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Alle Rezensionen zu Aristillus
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Devoured Trees & Crystal Skies
(2011, Fysisk Format/Cargo 7071245020521)

Gibt es männliche Aschenbrödel? Wenn ja, dann wären die Jungspunde von Aristillus die perfekten Kandidaten dafür. Zu klischeehaft klingt die Mär: Da jobbt der 16jährige Simon beim Plattenlabel Fysik Format und quatscht die Bosse so lange voll, bis sie sich endlich die Songs seiner Band Aristillus anhören und - matürlich! - begeistert sind. Im Disney-Channel wäre das eine schöne Telenovela, in Norwegen ist es eine wahre Geschichte. Aristillus werden mit ihrem Debütalbum »DEVOURED TREES & CRYSTAL SKIES« prompt zur Zukunft des norwegischen Post-Hardcore ausgerufen. Gemach, gemach. Zwar kultivieren die minderjährigen Vier eine stimmungsvolle Endzeit-Attitüde in wütendem Schwarz, aber das Erdbeben im Düsterland ist doch eher ein mittlerer Schluckauf, schön untermalt von hysterischen Screamo-Vocals.

Aristillus ist trotz allen Geschreis und dick aufgetragenen Gitarrenwütereien eine gewisse Melodie-Affinität und damit letztlich Gefälligkeit nicht abzusprechen. Und hinter der ganzen Rotz-Rebellen-Attidüde und den obligatorischen Verbeugungen vor Szenegiganten wie JR Ewing sind Aristillus empfindsame Jungs, die ureigentlich nach der Schönheit, und, uff! nach der Nachdenklichkeit im Lärm streben. Es darf sich sogar ausnahmsweise ein schüchternes Piano hereinmogeln, ätsch, erwischt! Beim Songwriting können die Nachwuchstalente noch zulegen: Zu sehr nach einem Muster ausgelegt und damit auf Dauer ermüdend repetitiv sind die Strukturen aufgebaut. Wüten, Wüten, nochmals Wüten. Kann das alles sein? Nein, das kann es nicht. Aristillus packen mit Hingabe, Leidenschaft und Ungestüm. Mit Ausprobieren und Irren. So soll und muss es sein. Die Jungs sind mutig über »Los!« gegangen. Und das ist schon viel, sehr viel. (emv)

 Aristillus: Devoured Trees & Crystal Skies

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/thearistillus

   

Two
(2012, Fysisk Format/Cargo)

Ach, all dieses postbertäre Aufbegehren! Ach, all diese, rabenschwarze Verzweiflung, die sich in angstbasierten Wutattacken entlädt! Der schneidende Wind, der durch öde Großstadtlandschaften pfeift, ist grundböse. Man kann sich nur mit Screamo-Geschrei ernsthaft dagegen zur Wehr setzen. Die schnöde (Erwachsenen-)Welt setzt den Jünglingen von Aristillus auf ihrem simpel »TWO« benannten Zweitling weiter mächtig zu. Doch all diese emotionalen Wallungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich die Jungspunde rund um Sänger Simon Bergseth in ihrer zornigen Posthardcore-Welt auf gefällige Weise gemütlich gemacht haben. Und dass sie sich in Sachen Songwriting mit Vorliebe auf bewährte Genre-Standards verlassen.

Mit knapp einer halben Stunde Spielzeit ist das Album reichlich knapp ausgefallen. Mangelt es den Jungmännern etwa an Ideen? Haben sie Angst vor der allzu offensichtlichen Wiederholung? Sie können doch auch anders: Fast schüchtern nähern sich Aristillus in »The Sky Was Never Meant To Fall« den ausufernd-empfindsamen Strukturen des Postrock und klingen plötzlich sehnsüchtig. Oder schmuggeln in »Despite All The Things We´Ve Gone Though« ein schönklängiges Streicher-Thema ein, mit dem sie verhalten auf Kuschelkurs gehen. Doch heimliche Romantiker, diese Norweger? Es steht zu hoffen. (emv)



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