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Alle Rezensionen zu Tore Johansen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Earth Stills
(2015, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA23)

Nachdem er zuletzt mit den beiden CDs mit Marit Sandvik, einem weiteren mit Sarah Riedel und dem Lars Jansson Trio sowie mit einem exzellenten Album mit Steve Swallow seinen Horizont souverän erweiterte, kehrt Tore Johansen mit »THE SET« und nun »EARTH STILLS« zu seinem Kerngebiet zurück, dem klassisch-melodischen Kammerjazz »nordischer«, vor allem durch ECM bekannt und beliebt gewordenen Tradition. 2012 punktete bereits das starke Quartett auf »DOUBLE RAINBOW« in dieser Richtung, und auf dem gleichen Niveau geht es mit »EARTH STILLS« famos weiter.

Das verrät bereits die außergewöhnliche Besetzung mit einer echten Star-Riege, aufgenommen an zwei Tagen im Rainbow Studio, zwar selbst produziert, aber abgemischt von Jan Erik Kongshaug – eine Band, wie wir sie bislang nicht erleben durften, und für Trompeter Tore Johansen eine ganz besondere, ambitionierte Zusammenstellung: nach seinen zahlreichen Einspielungen mit dem superben Pianisten Vigleik Storaas greift diesmal Bugge Wesseltoft in die Tasten, eine Freude, den unlängst 50 Jahre alt Gewordenen mal wieder in einem klassischen Jazzquintett zu erleben; am Bass mit Arild Andersen eine weitere ECM-Koryphäe, am Schlagzeug der vielseitige Gard Nilssen, den man vorrangig mit weitaus progressiveren Projekten kennt, und last but not least der wunderbare englische Tenorsaxofonist Andy Sheppard, in den letzten Jahren auf mehreren 1A-Platten bei ECM zu erleben, wiederholt mit Eivind Aarset in der Band. Es bleibt kein Platz mehr, (überflüssige) Worte zur Musik selbst zu verlieren... egal: Johansens »Earth Stills«-Suite erzählt in sechs Teilen über 55 Minuten eine raffinierte Geschichte des »Nordic Jazz«, ergänzt durch eine feine Version von »Nature Boy«. Die empfehlenswerte, leichtfüßige und hochkomplexe Scheibe gereicht allen Beteiligten zu einem Höhepunkt in ihrer jeweiligen Diskografie. (ijb)



Siehe auch:
Andy Sheppard mit Ketil Bjørnstad
Bugge Wesseltoft
Arild Andersen
Gard Nilssen

Tore Johansen: Earth Stills

   

The Set
(2014, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA22)

Wieder gibt Tore Johansen einem Album einen einfachen, direkten Titel. Die Songs hatte er im Herbst 2013 für ein Konzert geschrieben (bzw. mit einer Nummer von seinem bevorzugten Pianisten Vigleik Storaas zusammengestellt), und ein paar Wochen nach dem Auftritt gingen die fünf Herren gemeinsam ins Rainbow Studio, um das Set »live im Studio« mitzuschneiden. Mit Storaas, Bassist Jo Skaansar und seinem Bruder, dem Schlagzeuger Roger Johansen, spielte Tore bereits häufig, auch im Rainbow Studio. »Stargast« ist diesmal der Altmeister Tore Brunborg mit seinem Tenorsax.

So dürfte jeder sanft von der souveränen Klasse dieses Quintetts eingenommen werden, der melodischen, frisch dahinfließenden Modern Jazz mag – eine Musik, bei der die Zeit keine Rolle spielt, die sie vielleicht sogar anhält und umkehrt, als ob man in den Sixties-Traditionen von Modalem Jazz und Cool Jazz wie in einer Hommage an die Vergangenheit dahinschwindet. Keine Ausreißer, keine Free-Jazz-Experimente, fast sogar kein Chef in der Band – wie man das von Trompeter Johansen kennt. Nur gute Musik. Ein charmantes, schlichtes Album. (ijb)



Siehe auch:
Hayden Powell Trio
Tore Brunborg
Tore Johansen Unity

Video-Link

   

Nord
(2011, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA11)

Der Erfolg von »Natt, stille« gab Johansen die finanzielle und damit künstlerische Freiheit, eine Art Fortsetzung aufzunehmen. Der schlichte Titel verrät es nicht sofort, doch wie der Vorgänger vereint »NORD« ebenfalls Stücke von verschiedenen, vorwiegend renommierten Liedermachern Nordnorwegens, darunter wieder Halvdan Sivertsen, Terje Nilsen, Ola und Lars Bremnes, diesmal jedoch nicht beschränkt auf eine winterliche und weihnachtliche Auswahl. Eingeleitet wird die Platte von dem überragenden Titelstück mit der intensiven Stimme des Schriftstellers, Illustrators, Übersetzers und Sängers Odd Børretzen, der bald nach der Aufnahme 86-jährig verstarb. Damit ist »Nord« vermutlich seine letzte Aufnahme.

Dann führen uns Trompeter Johansen und – ab dem zweiten Lied – Sängerin Marit Sandvik durch ein sensibel eindringliches Programm von insgesamt zehn klasse ausgewählten Kompositionen, die kein Aufhebens um ihre Qualitäten machen, sondern gerade in ihrer Zurückhaltung hervorragend sind. Das Ensemble setzt sich, abzüglich der drei Gäste des Vorgängeralbums, wieder aus Jan Gunnar Hoff am Piano, Olaf Kamfjord am Bass und Tores älterem Bruder Roger an Schlaginstrumenten zusammen. Und trotz der Jazzbesetzung wurde »NORD« letztlich doch eher ein Popalbum. Tore Johansen zeigt uns seine nordische Welt, und seine Verbundenheit mit Bodø und Nordland klingt in jedem Ton dieses wunderbaren Albums durch. (ijb)



Siehe auch:
Tore Johansen / Lars Jansson Trio / Sarah Riedel
Vigleik Storaas
Odd Børretzen / Lars Martin Myhre
Roger Johansen

Audio-Link

   

Natt, Stille
(2010, Inner Ear/Musikkoperatørene INEA10)

Von seinem Geburts- und Wohnort Bodø aus produziert Trompeter, Produzent und Komponist Tore Johansen stetig neue, teils bezaubernde, teils belebende Jazzplatten, und das noch intensiver, seit er mit Bruder Roger das Label Inner Ear gestartet hat, mit dem er bevorzugt Musiker aus dem Norden verlegt. Trotz seines jungen Alters - Tore Johansen wurde Ende Dezember 1977 geboren - war »Natt, Stille« 2010 bereits sein neuntes Album als Leader. Die vielen Platten, die er als Produzent und Sideman mitverantwortet hat, kommen noch obendrauf.

Der Titel »Nacht, Stille« verweist natürlich auf das bekannte Weihnachtslied, denn zehn Jahre nach seinem Debüt als Albumkünstler, dem Weihnachtsalbum »Man, Woman and Child« in Zusammenarbeit mit Karin Krog, begeht Johansen das Jubiläum mit einem weiteren solchen. Diesmal mit Gastsängerin Marit Sandvik, doch der Fokus liegt darüber hinaus auf der leisen Hommage an die Songwritertradition Nordlands: Kompositionen aus der Feder von Kari Bremnes, ihrem Bruder Lars, den wie Johansen in Bodø beheimateten Liedermachern Terje Nilsen, Halvdan Sivertsen, Trygve und Jan Gunnar Hoff, von denen die meisten (soweit sie noch leben) auch noch auf diesem Album mitwirkten. Johansen präsentiert sich hier als geschmackvoller Jazz-Trompeter im Anzug. Er versammelt ein Dutzend nordnorwegischer Winter-und Weihnachtslieder auf einem Album, und er tut es mit unfehlbarer Intonation, völlig unprätentiös. Jan Gunnar Hoff bereitet am Piano eine besinnliche harmonische Grundierung. Für den nordischen Winterabend zu Hause am Kamin. (ijb)



Siehe auch:
Tore Johansen feat. Steve Swallow
Jan Gunnar Hoff
Eva Trones / Terje Nilsen
Johansen / Storaas / Skansaar / Christensen

Audio-Link Video-Link



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