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Alle Rezensionen zu Northern Concept
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Days
(2013, Ponca Jazz Records/Musikkoperatørene PJRCD1013)

John Scofield habe das erste Stück des Albums gehört und John-Kåre Hansen ein »gutes Feedback« per E-mail gesandt, wird berichtet. Was das genau bedeutet und warum diese Information kundgetan wird, bietet Raum für Interpretation. Die naheliegendste Erklärung ist wohl: Hansen bewundert Scofield und möchte als Jazzgitarrist seine eigene künstlerische Identität mit Nähe zu den Fußstapfen des Vorbilds etablieren. Soweit lässt sich zusammenfassen: Hansens erstes rein instrumentales Album in eigenem Namen (nach zwei Platten mit der Band Nest) tut genau dies. Allerdings: Das voluminöse und weitschweifige Gesamtwerk der US-amerikanischen Gitarrenlegende lässt sich so gar nicht leicht einkreisen. Hansens Ansatz orientiert sich an den mainstreamigsten Teilen von Scofields Schaffen.

Der Bandname »Northern Concept« wiederum lehnt sich offenbar an Bugge Wesseltofts »New Conception of Jazz« an. Hansen, 1978 im ab vom Schuss, aber grandios am Fjord gelegenen Städtchen Alta geboren, gründet sein musikalisches »Konzept« also sympathisch prägnant auf seiner nordischen Herkunft, was das unprätentiöse Covermotiv und die sprechenden Titel (»Northern Winds«, »Winter Song« usw.) ebenfalls schön einfangen. Vielleicht erklärt dies die freundliche Zurückhaltung dieser acht doch alles andere als »typisch nordisch dunklen« Stücke. Hier ein frisches kleines Bass-Solo (Roger Arntzen), dort eine elegisch heitere Pianomelodie, da ein munter swingender Rhythmus, John-Kåre Hansens Quartett lädt ein zum Verweilen und Entspannen. Scofield hat wohl kaum eine wirklich schlechte Platte veröffentlicht; Hansen steigt qualitativ im Mittelfeld ein - ein leichtfüßig unterhaltsames, teils auch dahinplätscherndes Album, das neugierig macht auf persönlichere Werke. (ijb)



Siehe auch:
Roger Arntzen mit In The Country
Tore Johansen feat. Steve Swallow

 Northern Concept: Days

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jkhansen.no

   

January Insomnia
(2017, Ponca Jazz Records PJCD 1027)

Mit seinem Quartett Northern Concept bildet der norwegische Gitarrist John-Kåre Hansen eine seit mehreren Jahren sehr gut aufeinander eingespielte Band, die zumindest weitgehend die Vorstellungen erfüllt, die man mit dem Namen assoziiert. Dem Hörer kommen auch die drei Buchstaben ECM in den Sinn, der zweite Streich der Band heißt »JANUARY INSOMNIA« und ist von Geist und Ästhetik des Münchner Edel-Labels inspiriert, vermutlich hat Hansen den halben Katalog der 70er bis 90er Jahre gehört – was generell kein Fehler ist, und hier im Besonderen auch nicht.

John-Kåre Hansen spielt eine ziemlich klare Gitarre: Sowohl hinsichtlich Sound wie auch Spielweise erinnert er an Kollegen wie Pat Metheny, Jim Hall, John Abercrombie oder Jacob Young – ein Lyriker mit sehr schönem Ton! Entsprechend fein sind auch die Stücke, die Rhythmen sind federleicht und doch manchmal zupackend, die Melodien nachvollziehbar ohne in Banalität abzudriften. »Early Spring« hat einen blitzenden 6/8-Rhythmus und gewinnt gegen Ende mit Drummer Arild Johnsen an Fahrt. »Wherever We Go« ist eine umwerfend schöne Ballade, Roger Arntzen am Bass hat hier schöne Momente. Am Piano sitzt Eivind Valnes, auch seine Soli sind ausgesprochen hörenswert. Hansen will niemandem wehtun, man kann sich in seine Musik hineinlegen wie in eine Hängematte: »JANUARY INSOMNIA« ist richtig gut und sehr schön. (tjk)



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