Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Marianne Beate Kielland & Sergej Osadchuk
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Come Away, Death
(SACD, 2010, 2L/Musikkoperatørene 2L-064-SACD)

An ambitionierten Projekten zwischen klassischer und zeitgenössischer Musik mangelt es beim norwegischen SuperAudio-Label 2L bekanntlich keineswegs. Und diese CD darf ohne Zögern als Höhepunkt im beeindruckenden Katalog verbucht werden, grenzüberschreitend in jeglicher Hinsicht. Wer nach Easy Listening sucht, ist hier eindeutig falsch. Das verkündet selbstredend bereits der Titel, ein Lied aus Shakespeares »Twelfth Night« (»Was ihr wollt«), das hier in drei radikal unterschiedlichen Lesarten, von E.W. Korngold, Sibelius und Gerald Finzi, den Rahmen absteckt. Neben vier Gedichten der jung gestorbenen Edith Södergran, von Wolfgang Plagge vertont, und Mussorgskys vier »Liedern und Tänzen des Todes« steht in Ausmaß, Radikalität und Komplexität das mehr als zwanzigminütige »HVIL« im Zentrum dieser CD, komponiert von Maja S. K. Ratkje nach einem laut Eigenauskunft unübersetzbaren Text von Aasne Linnestå.

Ratkje und die nordnorwegische Mezzosopranistin Marianne Beate Kielland kennen sich seit der gemeinsamen Studienzeit an der Musikakademie, und so entstand »HVIL« auf eine Festivalanfrage hin, einerseits als selten »traditionell« komponiertes Gesangsstück für die Interpretin, anderseits als politischer Aufruf, ausgelöst von Ratkjes Engagement gegen die Zerstörung der nordnorwegischen Natur, vor allem durch Ölförderung: »Das Stück gibt der Mutter Natur eine Stimme, denn der Titel ist ein Imperativ. 'HVIL' heißt 'Halte inne', eine Botschaft an die Festivalsponsoren (und an alle anderen), als Ruf nach Vernunft. (...) Ich wollte ausdrücklich diesen Text mit dieser Botschaft, die ich sonst nirgendwo finden konnte.« Umso bedauerlicher, dass wir, des Norwegischen nicht mächtigen Hörer, keine Übersetzung bekommen (können).

Marianne Kielland, der ukrainische Pianist Sergej Osadchuk und Produzent Morten Lindberg überzeugen in diesem einstündigen Programm durch einen phänomenalen Brückenschlag der Stile und Zeiten. Die Zusammenstellung ist mehr als mutig, und die Darbietung wie klangliche Qualität sind exzellent. Über Details könnte man streiten, doch das Gesamtbild schmälert dies nicht. (ijb)



Siehe auch:
Maja S.K. Ratkje
Jean Sibelius
Nils Anders Mortensen
Kielland/Mortensen: Edvard Grieg

Marianne Beate Kielland: Come Away, Death

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.mbkielland.com



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel