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Alle Rezensionen zu Deaf Center
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Owl Splinters
(2011, Type/Morr Music / Anost TYPE080)

Sechs Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Abum »PALE RAVINE« tritt das Duo Deaf Center wieder in Erscheinung, wie zuvor und wie einige von Erik Skodvins Soloalben auf dem Avantgarde-Label Type Records, mit größeren und ausgefeilteren, epischeren Kompositionen als zuvor. In Form von acht Stücken eröffnet »OWL SPLINTERS« eine gespenstische, streckenweise trostlose Welt aus Splittern der Musikgeschichte zwischen Erik Saties Klavierstücken und Echos von Horrorfilmmusiken. Der wunderbare Albumtitel sollte unbedingt für einen psychologischen Thriller weiter verwendet werden, dessen Soundtrack-Album hiermit bereits vorliegt. Zudem lassen sich die einzelnen Liedtitel, »New Beginning (Tidal Darkness)« oder »Animal Sacrifice«, direkt für die Drehbucharbeit nutzen. Als Handlungs- und Drehort ist Nordnorwegen im Zwielicht zu empfehlen.

Die oft einfach erscheinenden Veröffentlichungen von Type Records neigen hin und wieder zum Banalen, doch andererseits, wenn das Einfache zugleich komplex ist (oder wird), findet man bei Type immer wieder höchst spannende Klang-Avantgarde. So auch hier. Das sich langsam entfaltende »The Day I Would Never Have« ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Otto Totlands Piano macht den Anfang, dann kommt Skodvins Cello hinzu, woraufhin sich das Zusammenspiel immer mehr in Feedback verliert und die Klangfarben verzerrt ausufern. Neun Minuten lang steigert und verändert sich das Pulsieren und die dichte Wall of Sound, bevor am Ende wieder das zarte Klavier Raum bekommt. Nicht alle Stücke loten solche Extreme aus, doch sind sie alle in diesen Gegensätzen mit angelegt. (ijb)



Siehe auch:
Erik K. Skodvin
Otto A. Totland
Marcus Fjellström
Deaf Center / Harold Budd

 Deaf Center: Owl Splinters

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.deafcenter.net

   

Recount
(EP, 2014, Sonic Pieces/Morr Music / Anost PATTERN 001)

Treffend »RECOUNT« betiteltet startet Sonic Pieces eine neue Serie: »PATTERNS«. Diesmal sind die Covers von Vinyl und CD nicht handgemacht, zumal die Nachfrage nach den Releases von Label und Duo aktuell hoch ist, sondern kommen in raffiniertem Laser-Cutout-Design daher. Damit rundet das Projekt Deaf Center ein höchst erfolgreiches Jahr 2014 ab, nachdem sowohl Otto A. Totlands Solodebüt »Pinô« als auch Erik Skodvins »Flame« als große Erfolge verbucht werden dürfen.

»RECOUNT« setzt sich zusammen aus zwei jeweils knapp viertelstündigen Ambientstücken, »Follow Still« auf der einen Seite wurde 2012 in Berlin eingespielt, wogegen die Flipside »Oblivion« eine kleine Zeitreise ins Jahr 2008 in Oslo bietet. Doch Zeit spielt eigentlich keine Rolle; die schwebenden beiden Atmosphären dieser Platte haben ohnehin ihre ganz eigene Zeit, eine vorsichtig optimistische zudem. Während »Follow Still« mit improvisiertem, verhalltem Piano- und Gitarrenimpressionismus eher das bietet, was Deaf Centers Kosmos, gerade nach dem zweiten Album »Owl Splinters«, erwarten lässt, beeindruckt »Oblivion« umso mehr durch ein ungewohnteres und eindringliches Spektrum mit Computer, Synth und dem später hinzugefügten Sub-Bass Nils Frahms. Die kaum als solche zu erkennende Melodie spielte Skodvin mit dem Bogen auf der Gitarre. Ein ganzes Album in dieser Richtung wäre wunderbar. (ijb)



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