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Alle Rezensionen zu Jónsi
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Go Live
(2010, Parlophone/EMI 50999-6298952)

Erst wenige Monaten vorher verblüffte der Sigur Rós-Sänger Jonsi durch sein erstes Solo-Album »GO«, das im Vergleich zu den Band-Werken etwas reduzierter, experimentierfreudiger und vor allem sehr viel rhythmus-betonter daherkam. »GO LIVE« nun ist mehr, weit mehr als nur die Live-Fassung dieses Albums. Denn zum ersten wirken die im Studio fast etwas überproduzierten Songs im Bühnen-Outfit sehr viel direkter und intensiver. Und zum zweiten agieren die Musiker bei ihrem Belgien-Auftritt im Mai 2010 brillant und hoch konzentriert – regelrecht in ihrer Musik »lebend« treten sie den Beweis an, dass sich Live-Aufnahmen mitnichten hinter Studioaufnahmen verstecken müssen, auch nicht hinsichtlich ihrer Klangqualität.

Zum Dritten erhöht das aufwändig gestaltete Booklet (um nicht zusagen: »Büchlein«) die Wertigkeit. Und zum Vierten steckt zusätzlich eine DVD im Schuber, auf der man Jonsis ersten öffentlichen Solo-Auftritt – es war in London im März 2010 – optisch mit verfolgen kann. Wie bei Sigur Rós gewohnt wird das Bildmaterial verfremdet, von Interviews und artifiziellen Zwischenfilmchen unterbrochen und so in der Gesamtheit zu einem in jeder Hinsicht beeindruckenden Gesamtkunstwerk, das einmal mehr beweist: In Island ticken die Uhren anders, berührt die Musik noch tiefer, finden die bildenden Künstler zu einer noch individuelleren Sprache. Wen wundert's: Jón Þór Birgisson alias Jonsi und seine Band sind nicht umsonst neben Bjørk die geschätztesten und wichtigsten Musiker von der Vulkan-Insel. (peb)



Siehe auch:
Sigur Rós

 Jónsi: Go Live

Offizielle Website

Offizielle Website      http://jonsi.com

   

Go
(2010, Parlophone/EMI 50999 -6298952)

Sigur Rós kann mit Fug und Recht von sicht behaupten, DAS Aushängeschild für isländische Rockmusik zu sein. Auf ihrem letzten Album fiel ein Lied besonders auf: Der antreibende, perkussive Sommersong »Gobbledigook« war so ganz anders als das ätherische und doch gewaltige Beben. Es war anscheinend Sänger Jon Thor Birgisson, der diesen neuen Drall gab, denn sein Solo-Debüt klingt wie eine konsequente Fortsetzung jenes Songs.

Die sehr dicht arrangierten, manchmal kaum erfassbaren Strukturen explodieren in trommelnden Kaskaden; irisierende Glöckchen und Klingeln flackern wie Nordlichter, und über allem schwebt Jónsis hymnische Falsett-Stimme. Auch langsamere Ruhepunkte kommen zwar zu ihrem Recht, doch selbst hier wirkt es, als hätte es der Sänger nicht lassen können, alle Bandspuren mit Instrumenten vollzustopfen. Oder war das der Einfluss des durch Anthony & The Johnsons bekannten Produzenten Nico Muhly? (peb)



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