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Alle Rezensionen zu Arne Mellnäs
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Arne Mellnäs: Passages
(2011, Phono Suecia PSCD175)

Der Name Arne Mellnäs dürfte den allerwenigsten ein Begriff sein, selbst Kennern und Komponisten zeitgenössischer Musik des 20. Jahrhunderts nicht. Damit diesem Missstand ein wenig Abhilfe geschaffen wird, schließt das verdiente schwedische Label Phono Suecia mit einer erstklassigen CD wieder einmal Lücken. Mellnäs, 1933 in der Arbeiterklasse in Stockholm geboren und in einer neunköpfigen Familie aufgewachsen, komponierte schon in den 1960ern viel für Orchester, nachdem er mehrmals in Darmstadt Kurse besucht hatte. So fällt auf, dass er dennoch erst 1986 einem Werk die klassische Bezeichnung »Sinfonie« gab. Von 1996 Bis zu seinem Tod 2002 war Mellnäs schließlich Präsident der IGNM.

Diese Zusammenstellung dreier Orchesterwerke aus dem reichhaltigen Schaffen von Mellnäs beginnt mit dem 1989 entstandenen »Passages«, in dem der Einfluss von Ligetis »Clustern« nicht zu überhören ist. Es wäre jedoch ungerecht, Mellnäs als reinen Epigonen abzutun. Dafür sind allein die hier vertretenen Werke zu vielseitig, fantasievoll und spielerisch; auch prägten Bezüge zu Mythen und Dichtung sein Schaffen. »Passages« und das als Duett aus Saxofon und Orchester konzipierte »Labyrinthos« weisen schon im Titel darauf hin, dass hier eine Musik aus Übergängen, Verwandlungen und sich verändernden (Klang-)Räumen entsteht. Am deutlichsten wird das vielleicht in der ersten Sinfonie »Ikaros«, die, ebenfalls labyrinthisch, von heftigen und häufigen Aufs und Abs und wirbelnden Winden geprägt ist, bis Ikarus im fünften Satz den Notizen des Komponisten zufolge in einer »gewalttätig lärmenden Bläue« endet. Von der ersten bis zur letzten der insgesamt 62 Minuten ein komplexes Klangspektakel, grandios magisch, vor Klangfarben berstend und nicht zuletzt sehr gegenwärtig.

Man muss allein schon deshalb Höchstwertungen vergeben, weil diese Werke bislang praktisch nicht erhältlich waren. Zusammen mit dem umfangreichen zweisprachigen Beiheft bietet die Porträt-CD »Passages« einen vorbildlichen Einstieg in das Werk von Mellnäs, in dem es noch einiges (wieder) zu entdecken gibt. An den Einspielungen zwischen 1989 und 2000 entstandenen Einspielungen mit hochrangigen Musikern (z.B. Esa-Pekka Salonen) gibt es nichts auszusetzen; freilich fehlt hier auch die Möglichkeit des Vergleichs. (ijb)



Siehe auch:
Anders Hillborg
Esa-Pekka Salonen

Arne Mellnäs: Arne Mellnäs: Passages



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