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Alle Rezensionen zu Karin Park
(Genre »Beats«, Land »Schweden«)

 

Highwire Poetry
(2012, State Of The Eye/Alive)

Ein Zwitterwesen. So will sie uns erscheinen. Als unberechenbare Mischung aus spätpubertierender Göre, elektronischem Dancefloor-Lackledervamp und urbaner Macbeth-Hexe. Karin Park hat sich auf ihrem vierten Album »HIGHWIRE POETRY« eine Menge vorgenommen: Künftig in einem Atemzug mit Fever Ray genannt zu werden ist dabei noch der geringste Anspruch. Björk und Lykke Li werfen lange Schatten auf die kühle, intelligente Glitzerwelt der Chanteuse, die ihr Viertlingswerk gemeinsam mit ihrem Bruder in der Kirche eines abgeschiedenen Dorfes in nordschwedischen Dalarna-Region aufgenommen hat. Dort also, wo sich die dunklen Wälder sachte um einem schließen.

Die Chanteuse gibt die dominant-eleganten Andersen´sche Schneekönigin mit Verve. Erschafft beunruhigende elektronische Kunstmärchen. Und will mit diesen stets leicht überspannt wirkenden elektronischen Klangspielereien trotzdem ganze Clubs zum Tanzen bringen! Wo sie sich genau verortet, lässt sie lieber offen: Irgendwo zwischen 80er-Schwarzjoppen-Pop, End-70er-Synthie-Exzessen, tribalen Klängen und experimentellem Hexenwerk (wie in der dezidiert gruseligen Schauemär »6000 Years«), aber auch in den stylishen Klangwelten, in denen sich stylish frösteln lässt. Mit auf Hochglanz polierten Club-Stückchen wie »Restless« flirtet die Park hörbar mit dem Mainstream. Die Produzenten Barry Barnett und Christoffer Berg, die schon mit The Knife an Songs bastelten, haben hier Spuren hinterlassen. Interessant wird es hier aber immer dann, wenn die nasale Stimme der Park fast ins Lächerliche kippt und sich dabei hinterrücks absonderliche elektronische Störgeräusche aus dem Unterholz anschleichen, bis man wirklich das Gruseln lernt. (emv)



Siehe auch:
Björk
Lykke Li
The Knife

Karin Park: Highwire Poetry

Offizielle Website

Offizielle Website      karinpark.com/

   

Blue Roses
(2018, Djura Missionshus)

Melodrama, Baby! Die schwedische Diseuse Karin Park holt auf ihrer EP »BLUE ROSES« selbstbewusst zur großen Geste aus. Entwirft geheimnisvolle, mythische Klangwelten, in der die Grenze zur Schauermär schon mal überschritten wird. Vom intellektuellen Überbau ganz zu schweigen: Jeder der vier Songs, repräsentiert eines der vier Elemente Luft, Wasser, Erde und Feuer. Die Texte sind inspiriert von Dichtern wie Jean Genet, Patti Smith und Federico García Lorca. Karin Park schwelgt hörbar in ihrer neuesten künstlerischen Inkarnation als Dark Lady, die ihre persönlichen Facetten kunstvoll ausspielt: Jungfrau, Hexe, Seherin und Zauberin. Von dieser Dame möchte man lieber nicht mit einem Fluch belegt werden!

Die Farbe Blau steht eigentlich für Beständigkeit, aber auf dem Titelstück führen uns die blauen Rosen in eine samtene Dunkelheit, wo die tribalen Trommeln klingen und die schwarze Romantik regiert. »Stay of my sacred land!« lautet hier die mantrisch wiederholte Beschwörungsformel. Lieber nicht zu nahe kommen! Das überlebensgroße »Roaring Oceans« klingt trotz seiner gepflegten Grusel-Atmosphäre sehr musical-affin, was nicht wirklich verwundert: Karin Park hat in ihrer Heimat zuletzt im Musical »LES MISERABLES« einigen Eindruck hinterlassen. Wer Gefühle in Cinemascope fern der Kitschgrenze goutiert, ist hier genau richtig! (emv)

Video-Link



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