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Alle Rezensionen zu Sven-David Sandström
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Nordic Sounds • music of Sven-David Sandström
(SACD, 2010, Channel Classic CCS SA 29910)

Erstaunlich, dass der Schwede Sven-David Sandström jenseits seiner Heimat kaum bekannt ist. 1942 in Motala am Vättern geboren, steht eine angemessene Würdigung seines umfangreichen Schaffens erst noch aus. Diese Einspielung einiger A-Cappella-Chorwerke durch den Schwedischen Rundfunkchor unter Peter Dijkstra bietet einen exzellenten Anlass und Ausgangspunkt dafür. Fast dreißig Jahre überspannen die sieben Kompositionen, Spielzeit 64 Minuten, und trotz Sandströms stilistischer Vielseitigkeit ergibt sich ein kraftvoll homogenes Gesamtbild. Ein Blick auf die Titel zeigt bereits, dass sakrale Musik für ihn einige Wichtigkeit hat. »Agnus Dei« war 1981 dann auch so etwas wie sein Durchbruch, als nach der Uraufführung in Stockholm Zuschauer auf die Bühne rannten und den Sängern die Noten aus der Hand rissen.

Während »Agnus Dei« bei aller kontemplativer Feinfühligkeit so schlicht wie emotional ergreifend erscheint, sind »Singet dem Herrn« und »Lobet den Herrn«, 2003 entstandene Motetten auf denselben Texten, die bereits Bach für doppelten Chor verwendet hat, weit exaltierter und üppiger, weisen Bezüge zur Romantik auf und präsentieren ihre Virtuosität mit großem Selbstbewusstsein. Sandström verlangt einiges von »seinen« Sängern, doch der Schwedische Radiokören meistert die Anforderungen exzellent. Durchweg höchstes Niveau, seitens des Komponisten wie des Chors, obgleich diese Werke dies nur selten so offensichtlich herausstellen wie im ersten und dritten Satz von »Singet dem Herrn«. (ijb)

Sven-David Sandström: Nordic Sounds • music of Sven-David Sandström

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.svendavidsandstrom.com

 

Erik Westbergs Vokalensemble: Pater Cælestis · Terra Mater · Vox Humana
(3 CDs, 2010, Studio Acusticum SA 01/01-03)

Jeder, der auch nur ein wenig Interesse an Chormusik hat, möge sich dieses Album zulegen. Es gibt nichts Einschränkendes zu erwähnen. Erik Westberg hat mit seinem Vokalensemble so etwas wie eine »kleine Anthologie« nordischer Chormusik des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts angestrebt, und er hat sich nicht verhoben.

Die fünfzehn Werke variieren in Umfang, Entstehungszeit und Stil: das älteste bildet den Abschluss des erschöpfenden 3-CD-Sets, Wilhelm Stenhammars (1871-1927) »Vårnatt« von 1912; der jüngste Komponist ist Marcus Fjellström (1979 in Luleå geboren) mit einem von insgesamt vier vom Ensemble in Auftrag gegebenen Kompositionen, »Doloroso«, extravagant ambitioniert mit Texten von Poe, Baudelaire und Burroughs. Dazwischen gleich zwei mal der große Sven-David Sandström (leise und innerlich mit »To See A World« von William Blake) und sein Namensbruder Jan Sandström, beide mit den jüngsten, auf 2008 datierten Werken, letzteres einem komplex gewobenen Dreisätzer »An einem Strand, auf einer Insel, in einem Meer« für Chor und Akkordeon; aber auch Gösta Nyström (1956), Sven-Eric Johansson (1974) und Traditionelles, die von Bo Holten arrangierte »Nordische Suite«, werden geboten.

Die drei CDs sind thematisch unterteilt in »Vater im Himmel«, »Mutter Erde« und »Mannes Stimme«, wobei man der Gliederung nicht übermäßig viel Gewichtung beizumessen braucht. Höhepunkte gibt es viele, eigentlich ausschließlich - über Geschmack lässt sich ohnehin streiten. Um Missverständnissen vorzubeugen sei erwähnt, dass »nordische« Komponisten hier auch den Schotten James MacMillan und die Balten Augustinas, Pärt (erfreulicherweise mit einem eher unbekannten Werk, »Dopo la Vittoria«) und Tormis mit einschließen, sowie - naheliegender natürlich - den jungen Norweger Ola Gjeilo und den dänisch-amerikanischen Morten Lauridsen. Eine Bereicherung für jede Musiksammlung und voller inspirierenden Anregungen für die Repertoires von Chören weltweit. (ijb)



Siehe auch:
Wilhelm Stenhammar
Gösta Nyström
Jan Sandström
Marcus Fjellström

Sven-David Sandström: Erik Westbergs Vokalensemble: Pater Cælestis · Terra Mater · Vox Humana

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.svendavidsandstrom.com

 

Sven-David Sandström: Frihetsmässa
(2005, Caprice Records CAP21721)

Dass zeitgenössischen schwedischen Komponisten wie Jan Sandström, Anders Hillborg oder Sven-David Sandström hierzulande nicht weitaus mehr Aufmerksamkeit zuteil wird, sollte man eigentlich mit einer Mischung aus Verwunderung und Verärgerung quittieren. Der 1942 geborene Sven-David Sandström aus Östergötland ist von den drei genannten —als vierter im Bunde ließe sich noch Anders Eliasson anführen— der älteste, und mit seinem reichhaltigen und tief bewegenden Gesamtwerk gehört er fraglos zu den herausragenden Komponisten seiner Generation — nicht nur in Schweden.

Sakrale Chorwerke nehmen seit jeher einen zentralen Stellenwert in seinem Schaffen ein, sicher beeinflusst durch seine Kindheit, in der er im Kirchenchor sang. Ordnung, Disziplin und Gewissenhaftigkeit gehören zu den Wesenszügen seines kompositorischen Prozesses, den er mit quasi-ritueller Haltung pflegt. Entsprechend glänzen die vier Werke aus den Jahren 1992 bis 1996 dieser im besten Sinne eigenwilligen Zusammenstellung mit gestalterischer Sorgfalt, sowohl ihres Autors als auch ihrer Interpreten. Leiterin Cecilia Rydinger Alin (geb. 1961) eröffnet mit der eindringlichen Hymne »Ave Maris Stella«, die gleichwohl als Auftakt für das Titel gebende Hauptwerk dieser CD dient, der triumphalen Freiheitsmesse in sieben Sätzen, nach Texten von Tomas Tranströmer, in der das Upplander Linné-Blaserquinett mit Klarinette, Orgel und Chor in Dialog tritt. Eine fulminante Darbietung dieses sträflich unbekannten Werks.

Die »Procession Music« für Bläserensemble fungiert als kurzes Zwischenspiel und Übergang zur zweiten Messe, dem etwas intimeren Werk in sechs Sätzen, »Gewöhnliche Messe und Psalm«, in der Anklänge an traditionelle Kirchenlieder sehr im Zentrum stehen, wie der Titel bereits ankündigt. Mit dieser erstklassigen CD feierte der in Uppsala ansässige Chor Allmänna Sången sein 175. Jubiläum und liefert eine bestechende Einführung in Sandströms Schaffen der 1990er Jahre, das mit einer eigenen Sprache zwischen versierter Konvention und couragierter Neuauslegung von Tradition begeistert. (ijb)



Siehe auch:
Gustav Sjökvists Kammarkör / Tomas Tranströmer
Burkhard Reinartz / Tomas Tranströmer

Sven-David Sandström: Sven-David Sandström: Frihetsmässa

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.svendavidsandstrom.com



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