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Alle Rezensionen zu Vladislav Delay as Sistol
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

On The Bright Side
(2010, Phthalo Records / Halo CyanRec PHC04)

Der Mann wird nicht müde. Nachdem Sasu Ripatti zuletzt unter immer weiteren Pseudonymen und Kollaborationen veröffentlicht und sogar eine Free-Jazz-Liveband ins Leben gerufen hat, gibt es nun, elf Jahre nach dem ersten, ein zweites Album als Sistol, sowie zeitgleich ein Re-Release des Debüts mit einer zusätzlichen CD aktueller Remixe zahlreicher Größen der elektronischen Musik. Freilich werden diese Veröffentlichungen gleich unmissver-ständlich als »Vladislav Delay as Sistol« auf dem Cover ausgewiesen, hat sich doch das Delay-Pseudonym in den zehn Jahren als Ripattis markantester Künstlername etabliert.

Bei der Unmenge an aktuellen Projekten überrascht es fast, dass »ON THE BRIGHT SIDE« nicht zu einer uninspirierten Kopie des rauhen Frühwerks geraten ist. Im Gegenteil: Im direkten Vergleich mit der Wiederveröffentlichung erweist sich die neue Platte klar als stärker. Eine seiner besten wurde sie dann leider doch nicht ganz. Der Stil ist zwar im Grunde der gleiche wie damals: trockener, latent experimen-teller, aber doch so geradliniger wie clubtauglicher Techno; und - teilweise jedenfalls - ein subtiles Update von früher Neunziger-Jahre-IDM à la Richard D. James und anderen Warp-Artists.

Etwas mehr Fokussierung hätte aus dem Album einen echten Knüller gemacht. Vor allem die erste Hälfte bleibt über die längeren Tracks bald zu monoton und nur durch diverse, nicht so schlüssige Soundspielereien »aufgelockert«, die unangenehm an alte Videospiele erinnern. Am überzeugendsten ist Sistol 2010, wenn die Tracks entweder klanglich etwas aggressiver und rhythmisch fintenreicher ausfallen (»Glowing and so spread«, »Fucked-up Novelty«) oder er sich über jeweils rund acht Minuten poppig elegant als Kalkbrenner Finnlands empfiehlt (»A Better Shore« und »Funseeker«). (ijb)



Siehe auch:
Vladislav Delay
Vladislav Delay Quartet
Luomo
Uusitalo

Vladislav Delay as Sistol: On The Bright Side

Offizielle Website

Offizielle Website      http://vladislavdelay.com

   

Remasters & Remakes
(2 CDs, 2010, Phthalo Records / Halo CyanRec PHC 02)

Man muss schon eine ganz besodere Vorliebe für mini- malistische elektronische Musik haben – oder aber Ripatti- Komplettist sein, um dieses, sein zweites Album ins Herz zu schließen. 1999 unter dem Pseudonym Sistol veröffentlicht, wurde dieses knapp einstündige Technoalbum nun wieder-veröffentlicht - remastered, mit komplett neuem Design, abgeänderter Tracklist (zwei Albumtracks des Originals wurden ausgetauscht durch »rare tracks«) und vor allem in Begleitung einer zweiten CD mit elf Remixversionen unter- schiedlichster Kollegen, von John Tejada über Alva Noto und DMX Krew bis hin zu Sutekh. Damit keine Unklarheiten bleiben, erscheint, wie das parallel veröffentlichte Sistol-Nachfolgealbum »On the Bright Side«, auch dieses direkt als »Vladislav Delay as Sistol« und anstelle eines Albumtitels heißt es: »REMASTERS by Vladislav Delay«.

Die acht Tracks sind nicht so wagemutig und facettenreich wie die nachfolgenden Veröffentlichungen, mit denen Ripatti als Vladislav Delay bekannt wurde. Gerade im Rückblick zeigt sich die Platte sehr ihrer Entstehungszeit verhaftet, den Anfängen des Dub-Techno; spartanische Produktion, gleichförmige Rhythmen, kaum Breaks, und nur mit minimalen Variationen ausgestattet. Ein unterhaltsames Club- und Tanzalbum ist dies nun nicht, trotz Fokus auf Beats.

Auf der »REMAKES«-CD geht es naturgemäß vielseitiger zu. Dennoch hätten manche der Neubearbeitungen gerne etwas spannungsvoller sein dürfen. Wo Aki Latvamäki oder der gewohnt herausragende Carsten Nicolai (Alva Noto) auch im Beharren auf Reduktion überzeugen, liefert Mike Huckaby fünfeinhalb Minuten variationslosen Rhythmus-Shuffle ab. Wechselhaftes Niveau, aber die eine oder andere Entdeckung wird für jeden zu finden sein. (ijb)



Siehe auch:
Mika Vainio

   

On The Brighter Side (Remixes)
(LP, 2010, Phthalo Records / Halo CyanRec PHC03, PHC05)

Zum Album »On The Bright Side« erschienen zwei EPs mit dem Titel »ON THE BRIGHTER SIDE« mit Remixversionen hochgehandelter Musiker, die die Originale durchweg sowohl eigenständig stark als auch verbessernd bearbeitet haben, wie es auch bei den parallel veröffentlichten »Remakes« des Debüts der Fall ist.

Während die EP »Vol.1« den Schwerpunkt auf radikal geradlinige Techno-Tanzbarkeit legt (Redscape, Jori Hulkkonen), geht es »Vol.2« etwas entspannter an und bietet vier individuelle Versionen, die sehr zum aufmerksamen Hören einladen, von Scuba, Falty DL, Oneothrix Point Never und Walls. (ijb)



Siehe auch:
Jori Hulkkonen



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