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Alle Rezensionen zu The Yes Wave
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

The Yes Wave
(2011, Divine Records/Broken Silence)

Anspruch und Wirklichkeit. Das sind die beiden Klippen, zwischen denen das kleine Boot des Erwachsenseins mit Vorliebe zerschellt. Die goldenen Träume und die graue Wirklichkeit und der rauhe Wind, der uns mit dem Verlust der hehren Illusionen in Gesicht und Seele bläst: Darum geht es beim selbst betitelten Debüt von the Yes Wave. Das Quartett um Sänger Jeppe Cornelius orientiert sich hörbar am ehrlichen Gutmenschentum eines Kurt Wagner von Lambchop oder eines Bruce Hornsby und blickt auf sehr handgemachte Weise dezidiert nach hinten, in eine fast sepiabraun eingefärbte Vergangenheit, in denen die Loser noch in Kneipen herumhingen, die Edward Hopper gemalt haben könnte. Die späten 60er, die frühen 70er, die fast noch unschuldig-folkige Welt, sie lassen grüßen.

Die Dänen könnten auch in einer namenlosen Kleinstadt im Mittleren Westen der USA gestrandet sein, wo sich Herzschmerz und Verkatertheit unspekatulär in den Armen liegen. Eine leise, countryrockige Traurigkeit trabt hier durch die Songs, einfühlsam unterstützt von sparsam orchestrierten Streichern und Trompeten. Hier sitzt jedes Wort, hier gibt es keine überflüssige Note. Die Stimme von Jeppe Cornelius klingt gleichermaßen abgeklärt wie selbstbewusst. So einfühlsam wie aufrecht. Hier blickt einer zurück und hat sich nichts vorzuwerfen: Wie im vielleicht schönsten Song des Albums, »Great Applause«, hat hier einer vom Leben reichlich Dresche bezogen, aber ist diesem Leben eben auch nichts schuldig geblieben. (emv)

The Yes Wave: The Yes Wave



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