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Alle Rezensionen zu Magnus Lindgren
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Stockholm Unlimited
(2018, ACT/Edel ACT 9846-2)

Diese Aufnahme hat eine Vorgeschichte: 1969 nahm der US-amerikanische Jazz-Flötist Herbie Mann für Atlantic das legendäre Album »Memphis Underground« auf, das beim Rolling Stone auf Platz 86 der 100 besten Jazz-Alben rangiert. An diese Aufnahme wollten die Produzenten Siggi Loch und Nils Landgren erinnern, als sie den ACT-Hausflötisten Magnus Lindgren ins Studio schickten. Analog zu den damaligen »Memphis Boys« kam eine schwedische Allstars-Band mit ins Studio, die für einen blitzsauberen, hochglanzpolierten Edelsoul mit funkiger Note sorgte, dem freilich eben deshalb weitestgehend der stil-immanente »Dreck« fehlt. Und da Lindgren (zum ersten Mal auf einem eigenen Album) das Saxophon gänzlich beiseite ließ, entstanden eher fließend-weiche Interpretationen, zumal die internationalen Gäste wie Till Brönner (p) und Nils Landgren (tb) nur sporadisch eingriffen und keine weiteren Ecken und Kanten setzten.

Wohl gemerkt: »STOCKHOLM UNDERGROUND« ist keine Coverversion der erwähnten Vorlage. Die meisten Titel stammen aus Lindgrens Feder, und es sollte lediglich eine ähnliche Stimmung erzeugt werden. Es gibt nur eine Überschneidung mit Herbie Manns Referenzalbum: den Aretha-Franklin-Klassiker »Chain Of Fools«. Während Mann sich seinerzeit über zehn Minuten daran abarbeitete, erledigt Lindgren das in knapp vier Minuten. Das im »Original« ausschweifende Gitarrensolo verdichtet sich nun auf ganze 16 Takte. Und so wird dieses Album mit seinem auch klanglich sehr komprimierten und basslastigen Sound (irgendwo muss die »Tiefe« ja herkommen) unweigerlich auch zu einem Anschauungsbeispiel über veränderte Hörgewohnheiten und Klangvorstellungen. Die Retro-Stimmung wurde dennoch einigermaßen eingefangen, und man mag eine Ahnung von der Atmosphäre des Klassikers bekommen – auch wenn man ihn nicht kennt. Aber Mann wusste damals genau, warum er sich besser nicht durch »A Whiter Shades Of Pale« flötete. (stv)



Siehe auch:
Nils Landgren Funk Unit
Daniel Karlsson
Oddjob
Ida Sand

Magnus Lindgren: Stockholm Unlimited

Offizielle Website

Offizielle Website      www.magnuslindgren.com

   

Souls
(2013, Higher Ground / Gazell Records/Edel 0209026CTT)

Als Schwedens Antwort auf Quincy Jones wird Magnus Lindgren (auch von QJ selbst) gefeiert, ob das so stimmt? Jedenfalls ist der Saxophonist inzwischen ein echter Smartie. Im Gegensatz zu früher setzt er auf »SOULS« erstmals auf Gesang (wobei er selbst sich hierbei zurück hält – hallo, Nils Landgren!) und wartet gleich mit einem halben Dutzend Stars auf.

Den Titel nebst drei anderen übernimmt kein geringerer als Gregory Porter, der Superstar in Sachen männlicher Jazz-Gesang, und das macht er sehr schön. Auch Rigmor Gustafsson, Marie Fredriksson und Anna Christoffersson haben jeweils einen Song, ebenso Mark Reilly und Ivan Lins. Einige Bekannte aus Schweden und der Latin Jazz-Szene also, womit auch der musikalische Rahmen abgesteckt ist: viele brasilianische Einflüsse, noch mehr smoothe Sounds und ganz viel relaxte Stimmung – so klingt eine Caipirinha mit schwedischen Erdbeeren. Besonders Gitarrist Leonardo Amuedo fällt positiv auf, er hat einige schöne Soli auf der akustischen. Ira Coleman spielt verschiedene Bässe ebenso groovig wie Rhani Krija diverse Percussion und Drums. Selbstverständlich lässt sich Lindgren nicht nehmen, einige richtig gute Sax- und Flöten-Soli rauszuhauen. Zum Ende gibt’s eine sanft groovende instrumentale Version von »Wrapped Around Your Finger«.Die Sänger/-innen stehen dennoch im Mittelpunkt, Gregory Porter sticht heraus, und Magnus Lindgren ist zumindest die schwedische Antwort auf Torsten Goods. (tjk)



Siehe auch:
Rigmor Gustafsson
Marie Fredriksson

   

Batucada Jazz
(2010, Enja/Edel ENJ-9554 2)

Sapperlott – das geht aber in die Beine! Mit einer vielköpfigen Band – fast alles südamerikanische Musiker, darunter aber auch Bassist Magnum Coltrane Price und Posaunist Nils Landgren – nahm Saxofonist Magnus Lindgren sein fünftes Album unter eigenem Album in Rio De Janeiro auf. Der erste Song »Alligator« explodiert regelrecht in einem Feuer aus brasilianischer Rhythmik, hitzigem Swamp und lässigen Hardbop-Soli. So in dieser Kombination hat man das bislang selten gehört, denn das Ergebnis wird Samba-Freunden zu rockig, Soul-Fans zu südamerikanisch und Jazzern zu wenig intellektuell klingen.

Danach geht's zwar etwas distinguierter zur Sache, aber das weltmännische Laisser-faire dieses famosen Openers blitzt immer wieder durch, so etwa bei »Farofa« oder »Jungledance«. Der Schwede, der schon in den Bands von Herbie Hancock oder Joe Sample spielte, sitzt anscheinend gern zwischen allen Stühlen, und als Hörer setzt man sich da gern dazu. (peb)



Siehe auch:
Nils Landgren



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