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Alle Rezensionen zu Tuija Komi
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Joulu & Jul
(2016, Eigenverlag Tuija Komi)

Gäbe es nicht schon einen Weihnachtsmann, ginge der Titel der Weihnachtsfrau sicher an Tuija Komi – will sagen: Ihr nimmt man die Begeisterung für das Fest der Freude rundheraus ab. Entsprechend gut gelungen ist auch ihre Sammlung von Weihnachtsliedern aus Finnland (sechs), Schweden (zwei), Dänemark und Norwegen (je eines) sowie zweier deutscher Klassiker. Tuija Komi beschränkt sich nicht auf einfaches Absingen der größtenteils sehr bekannten Lieder, mit ihrem bewährten Trio verpasst sie den Stücken ein schickes Jazz-Mäntelchen: Die Münchner Top-Musiker Walter Lang am Piano, Peter Cudek am Bass und Martin Kolb am Schlagzeug swingen wo es möglich ist und begleiten einfühlsam die sanfteren Songs.

In Eero Koivistoinens und Juice Leskinens »Tanssivat Porot« kann man tatsächlich fast Rentiere tanzen hören, so fröhlich trabt der Song dahin. Unter das dänische »Mitt Hjerte Alltid Vanker« legt Kolb einen nervösen Drum&Bass-Beat und belebt das Lied dadurch enorm. Und eigentlich hätte ihr jemand sagen sollen, dass »Stille Nacht« unendlich abgedroschen ist – allerdings tröstet Cudeks richtig schönes Solo darüber hinweg. »Leise Rieselt Der Schnee« veredeln sie mit einem griffigen Piano-Riff und einem swingenden Solo von Lang. Mit Jean Sibelius‘ »En Etsi Valtaa Loistoa« (dt. Ich suche keine Macht, keinen Glanz) schickt uns Tuija Komi klassisch-getragen ins Schneegestöber. Möge der Joulupukki (finn. Weihnachtsmann) auf seiner Rentierschlitten-Reise über das Himmelszelt einige dieser CDs unter die Weihnachtsbäume legen. (tjk)

Tuija Komi: Joulu & Jul

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.tuijakomi.de

   

Midnight Sun
(2018, Chaos Records CACD 8501)

Tuija Komi wird immer besser – es wäre auch blöd, wenn’s anders wäre! Auf »MIDNIGHT SUN« versammelt die finnische Münchnerin das ihr eigene Sammelsurium aus verschiedenen Stilen und Stimmungen – von swingendem Jazz über Carole Kings »It’s Too Late« bis zu neuerem Pop wie Jenni Vartiainens »Suru On Kunniavieras«. Und Tuija Komi wäre nicht Tuija Komi, hätte sie nicht wieder einen witzigen Knaller dabei: »Peppi Pitkätossu« heißt auf Deutsch natürlich »Pippi Langstrumpf«.

Ganz fein ihre swingende Version von »Thank You For The Music«, und das ist auch ihre Stärke: Bekannte Songs so umzumodellieren, als wären sie nie Pop-Hits oder ähnliches gewesen. Wenn sie sich allerdings »Music Is The Magic« von Abbey Lincoln vornimmt, muss der Vergleich einfach zu ihren Ungunsten ausfallen, auch schmalzige Balladen wie »Gabriella’s Song« kann sie sich eigentlich sparen. In mittleren Tempi ist sie viel besser: Dusko Goykovich‘s »Samba Tzigane« kommt richtig gut, nicht zuletzt weil die Trompeten-Legende selbst mitspielt. Ganz apart auch »Sinua, Sinua Rakastan«, ein altbekanntes Liebeslied des großen Kaj Chydenius. Wie immer wird sie sehr geschmackvoll und kreativ begleitet von den Münchner Kapazundern Walter Lang, Peter Cudek und Martin Kolb. Der Titel übrigens ist die einzige Eigenkomposition von Tuija Komi auf diesem Album. (tjk)

   

Satumaa
(2017, Enja ENJ-9651)

»Midsummer Jazz Tango from Finland« lautet der Untertitel dieser CD, das trifft aber nicht ganz, was auf »SATUMAA« versammelt ist. Auf jeden Fall hat Tuija Komi, finnische Frohnatur aus München, ihrem Quartett eine Pause gegönnt und wagt sich nur mit dem Akkordeonisten Vlad Cojocaru aus Moldawien auf die Bühne und ins Studio. Das klappt prima, Cojocaru ist ein versierter Musiker, der vor allem im Sinn hat, die Sängerin gut klingen zu lassen – er erweist sich als sehr einfühlsamer Begleiter. Tuija Komi selbst singt richtig gut, ihre Stimme trägt auch ohne ihr angestammtes Trio.

Allerdings erweist sich »SATUMAA« (dieser Klassiker ist leider gar nicht dabei) als veritabler Gemischtwarenladen: Die wenigen finnischen Tangos wie »Pieni Sydän« und »Miksi Juuri Hän« sind auch in dieser kleinen Besetzung toll, hier ist Tuija Komi in ihrem Element. Daneben macht sie Ausflüge in den argentinischen Tango mit Astor Piazzollas »Libertango« und »Por Una Cabeza« von Carlos Gardel, singt Jobims »Chega De Saudade« - das ist nicht sensationell gut, hat aber sehr viel Charme. Warum sie jedoch Stevie Wonders »You And I« und den zu Tode ausgelutschten »Pink Panther« aufnehmen musste, bleibt ihr Geheimnis. Schade, denn besonders die finnischen Tangos sind wirklich sehr schön! (tjk)

   

Something
(2013, GKM Music EC 555-2)

Tuija Komi hat sich vorteilhaft weiterentwickelt – vor allem stimmlich, da kann sie inzwischen mit ihrer schon immer vorzüglichen Bühnenpräsenz mithalten. Prinzipiell bleibt sie sich treu mit einer gelungenen Melange aus Standards, Pop-Covers und finnischen Klassikern. Viel dazu beigetragen hat ihre seit längerem eingespielte Band mit der Münchner Top-Rhythmusgruppe Peter Cudek am Bass und Martin Kolb am Schlagzeug, Mastermind an den Tasten und Arrangeur ist Star-Pianist Walter Lang.

Schon »Don’t You Worry ‘Bout A Thing« von Stevie Wonder federt leicht und kommt gut – den (ver)ehrt die in München lebende Finnin erneut auf dieser CD. Ganz fein gelungen auch die Ballade »Five O’Clock In The Morning« von und mit der Trompeten-Legende Dusko Goykovich. Überraschend anders klingt – über einem fast durchgehendem Piano-Riff - Sades »Your Love Is King«. Natürlich dürfen finnisch gesungene Songs nicht fehlen: »Nuoren Tytön Valssi« von Eero Koivistoinen und »Myrskyluodon Maija« gewinnen geradeheraus, zum Schluss überzeugt Tuija Komi mit einer seltenen Eigenkomposition: »Every Tear« macht tatsächlich Lust auf mehr! (tjk)

   

Rempallaan
(2009, Radau Records 0910027)

Um der in München lebenden Finnin Tuija Komi gerecht zu werden, sollte man sie live singen oder wenigstens sprechen hören, oder man muss auf Fotos den Charme und die Freude gesehen haben, die aus ihren Augen blitzen. Das alles vermittelt eine CD natürlich kaum, doch bietet diese die typisch finnische Mixtur aus Pop-lastigem Tango, swingendem Jazz, gemütlichem Bossa Nova und melancholischen Liebesballaden. Die Band agiert routiniert, vielleicht sogar schon ein wenig zu abgeklärt.

Tuija Komi scheint vor allem ein Bühnenmensch zu sein – wovon man sich bei diversen Finnland-Festivals oder DFG-Feiern überzeugen konnte. Bei »Tanssivat Porot« (Tanzende Rentiere) weht sogar einen Hauch Nordland-Flair heran, doch ihre an Joiks angelehnten Einwürfe bleiben dort nur folkloristischer Kitsch. Trotz aller Sympathie für diese liebenswerte Exil-Finnin muss man feststellen, dass zum Top-Profi-Niveau noch ein gutes Stückchen fehlt. (peb)



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