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Alle Rezensionen zu Benedicte Maurseth
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Benedicte Maurseth
(2019, Heilo/Grappa HCD 7347)

Benedicte Maurseth gehört zu den großen Harding-Fele-Virtuosen und ist einer der kreativsten Köpfe in der norwegischen Szene zwischen Volksmusik, Improvisation, Kammermusik und zeitgenössischer Musik. Diese Kreativität basiert freilich auf enormer handwerklicher Meisterschaft auf diesem nicht leicht zu lernenden Instrument – ihr früherer Lehrer Knut Hamre brachte sie aber schon früh in die Richtung eines freieren Denkens und Fühlens in der Musik: Weg von Begriffen wie richtig und falsch, hin zu Variation und Interpretation. Diese Philosophie schlägt sich auch auf diesem Solo-Album nieder.

Außer der Hardanger Fiedel von Benedicte Maurseth ist nichts zu hören, lediglich einmal ihre Stimme. Die Aufnahmen entstanden im Frühling 2016 in der Strandebarm-Kirche in Hardanger. Der Opener »Huldre Mi« von Lars Skjervheim setzt die Stimmung für diese Aufnahmen. Fünf Stücke auf dieser CD beruhen auf alten Hardanger-Fiedel-Stücken aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese sind für Volksmusiker nahezu Klassiker, sie wurden auch früher schon solo gespielt. Maurseths Ansatz geht jedoch über das bloße Spielen überlieferter Melodien weit hinaus: Sie benutzt die alten Stücke eher als Rampe für eigene Improvisationen, sie nennt es auch »Im-Moment-Komposition«. Zwei Stücke aus ihrer eigenen Feder gehören zu den Höhepunkten: »Etterdønning« schrieb sie für eine Theaterstück, das auf Jon Fosses Roman »Morgen und Abend« basiert, und »Og Fargane Skiftar På Fjorden / And The Colours Shifts On The Fjord« ist eine Improvisation, inspiriert von den wechselnden Lichtverhältnissen an der Küste von Strandebarm, wo sie auch einige Jahre lebte. Benedicte Maurseths Improvisationen und Interpretationen der älteren Stücke sind ebenso abwechslungsreich wie streckenweise meditativ: Selten war eine Harding Fele allein so faszinierend. (tjk)



Siehe auch:
Benedicte Maurseth & Berit Opheim
Benedicte Maurseth & Åsne Valland Nordli
Benedicte Maurseth & Knut Hamre
Stein Urheim & Strandebarm

Benedicte Maurseth: Benedicte Maurseth

Offizielle Website

Offizielle Website      https://www.maurseth.net

   

Alde
(2010, Heilo/Galileo HCD 7259)

Einst als Instrument des Teufels verfemt, dann wieder fast als Heiligtum verehrt, und inzwischen angekommen als Norwegens Nationalinstrument: Man glaubt ja kaum, was für ein faszinierendes Instrument diese Hardanger Fiedel sein kann, wenn man sie nur von Pop-nahen Aufnahmen mit flinker Virtuosität kennt. Benedicte Maurseth geht einen völlig anderen Weg. Sie machte schon früher Tanzmusik zum Zuhören (bzw. Tanzmusik zu Zuhör-Musik) und wollte die traditionellen Stücke zu kleinen Klanggemälden machen – dafür eignet sich die Hardanger Fiedel als »kleines Orchester« prächtig.

So erscheint es gar nicht so abwegig, dass Concerts Norway gerade Benedicte Maurseth fragte, ob sie die Musik schreiben wolle zur Theaterversion von »Andvake« von Jon Fosse – der ist übrigens selbst ein großer Freund dieses Instruments und dessen Protagonisten wie Håkon Høgemo. Eine faszinierende Aufgabe für die Violinistin, die sich bis dahin nicht als Komponistin verstand.

Benedicte Maurseth verzichtet auf jegliche Begleitung, erlaubt sich lediglich ein wenig eigenen Gesang hier und da. Spartanisch, streng, aber auch sehr emotional klingen ihre Stücke, mit einer fast greifbaren Melancholie im Raum. Sie öffnet Räume und verdichtet Klänge, konzentriert sich hier auf die Melodie und spielt dort weit darum herum. Sie bleibt kindlich einfach und wird hochvirtuos. Und schafft damit einen idealen Einstieg in den faszinierenden Klangkosmos der Hardanger Fiedel. (tjk)



Siehe auch:
Hamre, Maurseth, Økland, Pierlot, Seitz
Anne Hytta
Nils Økland
Gabriel Fliflet



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