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Alle Rezensionen zu Honningbarna
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Verden Er Enkel
(2013, Gordeon/Rough Trade)

Wikingerhorden, die mit der Wucht eines Wirbelsturms über friedliche Landstriche herfallen: Die fünf Honningbarnas sind die legitimen Nachfahren dieser Freibeuter, wenn sie mit wild-punkigem Kriegsgeschrei in Nullkomanix auf Angriffsmodus schalten. Im Sinne der guten Sache natürlich, nämlich dem Kampf um Gerechtigkeit in einer Welt, in der die Dinge höchst ungleich verteilt sind. In diesem Sinne ist »VERDEN ER ENKEL« (die Welt ist einfach) eine nahtlose Fortsetzung des dezidiert politischen Debütalbums, wo der goldene Mittelweg unbedingt den Tod wegen Feigheit bedeutete. Die Bezüge zu den Dead Kennedys sind auf dem Zweitling fast noch stärker ausgeprägt, aber hey! Selbst Jello Biafra und die Seinen könnten bei Songs wie dem marodierenden »Tynn Is« keinen unwiderstehlicheren Anarcho-Männerchorgesang hinlegen. Produziert hat übrigens Pelle Gunnerfeldt, der schon bei den Hives für ordentliche Dynamik sorgte.

Damit die Sache aber nicht zu ernst wird, sind die Fünf aus Kristiansand eifrig dabei, Rumpelstilzereien in ihre Songs einzuschmuggeln: Wie die scheinbar harmlose Geburtstagsträllereien, mit denen die Honigkinder dem lieben Jesuskind auf ihre ganz eigene Art zum Wiegenfest gratulieren. »God Jul, Jesus!«, das musste unbedingt mal gesagt werden! Sänger und Teufels-Cellist Edvard Valberg riskiert eine rotzige Lippe und schwingt den Bogen, als wolle er ganze Reihen böser Feinde niedermähen. Zum Atemholen kommt man bei diesen 13 Tracks nur in winzigen Momenten - und am ehesten dann, wenn die sich die wilde Meute ironische Popzitate erlaubt. Himmel, wo ist mein Handtuch, ich kann nicht mehr! Allein das Hören ist schweißtreibend! (emv)



Siehe auch:
The Hives

 Honningbarna: Verden Er Enkel

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/honningbarna

   

La Alarmene Gå
(2011, Karmakosmetix/Broken Silence kkx020)

Aufruhr! Widerstand! Punk`n´Roll für die Revolte! Aber die Revolution muss Spaß machen und unbedingt tanzbar sein, sonst taugt sie nichts! An diese simplen Vorgaben halten sich die sechs Honningbarnas (Honigkinder) aus der Hafenstadt Kristiansand, wenn sie wie weiland ihre Wikinger-Vorfahren auf ihrem Debütalbum unter schwarzer Flagge auf Raubzug segeln. Mit einer ungestümen Energie, dass sich die Segel nur so blähen! Anarchie, jetzt oder nie! Dass es in ihren Songs um handfeste Kapitalismuskritik geht, muss man einfach unbesehen glauben, denn die ungestümen Jünglinge singen aussschließlich in ihrer Landessprache.

Angeführt von Ober-Honigkind Edvard Valberg an Vocals und Cello (!) tritt das Sextett mit breiter Brust das Erbe von Joe Strummer, Joey Ramone und Bill Haley an und schickt sich an, zur aktuellen Lieblingsband aller Hausbesetzer, Demogänger und Occupy-Aktivisten zu werden. Von erdenschwerer Protest-Theorie halten die Norweger rein garnichts, wenn sie Alarm schlagen und vor dem goldenen Mittelweg warnen. Der vielleicht schönste Song ist der vom klaren Blick (»Klar Blikk«), in dem Valberg zwischenzeitlich zum Fast-Rapper mutiert. Spätestens dann hat er uns so weit, dass wir die schwarzrote Flagge greifen und stolz über unserem Dach flattern lassen. (emv)



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