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Alle Rezensionen zu Echo Me
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Echo Me
(2012, Für Records/Soulfood EM001)

Pop ist per Definition das Leitmedium aller Emotionen, die sich partout nicht fassen lassen wollen, sondern sich flüchtig und flink wie die Silberfische allen vorschnellen Definitionen entziehen. Aus diesem Grund ist Echo Me, das Projekt des dänischen Singer-Songwriters Jesper Madsen, trotz mancher Anleihen aus der selbstgezimmerten Holzkiste des Nu Folk ein Popalbum reinsten Wassers geworden. Auch deshalb, weil es auf dem selbst betitelten Debütalbum schwärmerisch und bisweilen sogar troubadorhaft zugeht. Bescheiden handgemachte Töne sind nicht die Sache des jungen Herrn Madsen. Der in Songs wie »The Memory« gekonnt ins Falsett wechselt, um mit den Risiken und Nachwirkungen einer gescheiterten Liebe klar zu kommen. Bisweil glitzern die Augen frech. Pop? Unbedingt!

Um reinsten Pop handelt es sich hier auch, weil der Zweifel eine tragende Rolle spielt: Denn was ist ein Popsong wert, in dem nicht eine unbestimmte Sehnsucht mitspielt? Denn in der kleinen, zärtlichen Preziose »You Never Will Be Mine« ist trotz aller gegenteiligen Behauptungen klar, dass der Barde keineswegs die Hoffnung aufgegeben hat. »ECHO ME« ist auch deshalb ein Popalbum, weil ein unbedingter Wille zur (inneren) Schönheit mitschwingt und die Gralssuche nach der Harmonie auch in schwierigen Seelenlagen niemals abgebrochen wird. Stimmlich erinnert der in Berlin lebende Kopenhagener bisweilen an Teitur, den Seelenverwandten von den Faröer Inseln. Auf unkitschige Weise ins Schwärmen kommen kann man bei beiden. Selbst wenn die Welt keineswegs in Ordnung und die geliebte Person grausam ist. Besser als in »How You Left Me«, dem heimlichen emotionalen Höhepunkt des Albums, kann man nicht sagen: Ich gehe hoch erhobenen Kopfes weiter und stehe zu dir. Immer. (emv)



Siehe auch:
Teitur

 Echo Me: Echo Me

Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/echomemusic

   

Sleep Is Key
(2018, Backseat/Soulfood)

Ein übernächtigter Troubadour. Das ist Jesper Braae Madsen alias Echo Me. Sein viertes Album »SLEEP IS KEY« kreist vordergründig um sehr späte Nachtstunden mit all den tiefen Gedanken, die um vier Uhr morgens so viel schwerer auf der Seele lasten wie tagsüber im Sonnenschein. Die Aufnahmen enstanden kurz nach der Geburt seines zweiten Kindes, was die Sehnsucht nach Schlaf erklären dürfte. Der bärtige Rotschopf segelt zwar vordergründig unter der Flagge Indie-Folkpop, aber ein harmloser Klampfer ist Madsen nicht. Denn es ist klassisches Songwriting mit Mut zur großen Geste, das der Musiker hier zelebriert. Durchaus in der Tradition von Simon & Garfunkel, die zu seinen großen Einflüssen zählen. Aber die Falsettstimme ist das unbedingte Alleinstellungsmerkmal von Madsen!

Echo Me hat das Album in Eigenregie aufgenommen und auch selbst produziert. Aber ohne ein bisschen Hilfe von den Freunden geht es dann doch nicht. Die wunderbare Live Foyn Friis ist bei »What They Say« eine einfühlsame im Duettpartnerin. Die maßgeblich dazu beiträgt, dass der Track mit ruhiger Schönheit punktet. Søren Buhl Lassen, Drummer der Postrocker Band Blaue, ist als Ratgeber und Co-Produzent aktiv. Ureigentlich geht es hier auch ums Erwachsenwerden und um die damit einhergehennden Enttäuschungen. Im Kammer-Melodrama »4 AM« macht Echo Me aus der Desillusionierung eine Kunstform. Hach! (emv)



Siehe auch:
Live Foyn Friis
Blaue Blume

Video-Link



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