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Alle Rezensionen zu Bernhoft
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Solidarity Breaks
(2011, Kikitepe Cassette/Embassy of Music 5052498644827)

Ist das etwa Lenny Kravitz unter Pseudonym? Oder gar der Sohn von Stevie Wonder? Auch Jamie Lidell und natürlich Jamiroquai kommen in die engere Wahl, aber nein, das ist Jarle Bernhoft, in den Neunzigern Schweinerocker mit der Band Explicit Lyrics und in den 2000ern mit den erfolgreichen Span, und nach zwei Soloalben heute Nu-Soul-Brother mit Superguterlaunemusik in der Tasche. Und was für eine One-Man-Band er da zu bieten hat! Dass Bernhoft aus Norwegen, nahe Oslo, kommt, würde man anhand dieser sonnendurchfluteten Frauenversteherseele mit funky Grooves kaum vermuten.

Mit ins Boot geholt hat Bernhoft sich nur wenige - aber effektive - Unterstützer: Neben Multistil-Schlagzeuger Torstein Lofthus (bekannt aus den Bands von Marit Larsen, Mathias Eick, Torun Eriksen, sowie als Mitglied von Shining und Chrome Hill) und Jazzbassist Audun Erlien (Eick, Molvær, Aarset, Seglem...) hat Bernhoft dafür gesorgt, dass all seine Songs sehr ordentlich bis makellos auf Massentauglichkeit produziert und programmiert wurden von Fred Ball (KT Tunstall, Little Boots, Sophie-Ellis Baxtor, Brett Anderson). Zwischen all den großen Namen kann ja nichts schiefgehen.

Ja, der Großteil der Platte sitzt. Alles sehr schön gemacht, nur leider hat man zunehmend das Gefühl, ein Covers-Album zu hören, »Die größten One-Hit-Wonders der Siebziger« oder so. Selbst ums ewige Achtziger-Revival kommt Bernhoft nicht herum: den Hit »Shout« der Tears For Fears musste der 1976 Geborene wohl als Erinnerung an seine Kindheit mit ins Programm nehmen, wenn auch entstellt als Elektropop mit Falsettgesang zwischen Michael Jackson und Prince im Stile der frühen Achtziger. So mit Referenzen aufgebläht wie nach dem Lesen dieser Rezension fühlt man sich auch nach dem Hören der CD. (ijb)



Siehe auch:
Shining
Chrome Hill
Marit Larsen
Mathias Eick

 Bernhoft: Solidarity Breaks

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jarlebernhoft.de

   

Humanoid
(2018, Kikitepe Cassette/Embassy of Music KIKICD/LP04)

Als wär's die neue von Lenny Kravitz, legen im Titelstück direkt fetzige Gitarren los. Huch, hatten wir das nicht schon bei früheren Alben geschrieben? Jarle Bernhoft, nun angemessen mit auf dem Cover genannter Begleitband »The Fashion Bruises«, bietet wieder einmal treibenden Soul-Rock, eine musikalische Reise in die Seventies, schnittig und glossy produziert: Musik, die sich für einen leidenschaftlichen Film über die Soul-Musikszene der 1970er mehr als empfiehlt.

Vier Jahre sind bereits seit dem schwachen Vorgängeralbum vergangen, und Bernhoft blickt deutlich älter und gereift auf den Fotos des Albums, und seine drei Bandmitglieder (u.a. nun mit Fredrik statt David Wallumrød) dürfen nun auch mit aufs Bild – gut so, denn die Energie dieser zehn allesamt gemeinsam komponierten und produzierten Songs ist ihnen als Team zuzuschreiben. Zwei schöne Gesangsduetts (Alice Raucoules, Raelee Nikole) gibt es obendrein. Insgesamt hört man deutlich, dass die Platte als Band entstanden ist, handgemacht und wohl live im Proberaum erarbeitet, und die Scheibe geht gut rein ins Ohr – und sicher auch ins Radio – wenngleich die Songs gerne etwas weniger amerikanisiert hätten sein dürfen. (ijb)



Siehe auch:
Fredrik Wallumrød
Susanna

   

Islander
(CD+DVD, 2014, Kikitepe Cassette/Embassy of Music KIKICD03)

Im Rückblick fragt man sich dann doch, ob wir mit Bernhofts letztem Album zu streng ins Gericht gegangen sind. War ja eigentlich keine schlechte Platte, doch hatte man ihm nach früheren Meriten mehr zugetraut als das Nachahmen (zu?) großer Vorbilder. Wollen wir ihm also eine zweite Chance geben; vielleicht findet er mit dem Nachfolger mehr zu sich, zur eigenen Sprache.

Doch leider enttäuscht »ISLANDER« nur noch mehr. War das Debüt streckenweise immerhin mitreißend und kraftvoll, so klingt hier jedes Stück mechanisch, sauber produziert, so geschniegelt, dass sich man die Scheibe als Definitionshilfe für den Ausdruck »gepflegte Langeweile« nutzen kann. Routiniert wie ein Unterhalter in Las Vegas singt Bernhoft die elf Nummern herunter, und es überrascht, dass letztlich nichts im Ohr bleibt, nicht einmal der Gastauftritt von Jill Scott. Schade auch, dass weniger Abwechslungsreichtum als beim Debüt geboten wird; vielleicht war es nicht die beste Idee, dass das Album fast ausschließlich von Paul Butler produziert, arrangiert und musiziert wurde. (ijb)



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