Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Melrose
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

The First Albums (Melrose & Another Piece Of Cake)
(1994, Megamania MGMCD 2055)

Das sind Finnen? Verwundert zieht so mancher die Augenbrauen hoch – nicht grundlos: Melrose klingen amerikanischer als manche U.S. Rock(abilly)-Band. Schon ihr Debüt-Album »MELROSE« von 1986 brachte den Nordlichtern eine ausgedehnte Europa-Tour ein, sowie den Ruf als »eine der legendärsten Rockbands Finnlands«. Tempo, Tempo, Tempo: Von »Rich Little Bitch« bis »Melrose« rocken die Gitarren, groovt die Rhythmus-Abteilung und begeistert Tokelas Stimme, so dass man sich unwillkürlich in die Elvis-Ära zurückversetzt fühlt.

Auch der energiegeladene Nachfolger »Another Piece Of Cake« überzeugte 1987 in bester Rocker-Manier - inklusive der Melrose-Interpretation des Chuck-Berry-Superhits »Little Queenie«. Ein Doppelalbum, das Gel, Haartollen, enge Jeans und Ledermontur wieder zum Leben erweckt: »The Boys Are On Fire«. (nat)

 Melrose: The First Albums (Melrose & Another Piece Of Cake)

   

Got It Made
(2015, Fullsteam Records/Sony 88875062212)

Das Coverfoto zeigt: Melrose sind älter geworden – auch zahmer? Nach sage und schreibe 13 Jahren Pause ist die vermutlich dienstälteste Rock’n’Roll-Kapelle Finnlands mit einer neuen Veröffentlichung am Start. »GOT IT MADE« heißt das siebte Studioalbum des Trios um Sänger/Gitarrist Mika Tokela. Die Besetzung ist dieselbe wie auf dem Vorgänger »IT'S IN THE BAG« (2002), doch der Tritt aufs Gaspedal deutlich schwächer.

Der Opener »Rock 'n' Roll Cliché« schleppt sich eine ganze Weile lässig groovend dahin und trumpft mit einem fett rockenden Abschluss auf. Derart verausgabt erholen sich die Finnen einige Lieder lang bestenfalls im Midtempo, ziehen erst bei »One More Chance« das Tempo wieder an. Mit Ausnahme des Titelstücks sind auch die restlichen Songs von eher subtiler Natur. Fazit: Eine Scheibe für Freunde gemäßigterer Töne. (nat)

   

8604 – The Best Of Melrose
(2004, Johanna Kustannus / Megamania 1000122012)

Melrose eröffnen ihr Best Of-Album»8604« mit einem ihrer populärsten Hits: »Rich Little Bitch« aus dem Jahre 1986. Für die Entstehung des ersten Hits der Finnen nennt Fronter Tokela drei Gründe: Sexueller Frust, die Forderung der Plattenfirma nach einem neuen Stück und »noisy American high school students«, die vor den Jungs aus einem Bus stiegen – und sich für etwas Besseres hielten.

Dies und weitere Hintergründe zu jedem Song der Scheibe kann der Hörer auf 24 Seiten nachlesen. Ein Abriss der Bandgeschichte, von der Zusammenarbeit mit den Kaurismäki-Brüdern über Tokelas Zeit bei den Leningrad Cowboys bis zum Coversong »Loverboy« 2004 sowie diverse Fotos komplettieren das Booklet. Interessantes Hintergrundmaterial, grandiose Songs, wirklich »THE BEST OF MELROSE« – was will man mehr? (nat)



Siehe auch:
Leningrad Cowboys

   

It's In The Bag
(2002, Megamania 1000 121792)

Nach sechsjähriger Abstinenz kehren die Rock(abilly)-Veteranen zurück. Wenn die klassische Rock'n'Roll-Gitarre des Sängers Tokela vibriert, Jamis Stöcke über die Felle tanzen und Rogers Bass-Saiten pulsieren, versetzen nicht nur Opener plus Titeltrack Hüften und Schultern gleichermaßen in Schwingungen.

Doch dann schlägt das Trio erstaunlich oft sanfte Töne an, etwa bei »MVP« oder »Don't Break The Chain«, tritt jedoch unverhofft nach zwei Dritteln von »Lonely Ride« wieder à la Jerry Lee Lewis aufs Gaspedal. Der Anfang von »I'm Flying« erinnert gar an das Run DMC-Aerosmith-Duett »Walk This Way«, nanu? (nat)

   

Trio
(1996, Megamania 1000 120592)

Schwerer, gewaltiger, bluesiger. Nachdem sich Fronter Tokela ein Jahr lang bei den Leningrad Cowboys als Gitarrist/Mit-Songschreiber austobte, wendet er sich wieder seiner Hauptband zu. Melrose kredenzt auf »TRIO« Blues'n'Roll, mit Wah-Wah- und Slidegitarren. Aushilfskellner, gerüstet mit Blas-/Saiteninstrumenten helfen tüchtig mit, verwandeln die Rockabillys auf ihrem Fünftling fast zu einer Blues-Big-Band.

Wäre nicht der stimmgewaltige, markante Sänger, hätte der geneigte Hörer Mühe die Band wieder zu erkennen – zumindest wenn er nur die ersten Scheiben kennt. Ja Jungs, ihr macht auch das ganz gut – aber bitte, bitte, explodiert mal wieder so ungestüm wie in euren Anfangstagen!
(nat)

   

Rock My World
(1993, Johanna Kustannus Oy MGMCD 2047)

Neuer Bassist, neues Glück. Mit dem Neuen namens Roger Nieminen flogen die Finnen über den großen Teich, um in Los Angeles ihren vierten Longplayer aufzunehmen. Was die Plattenfirma nicht wusste: Es gab kaum neues Material. Bandkopf Tokela löste das Problem, indem er tagsüber neue Stücke schrieb – und nachts aufnahm. Ganz anders als der Vorgänger, stammt »ROCK MY WORLD« aus einem Guss.

Ein groovendes, sehr blueslastiges Werk mit astreinem Klang. Das Trio beschreitet hier neue Wege, etwa mit einer Gastsängerin oder dem orientalisch angehauchten »Human Right For Smakes«, das Altmeister Ismo Alanko komponierte. Kein Vergleich zu den Anfangstagen, doch beißt sich der Viertling nach mehrmaligem Hören richtig fies in den Gehörgängen fest.
(nat)



Siehe auch:
Ismo Alanko

   

Full Music
(1990, Johanna Kustannus Oy MGMCD 2030)

Aufgepasst: Der klingt ganz anders. Drei Jahre brauchten Melrose für den Drittling, den sie zwischen Tour und Familienleben aufnahmen – und das laut Bandaussage an vier verschiedenen Orten. Irgendwie scheint die Band nicht nur geographisch den roten Faden verloren zu haben: Hier liegt Reggae neben Südstaatenblues, Rock('n'Roll)er neben dem angejazzten »Waiting For A Call«. Sangen sie auf ihrem selbstbetitelten Debüt nicht noch »…jazz kiss my ass«, und nu?

»FULL MUSIC« ist ein bunter, musikalischer Flickenteppich, aber beileibe kein schlechter. Kurz danach stieg Basser Repa Nurmi aus – allerdings telefonisch und das eine Stunde vor einem Auftritt. Glücklicherweise konnten zwei Freunde der Band, Mitja Tuurula (J. Karjalainen & Electric Sauna) / Jukka Orma (Sielun Veljet) einspringen.
(nat)



Siehe auch:
J. Karjalainen
Sielun Veljet



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2020, Design & Programmierung: Polarpixel