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Alle Rezensionen zu Jakob Bro & Thomas Knak
(Genre »Avantgarde«, Land »Dänemark«)

 

Bro/Knak
(2 CDs, 2012, Loveland Records/Pladekisten.dk LLR015)

Im Booklet des Doppelalbums sind keine Informationen darüber zu finden, wer die Stücke komponiert hat. Da jedoch Jakob Bro die Platte auf seinem Label und unter eigenem Namen veröffentlicht, muss man davon ausgehen, dass er die neun Stücke entweder selbst geschrieben oder sie wenigstens als »principal artist« gesammelt und kuratiert hat. Aufgenommen wurden die Mitwirkenden nämlich über mehrere längere Zeiträume in New York und Kopenhagen, und als Musiker nimmt der Gitarrist auf den Aufnahmen eine eher untergeordnete Rolle ein, bei der Hälfte der Stücke spielt er nicht einmal mit.

Auf der ersten CD, »BRO« betitelt, treten 14 unterschiedlichste Musiker internationaler Herkunft auf, teils als Solisten (David Virelles und Paul Bley spielen insgesamt drei Solo-Klavierstücke, sicherlich improvisiert, von denen das längste knapp 17 Minuten dauert), teils in Bands - darunter Jazzstars wie Kenny Wheeler und Bill Frisell, aber auch der Königlich Dänische Kapellchor und Theremin-Spielerin Pamelia Kurstin. Man kann schwerlich behaupten, dass dieser Aufnahmeprozess oder das Ergebnis jazztypisch wären, wie man es von Bros zahlreichen bisherigen Alben eher lyrischer Natur und den vielen Bands mit seiner Mitwirkung kennt.

Jakob Bro konstruierte aus den gesammelten Aufnahmen in längerer Collagearbeit eine CD, während Thomas Knak parallel aus dem selben Material eine zweite, vollkommen andere Version collagierte und zum Teil um elektronische Elemente wie Drum&Bass-verwandte Rhythmen ergänzte. Die beiden sandten sich über Monate hinweg stets zu, was sie erarbeitet hatten und inspirierten sich so gegenseitig. So darf man die zweite CD, »KNAK«, keineswegs als Remix der ersten betrachten; sie ist weitaus mehr: eine zweite, äquivalente Sicht auf die gleiche Welt.

Zwar tendieren einzelne Stücken hin und wieder zum Ausfransen, und die stilistische Schrankenlosigkeit findet über die komplette Länge der beiden CDs nicht die Verdichtung, die man ersehnt oder erhofft. Doch als innovatives Experiment und auch als Grundlage für weitere ähnliche Projekte ist »BRO/KNAK« unbedingt die Entdeckung und Vertiefung wert. (ijb)



Siehe auch:
Jakob Bro
Jakob Buchanan Kvartet
Thomas Knak alias Opiate
Jonas Westergaard

Jakob Bro: Bro/Knak

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jakobbro.com



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