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Alle Rezensionen zu Various Artists inspired by Harold Budd
(Genre »Beats«, Land »Grenzgänger«)

 

Lost In The Humming Air – Music inspired by Harold Budd
(2012, Oktaf Music & Art Label/Kompakt OKTAF#04)

In der Tat eine CD voller Grenzgänger: »Lost In The Humming Air« versammelt ein (kleines) Who-Is-Who des Gegenwartsambient, 13 Tracks zur Huldigung von Harold Budd. Es ist zwar kein Geheimnis, dass der mittlerweile 76-jährige Amerikaner einen großen Einfluss auf ungezählte Musiker hatte und hat, doch sein Name wurde nie so bekannt wie die vieler seiner Schüler. Von Varèse und Cage führt durch ihn die Linie direkt zu Brian Eno, mit dem er einige großartige Platten gemeinsam produzierte, zu Aphex Twin und Autechre, aber auch zu Mychael Danna oder Michael Nyman. Martin Juhls (aka Marsen Jules) und Rafael Anton Irisarri hatten daher keine Probleme, unter ihren Freunden und Zeitgenossen Begeisterung für ein Tributalbum zu wecken.

Da ließ sich wohl keiner zwei mal bitten. Wie zumeist bei solchen Unternehmen sind die Ergebnisse reichlich divergent ausgefallen, selbst wenn der Begriff Ambient zu einem 70 Minuten lang relativ gleichförmig atmosphärischen Gesamtbild führt, was nicht unbedingt zum Vorteil der einzelnen Mitwirkenden, ebenso wenig zum Vorteil Harold Budds gerät. Zu den eindeutig gelungenen Verbeugungen gehört Deaf Centers »Plateaux«, mit dem die beiden Norweger gleichermaßen sich selbst treu bleiben wie offenbar vom Geiste Budds zu einem eindringlich-unspektakulären Höhenflug angeregt wurden. Andreas Tilliander alias Mokira, der schwedische Meister der Vielseitigkeit, begeistert mit (s)einem pointiert pulsierenden »Harold Dubb«, das gleichwohl fast mehr als Epilog zu seinem exzellenten letzten Album daherkommt denn als offensichtliches Budd-Tribut. Weniger überzeugend, immerhin erfreulich untypisch, ist Biospheres Versuch eines abstrakt skizzierten Piano-CutUp-Stücks; nicht total misslungen, doch leider etwas zu altbacken und halbherzig, besonders für einen gewöhnlich so fantasievollen, perfektionistischen Geist wie Geir Jenssen.

Eindringliche Höhepunkte sind die beiden längsten Stücke: Sieben feine Minuten von Marsen Jules und der mehr als achtminütige Schlussrausch von bvdub. Angesichts der guten Handvoll relativ okayer Tracks kommt man nicht umhin, auf eine zweite Folge zu hoffen, die dann viele Musiker präsentiert, die wir hier vermissen, etwa Alexander Rishaug, Vladislav Delay, Lawrence English, Machinefabriek, Richard Skelton oder gerne auch ein paar mutigere Ansätze wie vielleicht Mika Vainio oder Jana Winderen. (ijb)



Siehe auch:
Deaf Center
Mokira
Biosphere
Henrik Jonsson

 Various Artists inspired by Harold Budd: Lost In The Humming Air – Music inspired by Harold Budd

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.oktaf.com



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