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Alle Rezensionen zu Edvard Vesala Sound & Fury
(Genre »Avantgarde«, Land »Finnland«)

 

Ode To The Death Of Jazz
(1990, ECM/Universal 843.196-2)

Edward Vesala, der große Individualist des europäischen Jazz, natürlich auch absoluter Nonkonformist am Schlagzeug, wollte zeitlebens Neues schaffen: Die üblichen Jazz-Stilistiken waren allenfalls Sprungbrett für seine musikalischen Visionen. Vesala war aber auch ein besonderer Bandleader, betrachtete er doch seine (meist viel jüngeren) Musiker wie seine Söhne, und Proben (ohne Noten!) zogen sich gelegentlich bis zur körperlichen Erschöpfung hin.

Vesala verlangte viel von seinen Musikern, aber die Ergebnisse sprechen auch für sich. Auf »ODE« ist das Sound & Fury in Bestbesetzung: die Saxophonisten Jorma Tapio, Jouni Kannisto und Pepa Päivinen, Trompeter Matti Riikonen, Jimi Sumen (g) und Iro Haarla (p, acc, harp), am Bass Uffe Krokfors, dazu Tim Ferchen (marimba) und Taito Vainio (acc). Große Stücke hat der große Meister geschrieben, so etwa das superbe »Sylvan Swizzle«, der fast schlüpfrige Tango »A Glimmer Of Sepal« – in Komposition wie Orchestrierung finden sich Strawinsky, Mingus, Coleman, Sun Ra, Ellington –, aber es ist Vesala pur, und auch Dank ausgezeichneter Soli gehört diese CD zu Edward Vesalas besten. (tjk)



Siehe auch:
Jimi Sumen
Iro Haarla

Edvard Vesala: Ode To The Death Of Jazz

   

Nordic Gallery
(1994, ECM/Universal 523.294-2)

Wie eine Galerie betrachtet Vesala selbst diese Aufnahme mit seiner Band Sound & Fury: jedes Stück wie ein Gemälde oder wie eine Tür, die dem Betrachter, bzw. dem Hörer eine neue Welt eröffnet. Dem kann man kaum widersprechen; auch ist die Klangfarbe eindeutig »nordisch« oder vielmehr typisch Vesala.

Sound & Fury ist nahezu unverändert hochkarätig besetzt mit den Saxophonisten Tapio, Kannisto und Päivinen, dem Trompeter Riikonen, Sumen (g) und Haarla (p,acc, harp) nebst Gästen Tapani Rinne (cl) und Pekka Sarmanto (b). Die Stücke reflektieren finnische Folklore (»Bluego«), lassen Free-Rock-Energie aufblitzen (»Lavander Lass Blossom«) oder hätten auch Thelonious Monk erfreut (»On The Shady Side Of Forty«). Trotzdem ist Vesala hier nicht »at his best«: sehr kühl, sehr strukturverliebt, sehr kopflastig sind die Klanggemälde in der nordischen Galerie, und selten nur lässt er seine Top-Musiker von der kurzen Leine. (tjk)



Siehe auch:
Tapani Rinne

   

Invisible Storm
(1992, ECM/Universal 511.928-2)

Gänzlich unsichtbar ist der Sturm nicht, den Vesala sein Sound & Fury-Orchester entfachen lässt: Schon »Gordion's Flashes« kontrastiert wüste Bläsersätze mit Jimi Sumens verzerrter Gitarre. Meistens jedoch ist die Grundstimmung überraschend harmonisch; die übliche Sprödigkeit findet man auf dieser Aufnahme kaum.

Wie immer erweist sich Vesala als großer Klangmaler, der sein im Vergleich zu »ODE TO THE DEATH OF JAZZ« und »NORDIC GALLERY« kaum verändertes Ensemble ebenso schöne (»Shadows On The Frontier«) wie schräge (»Somnamblues«) Passagen spielen lässt. Und »Caccaroo Boohoo« hat zu den Vesala-üblichen Qualitäten sogar Witz und Groove! Ist Vesala gar der Frank Zappa des finnischen Jazz? Den selben Todestag haben sie wenigstens (4. Dezember, FZ: 1993, EV: 1999). (tjk)



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