Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Labfield
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Bucket of Songs
(2015, Hubro/Grappa HUBROCD2552/-LP3552)

Lange hat's gedauert, bis Labfield endlich mit einem neuen Album rausrücken. Der Vorgänger war vor fünf Jahren eine der ersten Veröffentlichungen auf Andreas Melands neuem Label Hubro, das zwischenzeitlich einen beeindruckend umfangreichen und vielseitigen Katalog vorzuweisen hat. Dabei entstanden die Aufnahmen für »BUCKET OF SONGS« zum Teil schon im Jahr 2009 in Stockholm; weiteres über die Jahre in Madrid, bevor im Sommer 2013 in Berlin Mariam Wallentins Gesang aufgenommen wurde. Ja richtig, der Albumtitel ist keine Irreführung: Nach dem ausufernden Soundrausch »Collab« präsentieren sich Labfield nun als Song-Band. Naja, fast.

Denn die Sounds sind stärker als die Songs. Stück Nr. 1 erinnert noch an früher, doch wo es einst 30 Minuten wurden, bleiben es hier kompakte drei. Worauf das ebenfalls drei Minuten kurze Lied »Page 55« folgt, eine markante Kehrtwende, von Wallentins Stimme getragen. Der Rest der Platte spielt sich zwischen diesen beiden Polen ab, sehr frei, ohne Stringenz mäandern —oder schweben— die Songs wie mit mal luftigen, mal dünnen Arrangements. Vermutlich wurde viel davon improvisiert. Auf der CD sind jedoch keine Angaben zu den Instrumenten, die Stackenäs (vermutlich Gitarre), Zach (Percussions u.a. Geräuschquellen) und Ielasi (Elektronik) zu Flirren, Knarzen, Surren, Knistern und Knacksen modellieren, zwischendurch erklingt dann auch mal ein Gitarrenakkord, fast wie irregeleitet. Nicht Fisch, nicht Fleisch, also je nach Tageslaune spannend oder flüchtig. (ijb)



Siehe auch:
Mariam The Believer
Fire! Orchestra
Platform
Circadia

 Labfield: Bucket of Songs

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/labfield

   

Collab
(2009, Hubro/Grappa HUBROCD2502)

»Drone Jazz« wäre hierfür wohl die passendste Kategorie. Wieder einmal Percussionist Ingar Zach aus Oslo, Mitgründer von Sofa Music und nimmermüder Miterfinder neuer Tendenzen und Subgenres im Jazz, diesmal im Duo mit dem schwedischen Gitarristen David Stackenäs als offenes Projekt LabField, vormals Laboratory Field. Ihr zweites gemeinsames Album »Collab« besteht trotz der Laufzeit von 44 Minuten nur aus zwei Stücken, wobei das erste, das 36 Minuten lange »Cebollon«, im Trio mit Ståle Storløkken (Orgel, Keyboards, Elektronik) entstand und ein sich mal mehr, mal weniger langsam veränderndes Crescendo elektronisch bearbeiteter, zum »Droning« arrangierter Instrumente darstellt. Für die meisten (Jazz-)Hörer dürfte dies eine schwere Geduldprobe sein. Für Mutige und Liebhaber der Kataloge von Rune Grammofon oder Sofa sowie Freunde »Neuer Musik«, Noise und Dark Ambient dagegen eine willkommene Sinneserweiterung, anstelle der Einnahme von Rauschmitteln.

Beim zweiten, nur acht Minuten langen »Crucial«, sind als Gäste dabei: Mariam Wallentin (Stimme) und Giuseppe Ielasi (Elektronik), der im übrigen für Aufnahmen, Mix und Mastering des Albums verantwortlich zeichnet. »Crucial« ist die Antithese zu »Cebollon«, ein sehr stilles, streckenweise gehauchtes Stück und erinnert ein wenig an traditionell überlieferte Musik, sicher aufgrund der Gesangsstimme. Wo Ingar Zach draufsteht, kann man mittlerweile blind zugreifen. Die künstlerische Qualität ist konstant hoch bis außergewöhnlich, siehe Huntsville, Dans Les Arbres oder zahlreiche CDs bei Sofa Records. Neue Musik, fürwahr. Wir sind höchst gespannt, was ihm als nächstes einfällt. (ijb)



Siehe auch:
Ståle Storløkken / Humcrush
Dans les Arbres
The New Songs
Ingar Zach



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel