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Alle Rezensionen zu Marius Ziska
(Genre »Pop«, Land »Färöer«)

 

Recreation
(2013, Stargazer Records/Broken Silence HJF256)

Der isländische Musiker Pétur Ben sagte nach einem Auftritt beim färingschen G!-Festival: »Ich denke wirklich, dass die Färöer Inseln zu den Flecken Erde zählen, wo wundervolle Dinge passieren können. Ich glaube sie sind ein magischer Ort«. Beim eben diesem G!-Festival entdeckte Stargazer Records 2012 Marius Ziska, der dort nun mit »RECREATION« debütiert. Zusammen mit seiner dreiköpfigen Band und etlichen Gästen hat er neun Singer-Songwriter-Kompositionen zwischen Folk, Pop und Rock eingespielt.

Die fragilen Akustikmelodien untermalen Ziska, Allan Tausen (Gitarre, Gesang), Heðin Ziska Davidsen (Gitarre, Sitar, Ukulele, Synth, Gesang) und Brandur Jacobsen (Schlagzeug, Gesang) mit Synthie-Sounds. Die Lieder verbreiten oft eine zerbrechlich-nachdenkliche Stimmung, doch dazwischen stampft »Love« aus den Boxen, setzen Gastbläser (Posaune, Tuba, Trompete) Akzente wie im beschwingten »One In The Masses«. Die Kapelle aus Søldarfjørður füllt 34 Minuten mit stimmigen, schönen Songs samt eingängigen Refrains, sehr gut produziert von Jens L. Thomsen. Eine Frage bleibt: Wieso kommen mir »Walk The Road« und Passagen von »Into The Silence« so bekannt vor? (nat)



Siehe auch:
John Tchicai

Marius Ziska: Recreation

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.mariusziska.com/

   

Portur
(2018, Stargazer Records/Broken Silence)

Willkommen in der Träumer-Disco! Marius Ziska, nach Teitur und Eivør wohl der bekannteste Musiker der Färöer Inseln, erfindet sich auf »PORTUR« (übersetzt: die Pforte) ein wenig neu: Erstmals singen er und seine Band ausschließlich in ihrer Muttersprache. Und flirten auffallend mit dem elegant-melancholischen Elektropop. Folkige Farbtupfer? Fast Fehlanzeige, bis auf das diskret herzschmerzige Duett »Til Kærleikan«, wo mit Guðrun Pætursdóttir Haberg von Guðrun And Bartal eine einfühlsame musikalische Partnerin dabei ist. Die Discokugel dreht sich hier über einer trauervioletten Tanzfläche.

»PORTUR« ist ein Konzeptalbum über die zwei verschiedenen Realitäten des Menschen: Die innere und die äußere. Die Kluft zwischen beiden Bewusstseinsebenen ist aber vor allem eine bittersüße. Marius Ziska wagt hier den mit Songs wie dem klanglich üppigen Opener »Silvurlín« den Aufbruch in poppige Gefilde, hart an der grünen Grenze zum Depri-Discoland. Ziska schwelgt hier in unterkühlt schwärmerischen Gefühlswelten und erhebt die Nachdenklicheit zur Kunstform. Der färingische Musiker bewegt sich aber keineswegs in realitätsfernen Gegenwelten, sondern überrascht mit großem Einfühlungsvermögen. Im zurückgenommenen »Flóttin« thematisiert er das große Sterben von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Ob man dazu unbedingt Streicherbegleitung braucht? Gleichwohl: Besser als mit Marius Ziska kann man kaum in den Frühherbst starten. Und es kaum erwarten, bis die ersten Blätter fallen. (emv)



Siehe auch:
Teitur
Eivør
Guðrun & Bartal

Video-Link

   

Home
(2015, Stargazer Records)

Der Singer-Songwriter als Troubadour: Marius Ziska balanciert auf seinem zweiten Album »HOME« gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Folk und Pop. Voller Innigkeit tut er das, um diese altmodische Vokabel zu bemühen. Fein orchestriert und mitunter bewusst zurückgenommen besinnt sich der färingische Musiker auf seine Wurzeln. Denn das Album ist zweigeteilt: Vier Tracks auf englisch, vier Sounds auf färöisch. Und keine Angst: Von betulicher Folksmusik ist hier nichts zu spüren, wenn das sehr feine Duett »Tokan« mit dem isländischen Kollegen Svavar Knutúr gehörig Fahrt aufnimmt. Geradezu schwärmerisch und ziemlich euphorisch agieren die beiden Barden hier. Und das in einem Song über den Nebel! Der Track wurde übrigens im Jahr 2014 als bester Song bei den Färöer Music Awards ausgezeichnet!

Die Heimkehr zu den Wurzeln zelebriert Ziska in der ruhigen Gitarren-Ballade »Going Home«, an der man sich wärmen kann wie an einem flackernden Lagerfeuerchen. Was beim ersten Hören simplizistisch klingt, erweist sich beim zweiten Hören als kleines Schatzkästlein voller fein aufblitzender Facetten. Doch heimlicher Höhepunkt ist hier das herzerweichende Duett »Shades« mit der Landsfrau Eivør: Hach, man möchte sofort das Boot besteigen und gen Färöern segeln!
(emv)



Siehe auch:
Svavar Knútur
Eivør



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