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Alle Rezensionen zu Jan Harbeck Quartet
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

The Sound The Rhythm
(2019, Stunt STUCD 19022)

Wie gut, dass es Jan Harbeck gibt, schließlich sind Ben Webster und Paul Gonsalves seit ca. 45 Jahren tot. Der Däne hält jedoch die Tradition des kaugummibreiten Saxophonspiels der genannten Jazz-Veteranen sehr wacker aufrecht – kein Wunder, dass er den »Ben Webster Prize 2018« erhielt, er gilt manchen in seiner Heimat als dessen legitimer Nachfahre. Webster selbst lebte lange in Kopenhagen, daher ist das Verhältnis der Dänen zu Webster ein besonderes. Zurück zu Jan Harbeck: ihm geht es schon lange nicht mehr ums WAS beim Spielen, sondern ums WIE – und da macht ihm in seiner Nische keiner was vor.

Diese Nische nennt sich »Harbeck plays Webster«, und so stammen vier Stücke vom Altvorderen, fünf von Harbeck und »Johnny Come Lately« von Billy Strayhorn. All das passt gut zusammen, vor allem in den Balladen erweist sich Harbeck wieder als Großmeister. An seiner Seite sitzt seit Jahren Henrik Gunde am Piano und Eske Nørrelykke steht am Bass: Ganz brav walkt er durch sein Solo in »Poutin‘«, wie das in den beginnenden 40er Jahren noch üblich war. Zwei Drummer teilen sich die Trommeln, in »Woke Up Clipped« und »Shorty Gull« sind gar beide am Werk – nicht dass das sonderlich auffiele. Der Rest fällt auch nicht sonderlich auf, aber egal: Jan Harbeck hat seine Nische gefunden, und da macht ihm keiner mehr was vor. (tjk)

Jan Harbeck: The Sound The Rhythm

   

In The Still Of The Night
(2008, Stunt STUCD 08202)

Leise, ganz leise schleicht sich Jan Harbeck in seine CD, wahrscheinlich trägt er auch im Studio Anzug und Krawatte. Gute Manieren sind ihm sicher ebenso eigen wie ein gepflegter Sound – ist er der neue Saxophon-Flüsterer, der Frauenherzen und CD-Spieler dahinschmelzen lässt? Harbeck beschränkt sich hier auf Balladen-Standards und kultiviert einen Musizierstil, der an Paul Gonzalves aus Ellingtons Big Bands erinnert, auch Lester Young und Dexter Gordon kommen in den Sinn. Zudem lässt er sich und seinem Quartett Zeit: »La Rosita« dauert stolze zehn Minuten, hinterher ist alles wie zuvor.

Henrik Gunde lässt Piano-Soli wie Kaskaden tröpfeln, Eske Nørrelykke steht stoisch am Bass, ziemlich unterfordert hingegen ist Stardrummer Kresten Osgood. Harbeck selbst haucht viel Luft in sein Horn – das macht sich gut, und darum ist diese CD auch eine ganz heiße (und ehrliche!) Empfehlung für alle, die eine richtig schöne Jazz-Balladen-CD suchen. Nennen wir das gerne Schmuse-Jazz. Nach 70 Minuten gute Nacht. (tjk)



Siehe auch:
Kresten Osgood og Hvad Er Klokken
Kresten Osgood Trio



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