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Alle Rezensionen zu Boho Dancer
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Furry Skin
(2012, Slow Shark Records/Nordic Music Society)

Katzenliebhaber dürften sich an »FURRY SKIN«, der Debüt-EP von Boho Dancer erfreuen: Sängerin Ida Wenøe maunzt, schnurrt und faucht, dass die vierbeinigen Felltiere neidisch werden könnten. Das Trio mit starken Wurzeln am Århuser Konservatorium, das sich nach einem Joni-Mitchell-Song benannt hat, ist nur auf den ersten Blick mit Songs wie »Only A Tale« der klassisch-folkpoppigen Lust am Geschichtenerzählen verpflichtet. Denn auf den zweiten Blick überschreiten die Drei ganz sachte die grüne Grenze, wo das Dickicht undurchdringlich und die Töne wunderlich werden. Irrlichter flackern im Track mit dem irreführenden Titel »Good Vibrations« voller zärtlicher Anarchie über schauermärchenhafte Landschaften, und Ida Wenøe setzt hier einen Schlusspunkt voller mädchenhafter Schalkhaftigkeit: »I am too loud!« Von wegen!

Weitestgehend solide-akustisch geht es hier zu, und die Arrangements sind von geradezu tiefgründiger Raffinesse. Ach, all diese Störgeräusche überfallen uns hinterrücks auf leisen Sohlen! Boho Dancer sind in geheimer Mission angetreten, uns mit folkiger Sanftheit den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Wer hier katzengleich die Ohren hochstellt, wird die Botschaft wohl vernehmen und die im Titelsong ausgesprochene Einladung annehmen: Sich in das kleine, verwunschene Haus mitten im Wald aufmachen. (emv)

 Boho Dancer: Furry Skin

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.bohodancer.com

   

Gemini
(2013, Nordic Music Society ApS/Soulfood Nordic 126)

Ist Nachdenklichkeit langweilig? Überhaupt nicht, wenn sie so leichtfüßig daherkommt wie auf »GEMINI« dem ersten Longplayer von Boho Dancer. Macht sanfte Traurigkeit depressiv? Von wegen, wenn die zärtliche Stimme von Ida Wenøe die Seelentrösterin gibt. Das Trio aus Århus schwelgt weiter im großäugigen Folkpop und pflegt die Kunst des krausen Geschichtenerzählens. Wenøe hört sich mitunter so an wie das im Walde ausgesetzte Schneewittchen, bevor sie die Zwerge traf. Im fast schon experimentell ausufernden Track »Waiting On A Summer (Never To Come)« verausgabt sie ihre Stimme auf einem Parforce-Ritt quer durch komplizierte Gefühlslagen von engelsreiner Naivität bis zur schwurbeligen Hysterie. Aber keine Angst: Allermeistens ist das Tempo hier gemächlich. Boho Dancer bewegen sich gelassen durch endlose Prärieweiten.

Am nahesten kommen die Dänen dem Glück hier im pop-affinsten Track »Fictional Reasons«, in dem sie sich ausnahmsweise ausgelassene Fröhlichkeit gestatten. Aber am meisten bei sich scheint diese Band in den den ruhigen Dämmerungs-Stückchen zu sein, in denen die Grenzen zwischen Tag und Traum langsam verschwimmen. Wie etwa im schwebenden Duett »Like Rain«, wo eine gefühlige Violine Patentante spielen darf. Oder im reduziert-balladigen »Caldera«, wo eine leise Traurigkeit an den Rändern lauert. Passt perfekt zu blauen Stunden! (emv)



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