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Alle Rezensionen zu Kasper Bjørke
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Standing On Top Of Utopia
(2010, hfn music/Rough Trade)

Der blasse Lockenkopf gibt den Nerd. Den eckig-hölzernen Schlaumeier, der in der Disco unbemerkt am Rand stünde, wenn, ja wenn: er die Menge nicht von der Bühne aus auf die intelligenteste und verführerischste Art auf der Tanzfläche auf Abwege führen würde. Kasper Bjørke, seit Jahren eines der prägenden Gesichter der Kopenhagener Club-Elektronikszene, entwirft auf seiner zweiten Veröffentlichung »STANDING ON THE TOP OF UTOPIA« seine ganz eigene Sicht auf perfekte Zukunftsszenarien. Unwiderstehliche Bass-Loops, präzis-verträumte Synthies und ausufernde künstliche Klangspielereien bilden dabei nur die breite Plattform, von der aus Bjørke abhebt in die wilde Wunderwelt der Zitate und Anspielungen: Discofieber, ägyptischer Reggae, die Talking Heads in ihrer Hochphase, die Rolling Stones und und das neugierige, geradezu nichtsnutziges Sich-Treiben-Lassen gut gemachter Popsongs stehen Pate. Verhaltene Euphorie, unbedingte Hingabe. Hui!

Bjørke lässt sich Zeit. Lässt die elektronischen Blubbereien wie ein Bächlein ihren eigenen Weg durch die Wiesen talabwärts finden. Mal verträumt, mal trotzig, mal wütend gurgelnd. Von eigenbrötlerischem Solistentum hält der Meister nichts und hat eine ganze Phalanx von Gastmusikern mit an Bord geholt: Louise Foo von Giana Factory und Thomas Höffding von WhoMadeWho steuern Vocals bei, und Kumpel Tomas Barfod vom gemeinsamen Nebenprojekt Filur sowieso. Kasper Bjørke beweist mit dem Zweitling, dass er über das Sternschnuppen-Phänomen schon längst hinaus ist und sich in Richtung eines veritablen Komete (mit Schweif!) entwickelt. Puuh! (emv)



Siehe auch:
WhoMadeWho
Filur
Trentemøller
Giana Factory

Kasper Bjørke: Standing On Top Of Utopia

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.kasperbjorke.com

   

Fool
(2012, hfn music hfn14cd)

Krass, sind das etwa uralte Skizzen, die Depeche Mode 1984 verworfen haben - als sie sich für ihren dunklen Alternative-Electro vom Disco-Pop abwandten...? »Deep is the Breath« könnte damals auch einer gemeinsamen Studiosession von Martin Gore, den Eurythmics und Sarah Cracknell von Saint Etienne entsprungen sein, »Sunrise« bedient sich bei Visage, »Lose Yourself to Jenny« bei Ryan Paris’ »Dolce Vita«. Kasper Bjørke scheint sich für aktuelle Clubtrends nicht die Bohne zu interessieren, allenfalls fürs große Revival der Achtziger-Jahre-Sounds, Neue Deutsche Welle inklusive.

Die erste Hälfte (»Hungry Side«) seines drittem Soloalbums »FOOL« ist geprägt von New-Wave-Popsongs mit Sänger Jacob Bellens, (Murder, I Got You On Tape); die zweite (»Foolish Side«) dagegen von pluckernden, ausufernden Electro-Jams zwischen 90er Acid-Techno und 80er Euro-Dance. Bjørkes Liebe zu dem alten Kram geht sogar soweit, dass er die längst vergessenen Laid Back ins Studio holte, woraus das zehn Minute lange Synth-Krautrock-Gewurste »Bohemian Soul« entsprang. Viel Retro, viel Beliebigkeit, wenige spannende Momente. Der Hörer wird fast nie gepackt, und in Erinnerung bleibt auch nichts. (ijb)



Siehe auch:
Murder
I Got You On Tape
Laid Back



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