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Verschiedene
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Estonie - Chants Seto
(2008, Ocora/Harmonia Mundi C 600022)

Im südöstlichen Teil Estlands (Setomaa) und dem angrenzenden russischen Grenzgebiet leben noch knapp 10.000 Seto (oder Setukesen), die sprachlich den Esten nahestehen, sich kulturell jedoch von Esten und Russen unterscheiden und auf ihre Tradition sehr stolz sind. Historisch sind sie arg gebeutelt. Ihr Gebiet wurde 1920 nach dem Estnischen Freiheitskrieg Estland zuerkannt, 1944 wurde das Gebiet unter sowjetischer Herrschaft aufgeteilt; auch nach der estnischen Unabhängigkeit 1991 behielt die Teilung Setumaas zwischen Estland und Russland Bestand.

Die Gesänge der Seto stellen eine eigenständige Kultur in Estland dar, insbesondere die Chorgesänge finden sich in dieser Form kaum. Die Chöre bestehen meist ausschließlich aus weiblichen Stimmen. Häufig wird eine Zeile von der Vorsängerin gesungen und vom Chor wiederholt. War eine Vorsängerin besonders gut, bekam sie den Titel lauluimä (große Sängerin). Diese Kompilation umfasst Seto-Gesänge von 1936 bis 2006, die dank der Arbeit des Estnischen Folklore-Archivs dokumentiert sind. Manche Melodien haben den Weg in andere Teile des finnisch-ugrischen Sprachraumes gefunden, »Kosjalaul« kennt man in ähnlicher Form von den karelisch-stämmigen Värttinä. Es finden sich großartige Sängerinnen wie die frühe Anne Vabarna, ihre Enkelin Õie Sarv, Olga Lohk und Veera Pähnapuu. Auch männliche Singer wie Paul Hagu, Andreas Kalkun und Paul Vahelaan sind zu hören und komplettieren eine vorzügliche Sammlung mit sehr informativem Booklet in Englisch, Französisch und Estnisch. (tjk)



Siehe auch:
Värttinä

 Verschiedene: Estonie - Chants Seto



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