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Alle Rezensionen zu Håkon Stene
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Etude Begone Badum
(2013, Ahornfelder/A-Musik AH25)

Der blaue Ball auf dem Cover verspricht Leichtes, Luftiges – zugleich deutet das spartanische Design Reduktion an. Hört man die drei ausufernd langen Werke, die der Klangkünstler Håkon Stene auf dem Album mit dem kryptischen Titel »ETUDE BEGONE BADUM« interpretiert, bekommt man eher das Gefühl, das runde Blaue muss eine elendig schwere Kugel aus Blei sein. Ein harter Brocken, nicht zum leichten Genuss gemacht ist diese CD.

Stene interpretiert drei radikale Stücke von Avantgarde-Komponisten: Marko Cicilianis »Black Horizon«, über zwanzig Minuten lang auf der elektrischen Gitarre, die nach allem möglichen klingt nur nicht nach einer Gitarre, Alvin Luciers »Silver Streetcar for the Orchestra« auf einer verstärkten Triangel und Michael Pisaros »Ricefall«, ebenfalls fast zwanzig Minuten lang, für, ja genau: auf Objekte fallenden Reis. Doch was Håkon Stene hier fabriziert, muss man hören, um es zu glauben - ein wildes Noise-Spektakel, einen Rausch aus tausenden Einzelgeräuschen. Wie er das macht? Keine Ahnung.

Offenkundig ist die Grenze von »gewöhnlicher« Musik hin zur Klangforschung und konzeptionellen Sound-Artist-Performance hier weit überschritten. Håkon Stene lauscht den Geräuschen der aufprallenden Reiskörner und dem monotonen Drone-Gebimmel und -Geflirre der Triangel – und wer neugierig und passioniert ist, tut es ihm gleich und entdeckt, was man nie zu hören geglaubt hatte. Sein kontinuierliches künstlerisches Forschungsprojekt »Ceci n'est pas un tambour – developing the role of the multidisciplinary performer« verlässt traditionelle Spieltechniken zugunsten von ausgangsoffenen Konzepten, die alle möglichen Klänge in jeglicher (un-)vorstellbarer Weise herzustellen erlauben. Aha. Na denn, gute Unterhaltung. (ijb)



Siehe auch:
Håkon Stene & Kristine Tjøgersen: Michael Pisaro
Åke Parmerud
asamisimasa: Laurence Crane
Rolf Lislevand

Håkon Stene: Etude Begone Badum

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.hakonstene.net/

   

Lush Laments for Lazy Mammal
(2014, Hubro/Grappa HUBROCD2544)

Nach seinem Radikalalbum »Etude Begone Badum« hätte man Håkon Stenes nächste Solo-CD nun wirklich nicht gerade bei Hubro erwartet. Obgleich er hier wie dort minimalistische Werke unterschiedlichster zeitgenössischer Komponisten interpretiert, könnten die beiden Alben nicht unterschiedlicher sein. Dort die perkussive, reduzierte Extremmusik, hier die sanft gleitenden, warmen Stücke von Laurence Crane (*1961), Gavin Bryars (*1943) und Christian Wallumrød (*1971).

Eigentlich ist »LUSH LAMENTS« eine Ambientplatte geworden, trotz der vielen Instrumente, die Stene diesmal aus- und nach z.T. fast zwanzig Jahren erstmals wieder angepackt hat: Gitarren und Piano, Vibrafone und Marimba, dazu unter anderem Cellistin Tanja Orning. Kooperationen mit in neo-traditioneller Musik aktiven Landsleuten wie Rolf Lislevand und Benedicte Maurseth haben deutliche Spuren hinterlassen. Dabei geht es Stene nicht um Virtuosität, sondern um meditative »Modern Composition« zwischen Brian Eno, Erik Satie und Morton Feldman. (lha)



Siehe auch:
Hans-Kristian Kjos Sørensen
Christian Wallumrød Ensemble, Tanja Orning
Cikada Ensemble: Laurence Crane

   

Bone Alphabet
(2013, Ahornfelder AH26)

Und für alle, die nach diesem blauen Album noch nicht genug haben, gibt es eine Zugabe in Form einer Art CD-Single mit einer violetten Kugel. Darauf, (nur) ein bisschen konventioneller, vielleicht sogar zugänglicher, Brian Ferneyhoughs knapp zwölf Minuten langes Percussion-Werk »Bone Alphabet« (für Küchengeräte?) sowie einen fast ebenso langen Remix von Sir Duperman alias Jørgen Træen, der unter anderem auf der Spunk-Remix-CD »Filtered Through Friends« mitwirkte. (ijb)



Siehe auch:
Jørgen Træen remixt Spunk



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