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Alle Rezensionen zu Orphic Oxtra
(Genre »Folk«, Land »Island«)

 

Orphic Oxtra
(2010, Kimi Records KRD033)

Wir sind viele! Mit solch unterschiedlichen musikalischen Temperamenten, dass die Funken nur so sprühen! Bei Konzerten wird es hier eng auf der Bühne, weil diese balkanesischen Isländer mit 13 Mann und Frau auf den Brettern stehen, voluminöse Instrumente von Tuba bis Posaune inbegriffen. Wer langweilig denken möchte, mag bequemerweise annehmen, dass Orphic Oxtra die isländische Antwort auf Fanfare Ciocarlia sind, aber das greift viel zu kurz. Klar spielt die Großgruppe aus Reykjavik auf ihrem selbst betiltelten Debütalbum mit dem scheckigen Flickenwerk aus tausenderlei Tönen, das auf jeder Zigeunerhochzeit tief in den Karawanken die Tanzbeine der Festgemeinde zum Dauereinsatz zwingt. Aber das ist längst nicht alles. Diese Youngsters vom Rand der musikalischen Weltkarte sind von einer arglosen, intelligenten Neugier. Atemberaubend unerwartete Tempwechsel lassen das Herz ohnehin bisweilen stocken.

Also! Balkanbeats reichen uns lange nicht! Orphic Oxtra schlagen wie die Feldhasen die unerwartetsten Schlenker. Klezmermelancholie, d´acccord, das ist artverwandt. Aber Swing, Humppa, Tango,Jazz, Kabarett und ... hüstel ... die klassische Musik des frühen 20. Jahrhunderts von Mahler bis Strawinsky mit ihrer Obsession für Volksmusik, die sind hier intensiv präsent. Mit einer federleichten Präszision, die selbstverständlich daherkommt. Und nein, es geht hier nicht um akademische Zitate, sondern um pure Lebensfreude. Um kreative Anarchie. Um Lebendigkeit, die unwiderstehlich mitreißt wie ein mächtiger Dorfbach im Frühling. (emv)

 Orphic Oxtra: Orphic Oxtra

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/orphicoxtra

   

Kebab Diskó
(2011, Record Records)

Balkan auf Eis trifft nur halb, was die quirlige Großgruppe aus Reyjkavik auf ihrem Zweitling »KEBAB DISKÓ« veranstaltet. Die 13 Jungspunde spielen mit Gusto zum Tanz auf, mit einer fiebrig-lebendigen Spiellust, die an Anarchie grenzt. Sind unberechenbar und respektlos. Angst vor Grenzüberschreitungen? Wir doch nicht! Diese ungemein präzis und quietschlendig aufspielende Kapelle kennt keine Berührungsängste vor Trauerwalzern, Spaghettiwestern, Jazzigem oder gar dem großen Meister Goran Bregovic. Ein kleiners bisschen Melancholie schwingt hier in jedem noch so ausgelassenen Tanzlied mit. Filmmusikreif, das!

Ihr Meisterstückchen aber liefern die wilden Dreizehn hier mit ihrer sehr freien Interpretation des Songs »Skeletons Having Sex On Tin Roof« ihrer Hardore-Landsleute Swords Of Chaos ab. Das scheppert ungemein, wenn plötzlich alle Stile durcheinanderwirbeln und sich das kreative Chaos sich in blechbläserigem Gekicher auflöst. Huiiiiiii! (emv)



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