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Alle Rezensionen zu Vinyl Floor
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Peninsula
(2012, Karmian Records/Broken Silence)

Absolut altmodisch! Könnte das vernichtende Urteil lauten. Ein Konzeptalbum, in den es um gute und böse Utopien geht, nein, wie peinlich! Das sich in versunkenen Gegenwelten verliert, in denen Synthiepathos, verkiffte Art-Rock-Trips, gefühlstrunkener Kleinstadionrock und popselige Schönmelodien kuscheln gehn. Aber Vorsicht mit vorschnellen Urteilen: Denn Vinyl Floor zeigen auf ihrem zweiten Abum »PENINSULA« eindrücklich, dass es bisweilen lohnt, altmodische Werte hochzuhalten, ohne schafsblöd rückständig zu sein. Allein das aufwändig und liebevoll gestaltete Begleitbooklet mit den Zeichnungen von Simon Mejsruo Sorensen ist eine Freude. Also: Keine Angst vor großen Gefühlen!

Was das Trio um die Gebrüder Pedersen hier vorlegt, das hat man so oder ähnlich schon einmal gehört, könnte man kritteln. Und wenn? Das waren keine schlechten Zeiten, in denen ein englischer Garten der Vorstellung des Paradieses ziemlich nahe kam. Der schlauen Schlenderei der frühen Genesis huldigen die Dänen mit auf »Ghost Of England« mit souveräner Verspieltheit. Und balladig-sehnsüchtige Rührstücke wie das majestätische »Diverging Paths« können peinlichkeitsfrei daherkommen, auch wenn Styx zu ihren besseren Zeiten hier die Impulsgeber spielen. Sogar zu Ausflügen zu beatlesker Hippieseligkeit lassen sich die Kopenhagener hinreißen. Fein wechselnd zwischen gitarrenlastigeren Stücken und zurückgenommenen Pianopop. Und trotz aller Gefühlsbetontheit schwingt hier immer eine grundlegende Bescheidenheit mit. Mit der uns die Dänen schließlich kriegen, nostalgisch lächelnd. (emv)

 Vinyl Floor: Peninsula

Offizielle Website

Offizielle Website      www.vinylfloor.dk

   

Apogee
(2018, Karmanian Records)

Schön rauheinig. Ziemlich ungeschliffen. Moderne Freibeuter könnten sich so anhören. Vinyl Floor aus Kopenhagen haben auf ihrem vierten Album »APOGEE« den Bombast hinter sich gelassen, den sie auf ihrem Konzeptalbum »PENINSULA« zelebrierten. Es geht zurück zu den schmutzigen Wurzeln des (Garagen)-Rock mit Ausflügen in Richtung erdigen Bluesrock und einer feinen Verneigung vor dem Folk-Protest-Rock in der Tradition von Billy Bragg. Gar nicht schlecht, sich in diesen von vielerlei Hass geprägten Tagen mit dem Track »Cool Swirl, Cruel World« daran zu erinnern, dass man Stellung beziehen sollte, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen!

Klar, der Blick richtet sich hier eindeutig zurück in Richtung 70er Jahre, und mitunter denken wir sogar an die gestandenen Mannsbilder von Creedence Clearwater Revival. Ungeschliffen und lärmig ist das neue Cool, so lautet hier die Botschaft. Einfach mal kräftig losgerockt, und um Schönspiel sollen sich andere kümmern. Der Track »Blood Looks Good On You« ist aber von solch rotziger Coolness, um auch heute noch locker bestehen zu können. (emv)

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