Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Stina Nordenstam
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

And She Closed Her Eyes
(1994, Telegram/EastWest 4509.93898.2)

Schon das Cover spricht Bände: Die Stockholmerin singt ihre seidigen Pop-Balladen mit einer so brüchig-zarten Stimme, dass man meint, sie würde jeden Moment dabei zerbrechen. Die wahre Kraft ihrer Musik liegt also in der Stille – in den Pausen, den Zwischenräumen, dem Abbrechen der spärlichen Töne, dem Bestreben, Gitarrensaiten nur so zu berühren, dass sie gerade mal Töne von sich geben.

Es verwundert daher nicht, dass Stina Nordenstamm keine Interviews und kaum Live-Auftritte absolviert: Diese Elfe würde sicherlich von den Journalisten-Fragen und dem ungestümen Live-Applaus erdrückt werden. So müssen wir uns also mit ihren zartbitteren Folk-Songs auf CD zufrieden geben, die sie mit schrägem Charme und feenhafter Transparenz beinahe ins Mikrofon flüstert. Man kann es nicht anders sagen: Ihre zauberhaft eigenwillige Musik nimmt gefangen. Und sie macht uns klar, dass es viele Zwischenwelten in unserem Leben gibt, die nur zeitweise – zum Beispiel, wenn Stina singt – zutage treten. (peb)

Stina Nordenstam: And She Closed Her Eyes

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.stinaonline.com/

   

The World Is Saved
(2004, V2/Zomba 5033197279428)

Verwehte Pianotupfer umzäunen weiße Landschaften, verzärtelter Violinenflaum durchzieht die kühle Luft. Auf Zehenspitzen wandeln flüsternde E-Gitarrenakkorde besonnen umher – der Rhythmus eine vage Erinnerung an den Lärm des Tages. Nun hat die Stille Überhand gewonnen.

Durch diese flackert eine Kerze an einem verhangenen Fenster tief in einer verlassenen und dunklen Hütte ihren Wärmeschein über nassglänzende Pflastersteine. Schwebende Schneeflocken tänzeln unaufhaltsam in ihr nasses Grab und verbreiten eine Stimmung gebrochener Harmonie. So im sicheren Gefühl des Nichtgestörtwerdens geborgen, offenbart Stina ihre selbstversunkene, intime Poesie. (maw)

   

This is Stina Nordenstam
(2001, Independiente/Sony Music ISOM 24CD)

Stina Nordenstam ist ein trauriger Mensch. Auch auf dem 1999 erschienenen Album »THIS IS STINA NORDENSTAM« überwiegen die stillen und melancholischen Töne. Ganz wie es der Titel verspricht, gewährt die elfengleiche Schwedin Einblicke in ihre Innenwelt, besingt Liebeskummer und Trennungsschmerz, Sehnsucht und Abschied.

Bei soviel Pathos besteht zwangsläufig die Gefahr, sich in klebrig-kitschigen Regionen zu verlieren. Doch nicht bei Stina Nordenstam. Auf elf bittersüßen Popsongs vollführt sie eine perfekte Gratwanderung zwischen Kitsch und Kunst und voller Kontraste: Immer wenn Keyboards und Stimme allzu lieblich dahinsäuseln, sorgen Brachialsounds und kreischende Gitarren für Abwechslung. (map)

   

People Are Strange
(1998, Warner/EastWest 3984-24506-2)

Wirklich sehr, sehr eigenartige Coverversionen: Ein verbogenes Piano klopft die Akkorde, wie durch Nebelwände dringen stockende Streicher zu uns, und wie aus der Dusche singt Stina verhalten – mehr zu sich selbst als zum Publikum – Rod Stewarts »Sailing«. Und plötzlich glaubt man das, was da in dem Lied berichtet wird: dass da einer wegen oder mit seinen Emotionen fliegt oder es zumindest will. Bei Stina klingt dieses Vertrauen allerdings brüchig – als ob sie weiß, dass sie eh abstürzen wird.

Andere Beispiele: Nicht Melancholie, sondern Ausweglosigkeit spricht aus der an Tom Waits erinnernden Version von Cohens »Bird On A Wire«, und das wie ein marode, im Sterben röchelnde Maschine »Purple Rain« von Prince hat man noch nie so (intensiv) vernommen. (peb)

   

Dynamite
(1996, Warner/EastWest 06301-5605-2)

Man hat sie mit Ricke Lee Jones verglichen, dopch wem so etwas einfällt, der hat bei der Musik dieser scheuen Schwedin nicht richtig hingehört. Der einerseits kindlich-naive, andererseits harsch-kratzige Pop (?) erinnert vielmehr an die 4AD-Ästhetik der Red House Painters oder This Mortal Coil. »DYNAMITE« gebärdet sich ein gutes Stück spröder und – dem Titel entsprechend – wilder als ihre anderen Alben.

Die metallisch schabenden Gitarren und die an eine kultivierte Form von Industrial erinnernden Drums geben dem Album vierlmehr einen experimentellen und vor allem düsteren Underground-Touch. Dazu kommen noch surreale Streicher und Stina Nordenstamms an Fragilität kaum zu überbietender Gesang, und schon sollten psychisch labile Menschen aufpassen, diese Sounds nicht an verregneten Herbstabenden zu hören. (peb)

   

Memories Of Color
(1991, Telegram 4509-90767-2)

»I'm searching for a color. Don't think it’s got a name.« Wonach sucht Stina Nordenstam? Nach einer Farbe oder nach Ausdrucksformen, sich zu verwirklichen? Auf alle Fälle muss es etwas sein, was sie noch nicht gefunden hat, was noch immer namenlos ist. Mit Mut zum Experimentieren lotet die zierliche Schwedin verschiedene musikalische Formen aus, bewegt sich in poppigen, jazzigen und auch lateinamerikanischen Gefilden.

Im Vordergrund steht immer ihre kindlich-zerbrechliche Stimme. Selbst das Instrumentarium – seichte Violinen, dezentes Pianospiel und wohl temperierte Saxophonklänge exponieren lediglich Nordenstams Stimmgewalt. Mit einem Satz: Stina Nordenstam ist fündig geworden. (map)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel