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Alle Rezensionen zu Svarte Greiner
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Kappe
(2009, Type TYPE033)

Aller Anfang ist Rauschen. Aus der Düsternis steigt »KAPPE« herauf, ein grummelnder Brei aus klirrendem B-Movie-Klimbim und schauerlichem Schmerz. Ein Entkommen ist zwecklos, also wird sich diesem Ambient/Drone ergeben. Ganz freiwillig und mit eben der gleichen Gewissheit, dass der Tod auf uns alle wartet. Früher oder später. Der Norweger Erik Skodvin aka Svarte Greiner schickt aber schon einmal vorab seine Totengrüße aus dem Jenseits der zerfurchten Fjorde. Mit kühler Hand und schauerlichen Klängen, die immense Intensität nicht nur vortäuschen. Hier sackt die Temperatur schlagartig unter Null und die Nackenhaare stehen stramm zu Berge.

Man weiß dabei nicht so genau, aus welchen Quellen Svarte Greiner seine Geräusche extrahiert. Aus elektrischen Gitarren, aus offenen Hinterköpfen seines Laptops oder von U-Bootfahrten in den Mariannengraben? Alles verharrt mysteriös und überaus gespenstisch wie ein verschlingender Alptraum, der mit jedem Druck auf die Play-Taste von Neuem beginnt und einem genüsslich die Luft abdreht. In diesem Album steckt mehr Wahrheit und mehr Dämonisches als viele werden ertragen können. Es ist Musik aus dem Inneren der Unzufriedenheit. Ein Grollen, ein Todeshauchen in erbärmlich aussichtlosem Schwarz. (maw)



Siehe auch:
Erik K. Skodvin
Juv
Alexander Rishaug
Deaf Center

 Svarte Greiner: Kappe

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.miasmah.com

   

Black Tie
(2013, Miasma/Morr Music / Anost MIACD023/MIALP023)

Skodvins erstes (eigenes) Soloalbum auf seinem Miasmah-Label könnte typischer nicht sein. Auch wenn die Stücke ursprünglich für zwei Installationen der Tromsøer Künstlerin Marit Følstad entstanden, die 2012 im dortigen Nordnorwegischen Kunstmuseum und bei LAUTOM Contemporary Oslo präsentiert wurden, können die beiden gut 20-minütigen Tracks mühelos auch unabhängig des Ausstellungskontexts bestehen. Skodvin arbeitete sie entsprechend albumkompatibel um.

Auf der Vinylausgabe funktioniert die Gegenüberstellung gleich nochmals so gut, denn während »Black Tie« eher die akustische, minimal-bluesige Richtung des langsam pulsierenden Cellos wie auf dem letzten Album »Flare« einschlägt, baut sich »White Noise« im »creepy« Dark-Ambient-Stil langsam und bedrohlich zu einem unablässig schimmernden Drone-Monster zwischen Synthesizer und dissonanten Streicherklängen auf. Kaum vorstellbar, was diese eindringliche Sound-Art mit Ausstellungsbesuchern angestellt haben mag... (ijb)

   

Penpals forever (and ever)
(2010, Digitalis/Boomkat digi056cd)

Freunde dunkler Musik, »Dark Ambient«, improvisierter Gitarrenskulpturen, assoziativer Klangräume, dies ist für euch. Kein so überbordender Rausch wie noch »Kappe« im Vorjahr, vielmehr ein Forschen in den Möglichkeiten, die das Gitarrensolo mit allerhand Effektboxen, Pedalen und Verfremdungen noch bieten könnte. Dies ist eine logische Fortschreibung von Skodvins ersten fragilen Platten, etwa bei Type, vorausschauend, was nach »Kappe« folgen würde (mit Deaf Center und »Flare«).

Die ersten Tracks, elf bis 15 Minuten lang, erschienen 2008 auf der auf 180 Exemplare limitierten Kassette »PENPALS FOREVER«. Für die CD ergänzte Skodvin sie um drei neue Stücke. Den unmittelbarsten (emotionalen) Eindruck machen das eröffnende, epische »211« (vormals ohne Titel) und das abschließende »233«, das zwischen der einzelnen, weit verlorenen Gitarre und dröhnender Fülle aus Effekt, Noise, Echo, Rausch, Lautstärke wandert und damit dem Konzertgefühl von Svarte Greiner am nächsten kommt. Im Mittelteil wähnt man sich nicht selten in einem Soundtrack von David Lynch. (Eine abgegriffene Floskel, ja, aber dennoch sehr adäquat.) Melancholie und Unwetter. (ijb)



Siehe auch:
Otto A. Totland
Marcus Fjellström



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