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Alle Rezensionen zu Lasse Marhaug
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

All Music at once
(2010, Smalltown Superjazzz STSJ162CD)

Nach eigener Aussage wollte Marhaug mit dieser CD ein »großes Popalbum des Noise« herausbringen. Er arbeitete rund ein halbes Jahr intensiv an dieser Platte, lud eine Handvoll exzellenter Kollaborateure ins Studio ein und packte all sein Können, seine Vielseitigkeit und große Hoffnungen rein: »ALL MUSIC AT ONCE«, ein programmatischer Titel. Fürs Cover wurde sogar eigens ein Shooting mit Model im designten T-Shirt organisiert. Unglücklich verlief allerdings die Veröffentlichung. Smalltown-Superjazzz-Labelmacher Joakim Haugland war gesundheitlich verhindert und ohnehin überarbeitet; zudem ging Marhaugs Platte zwischen vielen anderen Supersound-Platten unter. Zum großen Bedauern Marhaugs. Er meint, irgendwo müssten noch etliche CDs lagern, denn kaum jemand habe von ihr Notiz genommen.

Dabei hätte sein knapp 50-minütiges Noise-Popalbum alle Aufmerksamkeit verdient - und, ja, selbstredend auch über die Genregrenzen hinaus. Die ersten beiden Tracks mit dem krass verzerrtem Baritongitarrist Jon Wesseltoft und der Stimmextremistin Maja S.K. Ratkje setzen erst einmal drastisch auf Konfrontation. Dagegen ist das folgende Duo mit Stian Westerhus eine reichlich dunkel-brodelnde Exkursion mit Gitarre und (Inside?) Piano, über knapp zehn Minuten hinweg. Länger (nämlich 14 Minuten) - und gewaltiger - ist nur das zweite, weitaus dramatischere Duett der beiden, das die CD fulminant beschließt. Auch Kevin Drumm und Radikal-Hornistin Hild Sofie Tafjord (Spunk) gastieren auf »ALL MUSIC AT ONCE«. Erschöpfend großartig. (ijb)



Siehe auch:
Stian Westerhus
Maja S. K. Ratkje
Hild Sofie Tafjord
Slugfield

Lasse Marhaug: All Music at once

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.lassemarhaug.no

   

Trondheim Tapes Revisited
(EP, 2009, Komplott maginot05)

Eigentlich spielt bei dieser Veröffentlichung die EP von Noise-Musiker Lasse Marhaug nur eine Nebenrolle. Im Zentrum steht der Comic »Very Friendly #1« mit drei Stories von Ronnie Sundin, ebenfalls Elektronikmusiker und eben Zeichner. Zwei der Stories beschreiben denkwürdige Konzerte der Krachmusik-Historie: Die Uraufführung von Edgar Varèses Orcherster-plus-Tape-Stück »Déserts« in Paris 1945, und das Konzert von Throbbing Gristle 1978 im Cryptic One Club London. Die dritte Story erzählt, wie Ronnie Sundin nach Trondheim reist, um dort Lasse Marhaug zu treffen. Sie besuchen einen Underground-Sexshop und spielen eine Stunde lang eine Noise-Jamsession zusammen.

Die Klangcollage »TRONDHEIM TAPES REVISITED« nun ist eine Art Soundtrack dazu - ebenfalls in Comic-Form. Und zwar dergestalt, dass die »Songs« auf der EP allesamt nur wenige Sekunden dauern, also sozusagen kleinen Bildquadraten zum Anhören ähneln. Und außerdem deshalb, weil allen Schnipseln aufgenommenes und durchaus wiedererkennbares Klangmaterial zugrunde liegt, das Marhaug auf bewährt brutale Art schreddert und verdreht.

Beides zusammen, EP und Comic, macht sehr viel Spaß. Auch deshalb, weil der Krach schnell wieder vorbei ist. Denn ansonsten ist Marhaug nur von hartgesottenen Lärm-Jüngern tatsächlich zu genießen. (sep)



Siehe auch:
Ronnie Sundin
Marhaug | Asheim
Jazzkammer
Stian Skagen



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