbaute, wogegen Tonbruket absurderweise ganz brav im Jazzregal einsortiert werden. Zu Unrecht. Aber was will man machen... – Nicht grämen, einfach mitreißen lassen! Tonbruket sind im Fluss, aber ganz bei sich. (ijb)



Siehe auch:
e.s.t. / Esbjörn Svensson Trio
Hederos & Hellberg
Magnus Öström
Trentemøller

 Tonbruket: Nubium Swimtrip

Offizielle Website

Offizielle Website      http://tonbruket.se

   

Live Salvation
(2018, ACT/Edel ACT9811-2)

Nach vier Studioalben der seit 2009 in gleicher Besetzung agierenden Band um Gründer Dan Berglund (ex-e.s.t.) war es nun an der Zeit für ein Live-Album. Und obwohl es die Tour zum »FOREVERGREENS«-Album war, die im November 2016 im Stuttgarter Jazzclub Bix mitgeschnitten wurde, stammen die meisten Titel aus dem Album »DIG IT TO THE END« von 2011, wohingegen Stücke aus der Debüt-CD leider keine Berücksichtigung fanden.

Alle Stücke haben im Vergleich zu den Studio-Versionen eine deutlich längere Spielzeit, und dennoch bleibt der Hörer zu jeder Sekunde gebannt, wenn er sich auf diese energie- geladene, elegante und nicht selten auch humorvolle Mischung aus pink-floydigen Gitarrenklängen, schwebenden Synthie-Sounds und folkigen Polka-Einsprengseln einzulassen vermag. Man hat geradezu den Eindruck, dass der Band das eher offene Live-Format viel besser steht, als die um Bündigkeit bemühte Studio-Situation, weil sie die Dramaturgie der Stücke in längeren Atemzügen und viel gradueller entwickeln kann.

Auch der Sound geht in Ordnung, nur das Publikum klingt »so weit weg«, ist es im intimen Bix den Musikern doch so nah. Aber nach allem, was man von den Zuhörern mitbekommt, scheinen sie dem Seelenheil (Albumtitel!) tatsächlich etwas näher gekommen zu sein. (stv)



Siehe auch:
Wildbirds & Peacedrums
FIRE!

   

Forevergreens
(2016, ACT/Edel ACT 9811-2)

Auch wenn – oder womöglich gerade weil – es diesmal ganz drei Jahre brauchte, bis sich das schwedische Quartett zu einem neuen Album ins Studio begab, bieten die vier Herren wie schon auf den ersten drei CDs etwas ziemlich Neues, doch wie gewohnt Unkategorisierbares. Diesmal gibt es ein paar Gäste, vier an der Zahl: Ane Brun, die Tonbruket zuletzt als Tourband wählte, leitet die Scheibe mit einem spanisch gesprochenen Intro ein, Klarinettist Per »Texas« Johansson und der kommende Saxofon-Star Anna Högberg wirken mit sowie mit Martin Holm ein zweiter Saxofonist, der »Polka Oblivion« veredelt, einen erfrischenden Mix aus Tango und Folk mit Geigenmelodie (Martin Hederos).

Insgesamt hinterlässt »FOREVERGREENS« einen eher akustischen Eindruck mit vorwiegend entspannten, häufig ruhigen Songs countryesker Stimmung. In »Tarantella« und »Linton« gibt es zwar auch laute E-Gitarren, die ein wenig überraschend kommen, doch Rock steht bei Tonbruket weiterhin für eine ziemlich »postrockige« Auslegung US-amerikanischer Färbung. Man könnte es Jazz-Country-Prog nennen. Es wird wieder viel Gutes geboten. Nicht alle Songs überzeugen gleichermaßen, aber wie schon auf früheren Alben: Die Summe ist mehr als die Einzelteile. (ijb)



Siehe auch:
Ane Brun

   

Dig It To The End
(2011, ACT/Edel ACT9026-2)

Mit dem zweiten Album präsentieren sich Tonbruket ganz offiziell als Quartett, und Dan Berglund wird schon auf dem Cover gleichberechtigt mit seinen drei Mitstreitern genannt: Johan Lindström, Martin Hederos und Andreas Werliin (Fire!, Wildbirds & Peacedrums), wie gehabt. Neu ist auch, dass Gitarrist Lindström sich zum Co-Leader aufgeschwungen hat und mehr als die Hälfte der Songs geschrieben und durch seinen Sound entscheidend geprägt hat. Da Hederos weitere vier Songs schrieb, stammen nur noch zwei vom einstigen Chef Berglund.

Der wilde Stil- und Genremix ist aber geblieben. Wem Album Nummer eins zu unentschieden war, der dürfte auch hiermit nicht recht zufrieden sein. Das wäre aber schade, denn der Abwechslungsreichtum erfrischt - und überzeugt durchweg, egal ob bei der feinen Tortoise-Hommage »Balloons«, dem ausufernden, unvorhersehbaren »Vinegar Heart«, dem halbdunkel pulsierenden »Decent Life«, energisch rockend in »Trackpounder« oder beim Titelsong, einem deftigen Tom-Waits-Rumpler. Jeder Song ist schlüssig. Mehr Rock als Jazz. (ijb)

   

Dan Berglund's Tonbruket
(2009, ACT/Contraire 9023-2)

Nur nichts erwarten! Zumindest nichts, was auch nur entfernt an e.s.t. erinnert, dem Trio mit Esbjörn Svensson und Magnus Öström, dem Dan Berglund über eine Dekade seines musikalischen Lebens gewidmet hat. Mit Tonbruket ist er nämlich auf einem ganz anderen Dampfer unterwegs. Gitarrist Johan Lindström war bei Åström und Zelmani, Tastenmann Martin Hederos spielt sonst bei The Soundtracks Of Our Lives und Drummer Andreas Werliin ist gleichermaßen in Folk und Free zuhause – daran kann man schon vermuten, dass die Tonfrabrik sich nicht um Genregrenzen schert.

Lindström spielt auch Lap Steel und Pedal Steel, slidet im »Sailor Waltz« über hypnotische Rhythmen, abgelöst von einem gestrichenen Bass. Richtig schön anachronistisch folk-gitarrisch klingt »The Wind And The Sea«. Tonbruket erinnern öfters eher an die längst verschüttet geglaubte Klangästhetik des 70er Art Rock, Berglunds frühe Hardrock-Leidenschaft scheint in »Monstrous Colosssus« durch, steht neben Neugier und Lust auf Entdecken neuer Kontinente, Ausloten der Möglichkeiten mit dieser Besetzung. Wirklich schlüssig ist das nicht, vielleicht war sich auch Berglund noch nicht sicher, wohin er mit seiner Tonbrauerei will. Sollte er beim nächsten Mal eher etwas mehr Struktur vorgeben oder lieber der Gruppenimprovisation mehr Raum lassen? Nur nichts erwarten, oder wie der Kölner sagt: Et kütt wie et kütt. (tjk)



Siehe auch:
Kristofer Åström
Anna Ternheim
Nina Kindert
The Soundtrack Of Our Lives



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