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Alle Rezensionen zu Mats Eilertsen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

And Then Comes The Night
(2019, ECM/Universal ECM 2619)

Steht auch nicht »Trio« auf dem Cover, ist »AND THEN COMES THE NIGHT«, Eilertsens zweites Album unter eigenem Namen bei ECM, doch zweifelsfrei die dritte CD des Mats Eilertsen Trios mit dem Niederländer Harmen Fraanje am Piano und Landsmann Thomas Strønen am Schlagzeug. Und mehr noch als zuvor sind die Drei als Gruppe zur unteilbaren Einheit zusammengewachsen, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass man als unvorbereiteter Hörer eher das übliche Pianotrio-Projekt unter der Leitung eines Melodien schreibenden Pianisten vermuten würde, so wenig drängt sich Eilertsen (wieder einmal) als Leader in den Vordergrund. Songs und souveränes Zusammenspiel sind mehr denn je ein roter Faden dieser Zusammenstellung. Auch hat man den sonst so aktiven Schlagzeuger selten zuvor derart zurückhaltend und traditionsbewusst im Sinne des Kammerjazz gehört. Allenfalls in kurzen, freier improvisierten Stücken, etwa dem Schluss des Titelstücks, kommt der bekannte flackernde Strønen-Schlagzeugstil durch.

Der sich durch fünf Jahrzehnte ECM ziehenden Linie von Bassisten-Alben fügt Mats Eilertsen mit diesem nun nicht mehr im Osloer Rainbow Studio, sondern beim RSI in Lugano aufgenommenen Instant Classic ein aktuelles Kapitel hinzu, dem böse Zungen allenfalls nachsagen könnten, dass es sich nur marginal von den Klassikern vor 20 oder 30 Jahren unterscheidet. Doch bis heute, etwa in den jüngsten CDs von Gary Peacocks Trio, gibt es diese Alben, die unprätentiöse, oft recht kurze Songs wie »22«, »Solace« und »Soften« mit offeneren, frei improvisierten Stücken (»Perpetuum«, »And Then Comes The Night«) klug verbinden. Und dann gibt es ein kleines, bewegendes Meisterstück wie »The Void«, das genau in der Mitte zwischen den beiden Facetten liegt: die erzählende Melodie unerwartete Wendungen nehmend, mal vorsichtig, kurz abwartend, dann einen forschen Schritt setzend, während Eilertsens Bass eine emotional schwebende Grundierung malt, bevor er sein eigenes Kapitel der Geschichte erzählt, und Strønens klug gesetzte Schlagzeugakzente verdichten jeden dieser Schritte.

Angesichts der beiden schönen, aber nicht herausragenden Vorgängeralben hätte man so eine Verdichtung des Triospiels in dieser Besetzung nicht erwartet. Oder vielleicht gerade doch, siehe die Rezension des geschätzten Kollegen zum vorigen Album »SAILS SET«. (ijb)



Siehe auch:
Mats Eilertsen
Thomas Strønen
Skydive Trio
Alexi Tuomarila

Mats Eilertsen: And Then Comes The Night

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.matseilertsen.com/

   

Sails Set
(2013, Hubro HUBROCD2524)

Bis Track 6 muss man schon durchhalten, bevor dieses Album ein wenig in Fahrt kommt. Was klemmt da? Eigentlich kann es nicht an den Musikern liegen - Mats Eilertsen ist ein ebenso vielbeschäftigter wie qualitätsbewusster Bassist. Trio-Drummer Thomas Strønen ist sowieso legendär, und Pianist Fraanje beweist unterwegs auch immer wieder, dass er mehr drauf hat als das langweiliges Standard-Jazzpiano-Gezklimpere. Trotzdem wirken die Tracks 1 bis 5 eher wir unausgereifte Fingerübungen zum Warmspielen: Kurze musikalische Gedanken, leichthin umgesetzt, ein bisschen nett verschraubte Piano-Akkordfolgen, ein bisschen Schlagzeug-Geklöppel (Strønen klingt ja gern mal wie ein hyperaktiver Roboter, der im Eiltempo Legosteine und Metallteile sortiert). Wischt alles so dahin und bleibt nicht haften.

Der Track Monument dann ist eine treibende Jazz-Nummer, baut sich drohend auf und dreht sich genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in sich selbst zusammen. Man spitzt die Ohren. Doch dann: Wieder nur Geplänkel bis zum Ende des Albums. Ein paar wirklich hörenswerte harmonische Ideen, ein paar wirklich akrobatische, fast elektronisch anmutende Schlagzeug-Spritzer, ein-zwei wohlgesetzte Bass-Soli. Aber nichts, was trägt. Liebe Leute, das könnt ihr besser! (sep)

   

Elegy
(2010, Hubro HUBRO CD2504)

Für dieses Album hat sich Bassist Mats Eilertsen ein neues Trio zusammengestellt - mit Schlagzeuer Thomas Strønen und Pianist Harmen Fraanje. Erstaunlicher Weise kommt dabei ein völlig anderer Sound heraus als auf dem Hubro-Vorgänger Radio Yonder: Schmeichelweich, wie das frühmorgendlich erschöpfte Konzert am Ende eines anstrengenden Jazzfestival-Tages. Ein bisschen Jazzschuppen-Feeling (mit Zigarettenqualm und nicht zusammenpassenden Barhockern, auf denen bärtige Fünfzigjährige sitzen und mit dem Kopf wippen).

Nein, im Ernst: Was die drei produzieren, ist eine nahtlose Mischung aus Improvisation und Komposition, die jedoch ohne Höhepunkte und Hörhaken auskommt. Deshalb ist das Album zwar viel konsumentenfreundlicher als der anstrengende Vorgänger, aber eben auch viel weniger spannend. Was nun besser ist? Schwer zu sagen. Technisch sind beide Alben völlig in Ordnung - das vorliegende umso mehr, da es eine Live-Aufnahme aus Eidsvoll (2009) ist. Aber so richtig vom Hocker haut einen das nicht, Kultiviertheit hin oder her. (sep)



Siehe auch:
Thomas Strønen
Vigleik Storaas Trio
Maria Kannegaard Trio
Food



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