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Alle Rezensionen zu Frida Ånnevik
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Synlige Hjerteslag
(2011, Grappa/Galileo GRCD4330)

Sie hat wirklich Soul. Mit einer leicht rauchigen und gleichzeitig samtig weichen Stimme singt die Norwegerin in ihrer Heimatsprache, die ja nicht gerade bekannt ist für geschmeidig klingenden Wortklang und Vokalreichtum. Doch Frida Ånnevik schreibt feine Songs und bewegt sich im Jazz-beeinflussten Pop-Umfeld so stilsicher und gewandt wie einst Joni Mitchell oder jüngst etwa Bon Iver oder – um innerhalb ihres Landes zu bleiben – wie ihr musikalisch wesensverwandter Kollege Thomas Dybdahl. Im reduzierten Tempo singt Frida Ånnevik nachdenklich, melancholisch und introvertiert und reizt dadurch nur umso mehr, ihre Musik zu ergründen. Bereits 2009 erhielt sie den Grappa-Preis für Newcomer; nun liegt ihr Debüt vor.

Produziert hat Andreas Mjøs, selbst Musiker bei den großartigen Jaga Jazzist sowie Produzent für Susanne And The Magical Orchestra oder die jungen samischen Sänger von Adjagas; er ist genau der rechte Partner für das junge Talent. Unbeeindruckt von kommerziellen Regeln und Normen zieht er mit seinem Schützling ein völlig eigenes Ding durch – und formt genau dadurch das erstaunliche Talent der Sängerin nur umso plastischer heraus. Scheu, aber natürlich und völlig ungekünstelt performt die 26jährige Frida mit herzerfrischender Offenheit ihren Northern Soul. Wenn das mal keine große Hoffnung ist?! (peb)



Siehe auch:
Jagga Jazzist
Susanna And The Magical Orchestra
Thomas Dybdahl

Frida Ånnevik: Synlige Hjerteslag

Offizielle Website

Offizielle Website      http://fridaannevik.no/

   

Her Bor
(2016, Grappa GRCD2549)

Durchgesetzt gegen hochrangige Konkurrenz: Für ihre drittes Album »HER BOR« (Hier Leben) hat Frida Ånnevik den renommierten norwegischen Spellemannpreis gewonnen und sogar Everybody´s Darling Moddi hinter sich gelassen. Die Auszeichnung ist gleichwohl verdient: Denn die Chanteuse überrascht einmal mehr mit schrulligen, klugen kleinen Songs. Gleich der Opener »De Dagene Jeg Mister Ding« (der Tag, an dem ich Dinge verlor!) erhebt die Schusseligkeit auf zärtliche Weise zur Kunstform. Der Song ist eine Kammersymphonie und überhaupt! ein Lob der kleinen Dinge. Ånnevik überzeugt stimmlich mit großer Vielseitigkeit und muss kein einziges Mal richtig laut werden, um nachdrücklich Eindruck zu hinterlassen. Merkt Euch das, ihr Voice-Of-Germany-Schreihälse!

Die junge Frau aus liberalem Elternhaus (Mutter Journalistin, Vater Singer-Songwriter) ist mit der norwegischen Folkmusik aufgewachsen, aber auch stark von Joni Mitchell beeinflusst. Und das zeigt sich vor allem in ihren poetischen, wortspielerischen Texten, für die sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Open Pop nennt sie selbst ihren Stil, der sich seine eigene Nische zwischen Pop, Folk und Kunstlied sucht. »Her BOR« ist ein Album für alle naseweisen Träumer, die ihre Umgebung scharf und analytisch beobachteten, aber niemals andere verletzten. Selbstironisch und irgendwie verschmitzt lächelnd! (emv)



Siehe auch:
Moddi

Video-Link

   

Ville Ord
(2013, Grappa/Galileo GRCD4931)

Fast schon falsettartig schraubt sich Frida Ånneviks rauchzarte Stimme auf ihrem zweiten Album »VILLE ORD« mitunter in die Lüfte. Nie ganz zu fassen und unverkennbar sie selbst. Die Norwegerin hat sich hier auf die elektronisch verstärkte Glitzerwelt eingelassen, ohne sich dabei anzubiedern. Dass man mit Synthieunterstützung schön schwärmen und schmachten kann, ohne gleich mit fliegenden Fahnen ins Kitschlager überzulaufen, beweist die Musikerin, ohne große Ausrufezeichen setzen zu müssen. Wie das geht? Mit einer dosierten Prise zurückhaltender Kühlheit. Und dem selbstbewussten Wissen, dass selbst in üppigeren Soundlandschaften die Konzentration der größten eigenen Stärke gelten sollte: In diesem Fall der unverwechselbaren Stimme!

Ånnevik erzählt die kleinen Geschichten, souverän in ihrem Tempo. Verweilt mitunter mit Songs wie »Så Hardt Så Hardt Så Hardt Så« mit beiden Füßen im Poplager. Ist aber eher im klugen Chanson-Soul zuhause, einem Subgenre also, das sich selbstbewusst Zeit lässt, um die Dinge sorgsam auf hohem Niveau entwickeln zu lassen. Produziert hat erneut Andreas Mjøs, dem es gelingt, die komplexe Instrumentierung nie ausufern zu lassen. Dass man ausgerechnet mit der Abschlussballade »Lyset« zum Schluss zu großen Geste ausholt, ist hier nur der i-Punkt. (emv)



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