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Alle Rezensionen zu Pixel
(Genre »Beats«, Land »Dänemark«)

 

Mantle
(2013, Raster-Noton R-N 139)

Nicht zu verwechseln mit den Indie-Rockern oder der norwegischen Jazzband ist Jon Egeskovs Elektronikprojekt Pixel, dessen viertes Album »MANTLE« wie gewohnt beim exquisit-progressiven Label Raster-Noton erscheint. Dass der Däne einst klassisch Saxofon studierte und als Jazzmusiker reüssierte, merkt man seinen komplexen Poly-Rhythmusgebilden heute nicht mehr an. Wer Melodien sucht, muss sie bei Raster-Noton schon mit der Lupe suchen... es ist der Rhythmus, der zählt. Und der Sound! Was für einen brillanten Sound Pixel für jedes einzelne Element ausgefrickelt hat, lässt Staunen.

Auf »MANTLE« verdichtet Egeskov sein gesamtes Können zu einem wahren Feuerwerk tanzender Partikel und präsentiert sein bislang ausgereiftestes und bestes Album. Ja, wer den Beweis vermisst hat, dass Maschinen tanzen (und zugleich dazu anstiften) können: Hier ist er. Und irgendwann, spätestens im phänomenalen »Nesting Screen«, kommen sie dann auch, die Melodien, aber sie sind so ganz anders als das, was man landläufig unter diesem Begriff versteht. Sie schälen sich wieder und wieder aus dem Geräusch und dem Surren heraus, als begönnen sie ein Eigenleben zu entwickeln. In »North Arrow«, nach einem schroffen Einstieg, treten sie gar in Zwiesprache miteinander. Jeder Track - ach was: Song eine facettenreiche Suite voller vielschichtiger Wendungen, Rhythmen und Klänge. Die Latte fürs beste nordische Elektronikalbum 2013 ist hiermit sehr hoch vorgelegt worden. (ijb)



Siehe auch:
Mika Vainio
Vladislav Delay

 Pixel: Mantle

Offizielle Website

Offizielle Website      pixelmusic.dk

   

The Drive
(2009, Raster-Noton R-N 106)

Für instrumentale Musik, elektronische besonders, werden ja gern die Phrasen vom »Kino im Kopf« oder »Soundtrack für innere Reisen« bemüht, tausendfach aufgegriffen, mangels brauchbarer Worte für dieses ganze Klangzeugs, das sich dem Mitsingen entzieht. Mit seinem dritten Pixel-Album, nimmt uns Jon Egeskov gleich selbst den Wind aus den Segeln: »THE DRIVE« ist explizit als Soundtrack zu einem imaginären Roadmovie, einer Autofahrt durch die Vereinigten Staaten von Amerika konzipiert. Das geht sogar soweit, dass die Tracknamen nurmehr geografische Koordinaten sind. Eine spannende Aufgabe wäre also nun, diese Orte via Google Maps ausfindig zu machen und die entsprechenden Strecken mit dem 3D-Tool abzufahren. Oder warum nicht gleich ins GPS eingeben und selbst drauflos fahren?

Ohne seinen rhythmischen Trademark-Stil zu verlassen, formte Pixel auf »THE DRIVE« eine weitaus organischere und natürlich fließendere Musik als auf den ersten Alben. Oftmals ist nicht herauszuhören, ob die Motoren- und Gitarrensounds sowie die flirrenden, metalligen und noisigen Flächen einen natürlichen Ursprung haben, per Feedbacks oder aus rein digitalen Maschinen erzeugt wurden. Überhaupt, das Maschinenhafte dieser eindrucksvollen CD: Es erinnert gleichermaßen an industrielle Geschäftigkeit wie an die musikhistorischen Autobahnen von Kraftwerk. Mit dieser intellektuellen wie sinnlichen Vielschichtigkeit wird »THE DRIVE« zu einem Raster-Noton-Album par excellence. Suggestion, Geist und Emotion gehen Hand in Hand. (ijb)

   

Set Your Center Between Your Parts in Order To
(2006, Raster-Noton r-n 74)

Drei Jahre nach dem Debütalbum »Display« vertieft Jon Egeskov seine minimal-elektronische Konzeption in Form des Nachfolgers mit dem mysteriös unvollständigen Titel »SET YOUR CENTER BETWEEN YOUR PARTS IN ORDER TO«. Was möchte der Künstler uns damit sagen? Unmissverständlich jedenfalls ist: Die fünf langen Tracks wurden Pan-Sonic-mäßig »live im Studio« aufgenommen, also ohne Overdubs und Edits. Stilistisch allerdings verortet sich Pixel weitaus näher Alva-Noto-Sound von Carsten Nicolais Rhythmus-Minimalismus: es pluckert, glitcht, piept, vibriert und flirrt, wobei durchweg eine gewisse Funkyness durchkommt, fast wie eine abstrakte Version afrikanischer Polyrhythmik.

Man muss die Lautstärke schon aufdrehen (bzw. eine ordentliche Anlage besitzen), damit die tiefen Anteile in den Arrangements zur Geltung kommen. Dann entfaltet Pixels Entwurf auch seine physischen Energien. Wenn diese komplexen Tracks wirklich intuitiv in einem Atemzug eingespielt wurden, hat Egeskov sich offenbar sehr gut vorbereitet. In jedem Fall beherrscht er sein Metier schon ganz famos, wenngleich das Ergebnis (noch) nicht so eigenständig und brillant ausfällt wie die Meisterwerke seiner Vorbilder und Labelchefs. (ijb)



Siehe auch:
Pan Sonic



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