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Alle Rezensionen zu Roger Johansen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Fine Together
(2011, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA12)

Wie konnte es nur geschehen, dass das Label Inner Ear bislang vollkommen an uns vorbeigegangen ist? Offenbar nehmen sich die Brüder Roger und Tore Johansen sehr zurück und vertrauen darauf, dass sich die Qualität ihrer Veröffentlichungen früher oder später durchsetzt. Sie hätten dringend ein paar mehr Fürsprecher verdient. Trompeter Tore (geb. 1977) und Schlagzeuger Roger (geb. 1972) sind Söhne der Stadt Bodø, Nordnorwegens zweitgrößter Stadt, die auf der musikalischen Landkarte bislang allenfalls durch Jan Gunnar Hoff oder Halvdan Sivertsen in Erscheinung getreten ist. Mit bislang 15 CDs verschreibt sich das 2007 gegründete Inner Ear einer Kombination aus sehr klassischem, um nicht zu sagen: altmodischem Jazz und dessen Fortschreibung mit denselben akustischen Mitteln (siehe Albatrosh).

Dieses Quintettalbum fällt klar in die erste Abteilung und ist nicht zuletzt aus diesem Grund ein idealer Punkt, um in das Oeuvre von Inner Ear einzusteigen. Sein Titel »FINE TOGETHER« steht zum einen für die persönlichen familiären Inspirationen und Themen, die sich durch die meisten der elf Stücke und ihre Entstehung ziehen, zum anderen für die Begegnung zwischen den beiden jungen Norwegern und den Vertretern älterer Generationen: Landsmann John Pål Inderberg (geb. 1950) am Saxofon, zudem aus Schweden Lars Jansson (geb. 1951) am Piano und über allen die bald achtzigjährige Bass-Legende Georg Riedel, unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Jan Johansson und natürlich sein »Pippi Långstrump«-Lied zu Weltruhm gekommen.

Für Roger Johansen ging ein Traum in Erfüllung. Wäre die Platte nie veröffentlicht worden, ihm wäre die musikalische Zusammenkunft Beglückung genug gewesen. Umso dankbarer dürfen wir sein, dass wir dieses wunderbare Studiotreffen miterleben dürfen. Hier wird der Musikgeschichte keine Innovation hinzugefügt, doch macht dieser sanfte, im besten Sinn unspektakuläre Postbop aus dem hohen Norden alles richtig. (ijb)



Siehe auch:
Jan Johansson
Tore Johansen
Jan Gunnar Hoff
Georg Riedel, Sarah Riedel & Nicolai Dunger

Roger Johansen: Fine Together

Video-Link

   

On The Up
(2014, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA20)

Mit »ON THE UP« knüpft der Schlagzeuger Roger Johansen an die Alben »Natt, Stille« (2010) und »Nord« (2011) seines jüngeren Bruders Tore mit der Sängerin Marit Sandvik an. Anders als jener schrieb Johansen allerdings alle Stücke seiner CD selbst, nach Gedichten von Emily Dickinson – die bedauerlicher Weise nicht im Beiheft abgedruckt sind, ein Anlass also, um den Gedichtband aus dem Bücherregal zu holen oder sogar zum Buchladen zu gehen. (Weitere nordische Jazzalben mit Dickinson-Gedichten siehe Links.)

Johansen und Sandvik werden edel und eingängig umspielt von Atle Nymos Tenorsax, Jon Ebersons Gitarre, Rob Warings Vibrafon und Bjørn Kjellemyrs Bass; es ist dies eine Gruppe, wie es gerade im skandinavischen Raum zahlreiche gibt, mit einer Jazzstimme nah am Pop und Musikern mit hohem Traditionsbewusstsein, mit Poesie in der Stimme und im Klasse in den Instrumentalisten. Und doch klingt »ON THE UP« niemals durchschnittlich oder schnöde, sondern stets einnehmend und reich an Emotion. (ijb)



Siehe auch:
Kobert
Sofie Livebrant
Amherst
Tore Johansen, Sarah Riedel & Lars Jansson Trio



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