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Alle Rezensionen zu Mats Eilertsen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Sails Set
(2013, Hubro HUBROCD2524)

Bis Track 6 muss man schon durchhalten, bevor dieses Album ein wenig in Fahrt kommt. Was klemmt da? Eigentlich kann es nicht an den Musikern liegen - Mats Eilertsen ist ein ebenso vielbeschäftigter wie qualitätsbewusster Bassist. Trio-Drummer Thomas Strønen ist sowieso legendär, und Pianist Fraanje beweist unterwegs auch immer wieder, dass er mehr drauf hat als das langweiliges Standard-Jazzpiano-Gezklimpere. Trotzdem wirken die Tracks 1 bis 5 eher wir unausgereifte Fingerübungen zum Warmspielen: Kurze musikalische Gedanken, leichthin umgesetzt, ein bisschen nett verschraubte Piano-Akkordfolgen, ein bisschen Schlagzeug-Geklöppel (Strønen klingt ja gern mal wie ein hyperaktiver Roboter, der im Eiltempo Legosteine und Metallteile sortiert). Wischt alles so dahin und bleibt nicht haften.

Der Track Monument dann ist eine treibende Jazz-Nummer, baut sich drohend auf und dreht sich genau zum richtigen Zeitpunkt wieder in sich selbst zusammen. Man spitzt die Ohren. Doch dann: Wieder nur Geplänkel bis zum Ende des Albums. Ein paar wirklich hörenswerte harmonische Ideen, ein paar wirklich akrobatische, fast elektronisch anmutende Schlagzeug-Spritzer, ein-zwei wohlgesetzte Bass-Soli. Aber nichts, was trägt. Liebe Leute, das könnt ihr besser! (sep)



Siehe auch:
Mats Eilertsen
Thomas Strønen
Solveig Slettahjell

Mats Eilertsen: Sails Set

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.matseilertsen.com/

   

Elegy
(2010, Hubro HUBRO CD2504)

Für dieses Album hat sich Bassist Mats Eilertsen ein neues Trio zusammengestellt - mit Schlagzeuer Thomas Strønen und Pianist Harmen Fraanje. Erstaunlicher Weise kommt dabei ein völlig anderer Sound heraus als auf dem Hubro-Vorgänger Radio Yonder: Schmeichelweich, wie das frühmorgendlich erschöpfte Konzert am Ende eines anstrengenden Jazzfestival-Tages. Ein bisschen Jazzschuppen-Feeling (mit Zigarettenqualm und nicht zusammenpassenden Barhockern, auf denen bärtige Fünfzigjährige sitzen und mit dem Kopf wippen).

Nein, im Ernst: Was die drei produzieren, ist eine nahtlose Mischung aus Improvisation und Komposition, die jedoch ohne Höhepunkte und Hörhaken auskommt. Deshalb ist das Album zwar viel konsumentenfreundlicher als der anstrengende Vorgänger, aber eben auch viel weniger spannend. Was nun besser ist? Schwer zu sagen. Technisch sind beide Alben völlig in Ordnung - das vorliegende umso mehr, da es eine Live-Aufnahme aus Eidsvoll (2009) ist. Aber so richtig vom Hocker haut einen das nicht, Kultiviertheit hin oder her. (sep)



Siehe auch:
Thomas Strønen
Vigleik Storaas Trio
Maria Kannegaard Trio
Food



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