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Alle Rezensionen zu Útidúr
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Í Göngutúr
(2009, Eigenverlag)

Macht tanzen alleine Spaß? Macht feiern alleine Spaß? Macht musizieren alleine Spaß? »Nein, nein , nein!« rufen Útidúr und stürmen in Dutzendstärke die Bühne, um diesem Missstand abzuhelfen. Die vielköpfige isländische Spaßtruppe packt zum Walzer die Trompete aus, zum Seemansgarnspinnen das Schifferklavier und zum Bossanova die Fiedeln. Junge und Mädchen liefern sich mit ihren Stimmen einen spaßigen Kampf der Geschlechter, der nur in Gelächter enden kann. Diese unbändigen musikalischen Erben der Kleinen Strolche zelebrieren mit Verve den anarchischen Spaß an der Tanzmusik. Temperamentvoll, mitreißend. Dass ein gewisser ironischer Dilettantismus gepflegt wird, hat mit der Hitze des Gefechts auf dem Tanzboden zu tun. Diese Wizzkids scheren sich nicht ums Schönspielen, wenn es um die Sache geht. Und die heißt: Ausgelassen lächeln, hingerissen schunkeln. Ohne ein liebevolles Bekenntnis zum rebellischen Zitatkitsch geht da garnichts.

»Í GÖNGUTÚR« ist eine unwiderstehliche Gute-Laune-EP, die jede graue Wolke am Horizont energisch vertreibt. Mit Albernheit, mit Leidenschaft. Balkanrevoluzzer gehen Arm in Arm mit isländischen Blaubeerkapitänen, die wunderbare Amélie schäkert mit südamerikanischen Sombreroträgern. Und mühelos hebt das volle Dutzend ab und schwebt auf einer wippenden, vielfarbigen Wolke über dem Hafen von Reykjavik souverän hinauf zu den discokugelglitzernden Sternen. (emv)

 Útidúr: Í Göngutúr

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/utidur

   

This Mess We´Ve Made
(2010, Record Records)

Wenn »Die Fabelhafte Welt der Amélie« statt in Paris in Reykjavik spielte, dürften keine anderen Musiker als Útidúr den Soundtrack zum Film komponieren. Auf liebevolle Weise handgestrickt geht die isländische Großgruppe mit ihrem ersten Longplayer »THIS MESS WE´VE MADE« auf Koboldjagd in der ländlichen Metrople: Großäugig, quirlig, immer auf Kapriolen aus. Folkpop mit einem frechen Glitzern in den Augen ist es, was die Zwölf hier betreiben, getragen vom spielerischen Geschlechterkampf der Stimmen von Gunnar Örn und Kristinn Roach.

Darüber, dass sich hier einige Tracks der ersten EP wiederfinden, wollen wir uns nicht echauffieren. Sondern uns vielmehr am angetrunkenen Piano festhalten, wenn die Mariachi-Bläser in den Sonnenuntergang reiten und die Geigen auf schwankenden Schiffsbohlen in einem traurigen Walzer ausbrechen. Erwachsenwerden heißt auch, dass dauerhaft gute Laune schlecht für die Seele ist. Es ist so viel Schönheit in graublauer Melancholie zu entdecken, wenn der Nebel vom Hafen hochzieht! Útidúr geben sich gefühlig dem Herzschmerz hin. (emv)



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