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Alle Rezensionen zu Where Did Nora Go
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Shimmer
(2014, G-Records/Rough Trade GM086-2)

Where Did Nora Go wird zwar in erster Linie über die aus dem dänischen Århus stammende Musikerin und Sängerin Astrid Nora präsentiert, zumal sie die Lieder und Texte schreibt. Doch ihr traumnahes, verführerisches Album mit dem sehr treffenden Titel »SHIMMER« ist ebenso wesentlich geprägt von ihren beiden sicher kaum weniger fantasievollen Co-Multiinstrumentalisten, Co-Produzenten und Co-Arrangeuren Henrik Marstal und Kasper Rasmussen. Eine latent märchenhafte Atmosphäre prägt die kluge Mischung aus Popmusik, Neo-Folk und Kammermusik, bittersüß und komplex arrangiert, wenn auch durch pittoreske Spieluhrklänge, Harfen und effektive Philip-Glass-Einflüsse oftmals scharf an der Grenze zum Kitsch.

Zwar schreibt Astrid Nora eingängige Melodien, doch mit Hilfe von raffiniert verschrobener Instrumentierung tut die Band gut daran, das Wohlklang-Bad stetig von feinen Irritationen und leisen Dunkelheiten zu durchziehen. Dass die Texte, ebenso halb dunkel, halb optimistisch, des öfteren Tiefgründigkeit nur vorgeben, dabei teils eher an Poesiealbumsprüche erinnern, stört daher glücklicherweise das Gesamtbild beinahe gar nicht, zumal Nora die Inhalte als Sängerin nicht ausstellt. Die Musik punktet durch Abwechslungsreichtum und in der Popszene erfreulich unangepassten Einsatz eines reichen Spektrums an Instrumenten. Häufig kombiniert die Band geschickt akustische und elektronische Elemente, etwa Cello-Percussion mit (präpariertem) Klavier und Drum-Programming. Vergleiche mit Antony Hegarty und Mariam The Believer sind häufig zu lesen, doch Astrid Nora pflegt ihren ganz eigenen Stil, ist gediegener, verkünstelter und geht weniger ans »Eingemachte« als jene. Am ehesten ließe sich ihre Musik mit der ebenfalls in Dänemark geborenen Agnes Obel vergleichen (»I Have Wandered«), wenngleich Obel durch berückende Einfachheit besticht, Where Did Nora Go hingegen eher als Jongleure heterogener Elemente. (ijb)



Siehe auch:
Alice and the Mountain
Agnes Obel
Mariam The Believer

 Where Did Nora Go: Shimmer

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://wheredidnorago.tumblr.com/

   

Where Did Nora Go
(2013, Für Records/Soulfood)

Hauchen, flüstern und raunen. Das beherrscht Astrid Nora bestens. Aber zum guten Geschichtenerzählen gehört es auch, selbstbewusst die Stimme zu erheben. Was die dänische Chanteuse und Cellistin auf ihrem zweiten Album »WHERE DID NORA GO« mit Verve tut. Und dabei mitunter in soulig-schwüle Gefilde abzudriftet, wie in der ersten Single »Please Pleaser«. Aber ureigentlich ist Miss Nora dort heimisch, wo sich Dreampop und Schauermärchen traulich die Hände reichen und das Unheimliche sich wie plötzlich aufsteigender Nebel in die Songs schleicht. Wie im verschleppten Walzer »Sister Of The Dark«, der aufs Angenehmste frösteln lässt.

Die Songs kommen mitunter so balladig daher wie Gothic-Novellen aus dem frühen 19. Jahrhundert, wobei das gefühlige Cello eine trügerische Sicherheit verleiht. Astrid Noras musikalisches Universum ist keineswegs aus der Zeit gefallen. Denn die Frage, ob eine Frau die Puppe oder Magd des Mannes ist (das ausufernde und auf eine stille Klimax hinsteuernde »Your Doll, Your Maid«), bleibt auch 130 Jahre nach Henrik Ibsens Nora-Drama aktuell. Astrid Nora und ihre Band flechten hier keinesfalls alte Zöpfe, sondern mischen mitunter elegante elektronische Schnippsel unter. Stimmlich erinnert die Dänin mitunter an die schwebenden und dennoch kraftvollen Vocals von Olivia Merilahti von The Dø. Ein Faible für schwer zu definierende Zwischenzustände ist ohnehin beiden Damen eigen.
(emv)



Siehe auch:
The Dø



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